Die 40 Großsheikhs des Naqshbandiyya-Sufi Ordens
39. Sheikh der goldenen Kette:

Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani

Möge Allah seine Seele heiligen  26.04.2019
  • Der ehrenwerteste und edelste unter den Heiligen, die Sonne und das Fundament dieses Universums, Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani wurde von seinem standhaften Glauben getragen. Ihn stillte der Segen des Erzfürsprechers, dessen Erbe er selbst einmal antreten sollte. Von neuem bekräftigte er die Religion.

    Hell leuchtete die Erde auf als Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani geboren wurde. Von der reinen Essenz der Wahrheit erleuchtet, war er der Schlüssel zu den verborgensten Geheimnissen. Großes wurde ihm auf jenem Weg seiner Vorfahren zuteil. Sufismus wurde zu seinem Blut. Prophet Muhammed (sav)zu seinem Herzen. Die göttliche Gegenwart zu seiner Seele. Er war der Stern des Wissens, der Erbe des vollkommenen Charakters. Zu einem Ozean der Weisheit geworden, geleitete er die Menschen ans Land der Glückseligkeit.

    Sein weiser Rat und seine Rechtleitung erfüllten die Welt. Könige kamen angekrochen. Gelehrte lauschten seinem Wissen. Es existierte nichts, das nicht auch durch seine Spiritualität ganz und gar durchdrungen war. Seinem Lichte wich die Finsternis und der Segen strahlte auf dem Antlitz der Menschheit hervor. Er war der vollkommene Heilige, die Säule der Wissenden.

    Auf der Suche nach der Glückseligkeit in diesem und im nächsten Leben, fanden die Menschen schließlich zu seiner Türe, welche zu seinem guten Rat aus der göttlichen Gegenwart führte. Sein übernatürliches Wissen verblüffte die Gelehrten und seine hohe Form der Askese fand in keinem Buch seinesgleichen. Uneigennützig opferte er seine Seele dem Durst der Welten. Er selbst glich einer Galaxie, deren Sonnen und Sterne alle Geschöpfe erleuchteten. Die Krone der göttlichen Liebe auf seinem Haupt, gewährte er der Menschheit den süßen Nektar der göttlichen Geheimnisse. Keiner Person entsagte er seinen spirituellen Atem. Die Finsternis der Unwissenheit schwand dahin im Lichte seines Wissens.

  • Er wurde in Daghestan im Jahre 1309 n.H. /1891 n.Chr. in eine Doktorenfamilie hineingeboren. Sein Vater war ein praktischer Arzt und sein Bruder ein Chirurg in der russischen Armee. Sein Onkel, Sheikh Sharafuddin ad-Daghestani, der Meister des Naqshbandi Ordens seiner Zeit, nahm ihn schon früh unter seine Obhut und trainierte ihn auf diesem Weg.

    In der Schwangerschaft teilt Sheikh Sharafuddin seiner Schwester mit:

    Dein Kind trägt keine Schleier auf seinem Herzen. Er wird im Stande sein die Vergangenheit wie auch die Zukunft sehen zu können, denn er ist einer jener Auserwählten, die unmittelbar von der Tafel des Geschicks lesen können. Ihm wird der Titel „Sultan al-Awliya“ gewährt sein. Die Heiligen werden ihn als „den Führer der Gemeinde Muhammeds (sav);“ bezeichnen. Auch wird er den Menschen lehren wie es ihnen gelingen kann in ihrem alltäglichen Leben Gottes niemals zu vergessen. Schließlich wird er dem Geheimnis jener beiden Aussprüche des Propheten (sav);„Ich habe ein Gesicht das den Schöpfer schaut und ein weiteres Gesicht das der Schöpfung zugewendet ist“ und „Ich habe eine Stunde mit dem Schöpfer und eine Stunde mit der Schöpfung“ inne wohnen.

    Nenne ihn Abd Allah, denn er wird das Geheimnis der Dienerschaft in sich tragen. Zudem wird er diesen Sufi Weg wieder den arabischen Ländern zugänglich machen. Außerdem wird sein Nachfolger den Orden in die westliche Welt und den Fernen Osten tragen. Passe sehr gut auf ihn auf. Wenn er dann sieben Jahre alt geworden ist, so überlasse ihn mir, denn ich werde ihn unter meinem Schutze auf die höchsten Stufen emporheben.

    Am 12. des Monats Rabi al-Awwal an einem Donnerstag gebar seine Mutter Amina ihr Kind, welches sie Abd Allah nannte. In der Nacht der Geburt schien sie jedoch zunächst hilflos alleingelassen. Ihr Ehemann war beschäftigt und ihr anderer Sohn nicht zu Hause. Auf einmal erschienen ihr die zwei ehrenwertesten Damen und unterstützten sie bei ihrer Geburt. Eine war Rabia al-Adawiyya und die andere war Asya (Gattin des Pharaos, die dennoch an den Propheten Moses (ks);glaubte) Sie standen ihr in dieser heiligen Nacht bei. Gerade als der Junge hervortrat, verschwanden jene beiden Damen und plötzlich traf ihr Ehemann ein, der ihr schließlcih die Geburt erleichterte.

    Seine Eltern hörten ihn kein einziges Mal weinen. Im Alter von einem Jahr sahen sie oft wie das kleine Kind mit seinem Haupt auf den Boden niedergesenkt sich vor seinem Herrn niederwarf. Seine Mutter, die ganze Familie und die Nachbarn, ja alle waren sie beeindruckt von diesem Wunderkind. Als er gerade mal sieben Monate alt war, konnte er schon sprechen und sich klar und deutlich ausdrücken. Keinem der anderen Kinder glich er.

  • Oft schweifte er mit seinem Kopf von rechts nach links und rezitierte dabei den göttlichen Namen. Auch konnte er bereits mit drei Jahren den Menschen ihre Zukunft voraussagen. Zudem kannte er die Namen von Menschen, die er zuvor noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Das ganze Land staunte über diesen Jungen. Die Menschen kamen in das Haus seiner Eltern um einmal dieses übernatürliche Kind sehen zu dürfen.

    Als er dann sieben Jahre alt geworden war, verfügte er über ein profundes Wissen über den Quran. Oftmals saß er bei seinem Onkel, Sheikh Sharafuddin, und beantwortete die Fragen, die man ihm stellte. Seine Antworten bezüglich des göttlichen Gesetzes waren sehr präzise und genau, obwohl er doch die Rechtswissenschaft nicht studiert hatte. Zusätzlich belegte er seine Aussagen mit den Versen des Qurans und den Überlieferungen ohne sich jemals deren Studium unterzogen zu haben. So fühlten sich die Menschen nur noch mehr zu ihm hingezogen

    Das Haus seines Vaters füllten stets unzählige Besucher, die nach Lösungen und Antworten suchten. Denn sie wussten, dass die Antwort wenn nicht bei ihm, sonst nirgendwo gefunden werden konnte. Sein Ruhm schien schon während seinem siebenten Lebensjahr keine Grenzen zu kennen. Die Dorfbewohner kamen jetzt schon vor ihrer Hochzeit zu ihm und suchten zunächst seinen Rat auf. Sie fragten ihn, ob die Heirat erfolgreich sein würde und ob sie dem göttlichen Willen gefiele.

    Gelehrte, die seine Entscheidungen pedantisch untersuchten, mussten letztlich seiner Rechtssprechung voll und ganz zustimmen. Wissende waren dermaßen von seinen Weisheiten beeindruckt, obwohl er gerade mal sieben war, dass sie von weit weg zu ihm strömten um ihm lauschen zu dürfen. Verwundert frage ihn sein Onkel, wie er denn so endlos und unermüdlich wie ein Quell von den Geheimnissen berichten konnte. Er erklärte: „O mein Onkel, es ist so als ob all dieses Wissen vor meiner Nase auf Tafeln geschrieben steht und ich nur abzulesen brauche.“ Er drang tief in das Wissen hinein und erschloss Dinge, von denen man vorher erst gar nicht wagte zu träumen. So verkündete er schließlich im Alter von sieben Jahren allen Heiligen: „Teilte ich mit euch all das, was mir von der göttlichen Gegenwart in die Brust gelegt wurde, so durchtrennten selbst die Heiligen meinen Hals.“

    Sorgfältig hielt er die Vorschriften der göttlichen Gebote ein. Stets erschien er als erster in der Moschee, in den Kreisen des dhikrs, auf den Treffen der Gelehrten.

    Überall bewunderte man ihn für seine Heilkraft. Als man ihm Menschen verschiedenster Krankheiten vorführte, las er die Sure al-Fatiha, pustete über sie und sie waren geheilt. So half er auch den Kranken, die weit weg von ihm lebten.

  • Menschen kamen zu ihm und baten ihn um sein Gebet für die Eltern, die Ehefrau oder für jemand anderen, der einfach nicht im Stande war zu kommen. Für sie las er einmal die Fatihaund auch sie waren von ihrem Leid erlöst. Die Heilkraft war einer seiner unzähligen Besonderheiten.

    Über sich selbst

    Ich bin ein Nachfahre des Miqdad al-Aswad (ks), welchen der Prophet zu seinem Stellvertreter in Medina bestimmte, wenn er gerade auf Reisen war. Wie mein Onkel erbte auch ich den Handabdruck des gesegneten Propheten (sav)  auf meinem Rücken, der damals entstanden war als der Prophet (sav)  seine gesegnete Hand auf meinen Großvater Miqdad ibn al-Aswad (ks);gelegt hatte. Von diesem Muttermal strahlt ein glänzendes Licht hervor.

    Sheikh Abd Allah wurde in eine sehr grausame, von Tyrannei bestimmte Zeit hineingeboren. Folglich beschlossen sein Onkel, das spirituelle Oberhaupt des Dorfes, und sein Vater, ein angesehener Doktor, von Daghestan in die Türkei zu emigrieren. Als der Entschluss gefasst worden war, befragte man Sheikh Abd Allah um seinen spirituellen Rat. Sheikh Abd Allah beschreibt das Ereignis wie folgt:

    In jener Nacht hatte ich gerade das Nachtgebet verrichtet. Ich erneuerte meine Gebetswaschung und verrichtete anschließend zwei Gebetseinheiten. Danach meditierte ich und verband mich über meinen Sheikh, meinem Onkel, mit dem Propheten (sav). Plötzlich kam der Prophet (sav)  mit seinen 124,000 Gefährten mir entgegengelaufen. Er sagte: „O mein Sohn, ich setze all meine Kraft und die meiner 124,000 Gefährten frei. Überbringe deinem Onkel, ihr möget umgehend in die Türkei auswandern.“

    Nach diesen Worten umarmte mich der Prophet (sav)  und dabei verschwand ich in ihm. In dem Moment als ich mich in ihm aufgelöst hatte, machte ich vom Felsendom die Himmelsreise des Propheten (sav)  nach. Mich trug der selbe Buraq, der auch den Propheten (sav)  damals getragen hatte. In einer wahrhaftigen Vision stieg ich immer weiter empor bis zur Nähe Gottes, über die es heißt „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher“ (53:9). Dort sah ich nur noch den Propheten (sav)  und nicht mehr mich selbst.

    Ich war ein Teil des Wesens des Propheten (sav). Durch diese Himmelsreise übergab mir der Prophet (sav)  die Wirklichkeiten, die ihm damals zuteil geworden waren. All diese verschiedenen Arten des Wissens strömten unzählig in mein Herz in Worten des Lichtes, dessen Farbe von grün in purpur überwechselte.

  • Jetzt hörte ich eine Stimme aus der göttlichen Gegenwart: „Nähere dich, O mein Diener, komm in meine Gegenwart.“ Als ich durch den Propheten (sav)  immer näher gekommen war, verschwand alles; selbst die spirituelle Wirklichkeit des Propheten (sav)  war nicht mehr da. Nun existierte nichts mehr außer dem Allmächtigen Herrn.

    Dann vernahm ich eine Stimme von all diesen Lichtern und Attributen, die in Seiner Gegenwart aufgeleuchtet waren, hervortreten: „ O mein Deiner, betrete den Zustand der Existenz durch dieses Licht.“ Nachdem ich mich vollständig aufgelöst hatte, existierte ich nur noch durch den Propheten (sav)  in der göttlichen Gegenwart und mich zierten die Neun-und-Neunzig Namen und Attribute. Dann sah ich mich in dem Propheten (sav)  und so erschien ich in jedem Geschöpf, das durch Gottes Kraft existierte. Schließlich ereichte ich eine Stufe, in der ich erkannte, dass es neben unserem Universum noch viele anderen Universen gibt, dass wir nicht die einzigen Geschöpfe Gottes sind, sondern dass es unzählige Schöpfungen gibt. Plötzlich klopfte jemand auf meine Schulter. Die Vision endete. Es war mein Sheikh. „O mein Sohn, es ist Zeit zum Morgengebet.“

    Mit mehr als 300 Dorfbewohnern verrichteten wir das Morgengebet. Nach dem Gebet stand mein Onkel auf und sagte: „Wir baten meinen Neffen um seinen spirituellen Rat.“ Neugierig blickte jeder zu mir und erwartete, was ich zu sagen hatte. Sofort übernahm mein Onkel das Wort: „Mittels meiner Kraft wurde er in die Gegenwart des Propheten (sav)  getragen. Der Prophet gab jedem die Erlaubnis in die Türkei zu emigrieren. Dann führte er ihn zu jener Stufe der Nähe Gottes, über die es im Quran heißt: „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher.“ (53:9) Anschließend offenbarte er ihm solch Wissen, das keinem Heiligen, einschließlich mir, zuvor zuteil geworden ist. Seine Himmelsreise war eine Lehre für vergangene und gegenwärtige Heilige und ein Schlüssel, der endlose Ozeane des Wissens und der Weisheit eröffnete.“

    Ich sagte zu mir selbst: „Mein Onkel war in jener Vision mit mir und es war durch seine Kraft, dass mir solch eine Vision beschert wurde.“

    Jeder im Dorf bereitete sich sofort auf die Auswanderung vor. Es sollte eine gefährliche Reise werden, denn auf einer Seite lauerten die russischen Soldaten und auf der anderen erbarmungslose Straßenräuber. Nahe den Staatsgrenzen der Türkei, wanderten wir durch einen Wald, über den es hieß, er sei erfüllt von russischen Trupps. Die Zeit zum Morgengebet brach an. Mein Onkel sagte: „Wir werden das Morgengebet verrichten und dann durch den Wald ziehen.“ Gerade hatten wir das Gebet beendet, da brachen wir auch schon auf. Plötzlich rief Sheikh Sharafuddin: „Halt!“ Er verlangte nach einem Becher Wasser.

  • Als ihm jemand einen Becher mit Wasser gebracht hatte, rezitierte er auf das Wasser folgenden Vers aus der Sure Yasin: „Und Wir haben eine Schranke gelegt vor sie und eine Schranke hinter sie, und Wir haben sie verhüllt, so dass sie nicht sehen können.“ (36:9) Daraufhin rezitierte er: „Doch Gott ist der beste Beschützer, und Er ist der barmherzigste Erbarmer.“ (12:64)

    Während er diese Verse las, tat sich was in unseren Herzen auf. Jeder schien zu erschauern. Auf einmal offenbarte mir Gott eine Vision, in der ich sehen konnte wie wir auf allen Seiten von den Russen umzingelt waren und wie sie auf alles, das sich nur bewegte, schossen, sei es auch nur ein Vogel gewesen. Dann sah ich wie wir sicher den Wald durchquert hatten und die Russen uns nicht im Geringsten bemerkt hatten.

    Als Sheikh Sharafuddin seine Rezitation beendet hatte, hörte auch die Vision auf. Er schüttete das Wasser vor uns hin und rief aus: „Los! Schaut nicht hinter euch.“ Wie wir immer weiter voranschritten, konnten wir die Russen auf allen Seiten sehen, sie jedoch uns nicht, es schien als seien wir unsichtbar gewesen. 24 Meilen legten wir in jenem Wald zurück. Wir waren nach dem Morgengebet aufgebrochen und es dauerte bis zum Nachtgebet. Wir hielten nicht an, außer für das Gebet. Von allen Seiten konnten wir hören, wie die Russen auf Menschen, Vögel, Tiere, auf einfach alles schossen, bis auf uns. Schließlich hatten wir den Wald durchquert und waren unversehrt in der Türkei angekommen.

    Zunächst reisten wir nach Bursa, wo Sheikh Sharafuddin ein Jahr blieb. Danach gingen wir weiter nach Rashadiya, welches zuvor sein Onkel, Sheikh Abu Muhammed al-Madani für die daghestanischen Emigranten gegründet hatte. Es befand sich dreißig Meilen von Yalova, welches an der Küste zum Marmara Meer lag, ungefähr fünfzig Meilen von Bursa und sechzig Meilen von Adapazar. Dort errichtete er die erste Moschee des Dorfes. Daneben baute er sein eigenes Haus. Alle Flüchtlinge waren anfangs mit dem Bau ihrer Häuser beschäftigt. Mein Vater und meine Mutter errichteten ihr Haus neben dem Haus des Sheikh Sharafuddin.

    Als ich dreizehn Jahre alt geworden war, wurde die Türkei von England, Frankreich und Griechenland angegriffen. Die türkische Armee war gezwungen jeden zu rekrutieren, selbst Kinder. Auch verlangten sie nach mir, aber mein Onkel, der gute Beziehungen zu Sultan Abd al-Hamid hatte, weigerte sich mich an die Front zu schicken. Mein Vater war verstorben und meine Mutter war fortan alleine, also musste ich arbeiten um sie unterstützen zu können. Als ich fünfzehn geworden war, sagte Sheikh Sharafuddin zu mir: „Nun, mein Sohn, bist du reif geworden, du bist jetzt erwachsen und es ist die Zeit für dich gekommen zu heiraten.“

  • So heiratete ich sehr jung und stand von nun an mit meiner Frau meiner Mutter bei.

    Seine Abgeschiedenheit und spirituelles Training

    Sheikh Sharafuddin erzog Sheikh Abd Allah zu eiserner spirituelle Disziplin und hob ihn auf die höchsten Stufen empor. Sechs Monate nach seiner Heirat, sollte er bereits seine Familie wieder verlassen und für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Er sagte:

    Ich war gerade frisch verheiratet, als der Sheikh zu mir sagte ich müsse für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Meine Mutter war äußerst erzürnt darüber und beschwerte sich bei dem Sheikh, der ihr Bruder war. Auch meine Ehefrau war verärgert, ich dahingegen beschwerte mich zu keinem Zeitpunkt. Ganz im Gegenteil, mein Herz war sogar sehr glücklich damit, in die lang ersehnte Abgeschiedenhit gehen zu dürfen.

    Ich führte den Willen meines Sheikhs aus, trotz ihres Flehens: „Ich habe niemanden außer dir. Dein Bruder ist immer noch in Russland und dein Vater ist dahin geschieden.“ Ich hatte Mitleid mit meiner Mutter, aber auch wusste ich, dass es sich hierbei um den Befehl des Sheikhs und damit um einen Befehl des Propheten (sav)  handelte. Für jene Übung in der Einsamkeit war mir auferlegt worden mich am Tag sechs Mal mit eiskaltem Wasser zu waschen und alle meine Pflichten und täglichen Aufgaben einzuhalten. Zusätzlich sollte ich täglich mindestens sieben bis zu fünfzehn Abschnitte des Qurans lesen, den Heiligen Namen Allah 148,000 Mal wiederholen und 24,000 Friedensgrüße auf den Propheten rezitieren.“

    Dann gab es noch viele weitere Aufgaben, die alle konzentriert und gewissenhaft erfüllt werden sollten. Mein Rückzugsplatz befand sich in einer Höhle tief im Wald auf einem schneebedeckten Berg. Meine Tagesration sollten sieben Oliven und zwei Unzen Brot sein. Zu jenem Zeitpunkt war ich fünfzehneinhalb Jahre alt gewesen. Als ich nach fünf Jahren schließlich zurückkehrte, war ich sehr abgemagert und ich wog nur noch hundert Pfund.

    Was mir in dieser Zeit offenbart wurde, kann nicht in Worte gefasst werden. An meinem ersten Tag hatte ich geschworen: „O mein Ego, selbst wenn ich sterben werde, so werde ich diese Zurückgezogenheit niemals mehr verlassen. Sei dir dessen bewusst. Versuche nicht meine Meinung zu ändern und mich reinzulegen.“

    Als ich meine Höhle zum ersten Mal gesehen hatte, fiel mir gleich das Loch in der Decke auf, welches der frostigen Kälte Zugang verschaffte. So versuchte ich als erstes das Loch mit Stoff zu überdecken.

  • Ich schlief nur sehr wenig. Niemals verspürte ich den Drang zu schlafen, denn meine spirituelle Unterstützung war dermaßen stark. Einmal erschien mir der Prophet (sav)  wie er sich in der Höhle Hira zurückgezogen hatte. Vierzig Tage lang war ich an seiner Seite und hatte dabei zu keinem Zeitpunkt geschlafen.

    Als ich eines Tages nach Mitternacht mein dhikr rezitierte, zog ein gewaltiger Sturm über den Berg. Ich hörte, wie Bäume umfielen, Regen und schließlich Schnee vom Himmel herabströmten. Es war bitterkalt und nichts spendete mir Wärme außer mein dhikr. Mein Herz sollte jeden Moment aufhören zu schlagen. Plötzlich hatte ich wieder den Gedanken das Loch abzudenken, welches sich geöffnet hatte. Auf einmal hörte ich den Sheikh mit mir schimpfen: „O mein Sohn! Beschäftigst du dich mit dir selbst oder mit Dem Einen, Der dich hat erschaffen? Aufgrund der Kälte zu sterben ist besser als durch Achtlosigkeit des Herzens.“ Diese Worte erfüllten mein Herz, erwärmten mich und entschlossen machte ich mit meinem dhikr weiter. Nicht nur mein dhikr nahm zu, sondern auch der Wind und der Schneesturm. Ich musste mit mir kämpfen, letztlich erkannte ich: „Lass mich sterben, denn auch so setze ich mein dhikr fort.“ Kaum hatte ich dies ausgesprochen, da hörte das Unwetter schon auf und ein Baum fiel vor den Ausgang der Höhle.

    Einmal hatte ich das letzte Gebet der Nacht beendet, da erschien mir, während ich mich mit dem dhikr beschäftigte und mein Herz mit seinem Ursprung verband, eine Vision, in der ich mich selbst sah, wie ich in der göttlichen Gegenwart dhikr rezitierte. Im selben Moment verspürte ich, wie sich etwas um mich wickelte. Ich wusste, dass es nichts himmlisches, sondern etwas irdisches war. Sogleich erinnerte ich mich des Ausspruches des Propheten (sav)  „Ich habe in meinem Herzen keine Furcht, außer der Furcht Gottes.“ Obwohl ich spürte wie sich etwas um mich herum wickelte, blieb mein Herz unbeeinflusst und unberührt.

    In diesem Zustand war ich im Stande 777,777 Wiederholungen des göttlichen Namens bewusst zu sein. Als ich 777,778 zählte, hörte ich die göttliche Gegenwart zu mir sprechen: „O mein Diener! Heute Nacht hast du das Geheimnis des Bewusstwerdens der Zahlen erreicht. Du hast soeben dessen Schlüssel empfangen. Betrete nun Unsere Gegenwart, werde ein Moses (ks), kalimullah, der unmittelbar zu Gott spricht.“ Und ich konnte fortan mit der göttlichen Gegenwart sprechen. Mir wurden Antworten auf Fragen zuteil, die keinem Heiligen vor mir gewährt waren. Ich ergriff die Gelegenheit um meinen Herrn zu fragen: „O Allah, was ist Dein Größter Name?“ Und mir wurde erwidert: „O mein Diener, dies soll dir zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden.“ Dann verschwand die Vision und die Zeit zum Morgengebet war gekommen.

    Sheikh Abd Allah verbrachte bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr fünf Jahre in jener besonderen Abgeschiedenheit.

  • Als er letztendlich die Aufgabe des Sheikhs erfüllt hatte und zurückkehrte, war für ihn auch schon die Zeit gekommen seinen Wehrdienst zu leisten.

    Seine Himmelsfahrt

    Hier beschreibt er einen Vorfall der sich bei seinem Dienste in der türkischen Armee ereignete:

    Ich sah meine Mutter nur alle ein oder zwei Wochen einmal. Man berief mich zur Schlacht von Gallipoli in den Dardanellen. Als uns die gegnerische Partei an einer Landesgrenze überwältigte, waren wir gerade mal nur hundert Mann, die dieses Gebiet verteidigen sollte. Ich war ein exzellenter Scharfschütze und konnte schon von einer weiten Entfernung mein Ziel treffen. Wir waren unter starkem Beschuss und es schien aussichtslos, wir mussten uns zurückziehen. Plötzlich traf mich eine Kugel genau in mein Herz, und ich fiel tot um. Als ich dort lag, erschien mir der Prophet (sav). Er sagte: „O mein Sohn, es war dir vorherbestimmt hier zu sterben, jedoch brauchen wir dich noch auf dieser Welt und zwar sowohl mit deinem physischen als auch spirituellen Wesen. Ich bin nun zu dir hergekommen um dir zu zeigen, wie es ist, wenn eine Person stirbt und der Engel des Todes die Seele entreißt.“ So beobachtete ich wie ich mich von meinem Zeh angefangen Zelle um Zelle meines ganzen Körpers entledigte. Während ich mich von meinem Körper löste, konnte ich sämtliche Zellen meines Körpers und deren Funktionen sehen. Auch wurde mir gewährt den jeweiligen Heilungsweg einer jeden einzelnen erkrankten Zelle zu erfahren und zusätzlich durfte ich all ihrem Gotteslobpreis lauschen.

    Wahrlich hatte ich erfahren, wie es den Sterbenden ergeht. Mir wurden sämtliche Arten des Sterbens gezeigt. Da gab es den schwierigen und leidvollen Tod, dann den einfachen und letztlich auch den süßen und glückseligen. Der Prophet (sav)  teilte mir mit: „Du bist einer jener, die den glückseligen Tod kosten werden.“ Ich genoss mein Dahinscheiden, denn endlich sollte ich zu meinem Ursprung zurückfinden und jenen heiligen Vers „Wahrlich, Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück“ (2:156) verstehen.

    Als ich dann meinen letzten Atem aushauchte, erschien mir der Engel des Todes und fragte mich seine Fragen. Mir offenbarten sich alle Stufen eines Sterbenden und somit konnte ich, da ich ja noch eigentlich lebte, die Geheimnisse des Todes entschleiern.

    Meine Seele schaute hinab auf meinen Körper und der Prophet (sav)  rief mich: „Folge mir!“ Daraufhin geleitete mich der Prophet (sav)  zu den sieben Himmeln und bezeugte alles, was er mir gewährt hatte zu sehen. Dann hob er mich zur Stufe der Vertrauenswürdigen, wo ich auf alle Propheten, Heiligen, Märtyrer und Aufrichtigen traf.

  • Er sagte: „O mein Sohn, nun werde ich dir die Hölle zeigen.“ Dort sah ich all das, das der Prophet (sav)  in seinen Überlieferungen vorausgesagt hatte. Ich fragte: „O Prophet (sav), du der du als eine Barmherzigkeit für die Welten gesandt warst, gibt es denn für diese Menschen keinen Ausweg?“ Er antwortete: „Doch, mein Sohn, durch meine Fürsprache können sie gerettet werden. Was ich dir hier zeige, ist nur das, was ohne meine Fürsprachen geschähe.“

    Der Prophet (sav)  fuhr fort: „O mein Sohn, jetzt werde ich dich zurück auf die Erde, in deinen Körper bringen.“ Als der Prophet diese Worte gesprochen hatte, blickte ich runter auf meinen Körper und er schien angeschwollen zu sein. Schließlich sagte ich: „O Gesandter Gottes, es ist schöner mit dir zusammen zu sein. Ich will nicht zurückgehen. Hier in der göttlichen Gegenwart bin ich glücklich. Was soll ich den bloß in jener dreckigen Welt. Ich war bereits dort und jetzt bin ich an deiner Seite. Warum muss ich denn bloß zurückkehren? Schau, außerdem ist mein Körper bereits angeschwollen.

    Er erklärte: „O mein Sohn, du musst wieder dorthin gehen. Das ist deine Pflicht.“ So kehrte ich auf Befehl des Propheten (sav)  wieder in meinen Körper ein, obwohl ich ja eigentlich gar nicht wollte. Als ich in meinen Körper eintrat, sah ich wie meine Wunde wieder zusammengewachsen war. Und während ich langsam wieder in meinen Körper eingekehrt war, hörte auch nach und nach die Vision wieder auf. Als ich schließlich in dieser Welt angekommen war, bemerkte ich die Ärzte, die nach Überlenden suchten. Plötzlich schrie einer auf: „Hier, dieser hier ist am Leben!“ Ich hatte keine Kraft weder zu reden noch die geringste Bewegung durchzuführen, später begriff ich, dass ich sieben Tage auf dem Schlachtfeld gelegen war.

    Sie kümmerten sich um mich, bis ich wieder genesen war. Dann brachten sie mich wieder zu meinem Onkel zurück. Kaum war ich wieder zu Hause angekommen, da fragte mein Onkel mich: „O mein Sohn, hat dir dein Aufenthalt gefallen?“ Ich sagte nicht „Ja“ aber auch nicht „Nein“, denn ich wollte mich vergewissern ob er den Aufenthalt in der Armee oder den beim Propheten (sav)  meinte. Jetzt fragte erneut: „O mein Sohn, hat es dir beim Propheten (sav)  gefallen?“ Ich verstand, dass er über alles, was geschehen war, informiert war. So küsste ich ihm die Hände und berichtete ihm: „O mein Sheikh, ich begleitete den Propheten (sav)  und ich muss zugeben, dass ich niemals mehr von seiner Seite weichen wollte. Jedoch sagte er mir, dass es meine Pflicht ist, hier auf dieser Erde den Menschen zu dienen.“

    Sheikh Abd Allahs vollkommene Hingabe

    Sheikh Abd Allah setzte nun sein Leben unter dem direkten Schutze seines Onkels, Sheikh Sharafuddin, fort.

  • Und immer weiter erschloss er neue Horizonte des Wissens. Einmal saß Sheikh Sharafuddin in einer Zusammenkunft von über 300 religiösen und spirituellen Gelehrten. Sie waren dort, um wichtige Dinge bezüglich ihres spirituellen Lebens zu erfahren. Sie hatten sich auf einem Hügel nahe der Moschee versammelt.

    Als Sheikh Abd Allah sich der Versammlung näherte, sagten einige Gelehrten zu Sheikh Sharafuddin: „Wir sind erstaunt darüber, wie sehr du doch dieses Kind schätzt. Der Sheikh antwortete:

    Schaut ihn euch doch an. Er kommt, um mich zu sehen. Käme eine kleines Kind zu ihm und sagte: „Dein Sheikh schickt dir eine Nachhricht, du mögest nach Mekka gehen,“ so führte er umgehend diesen Befehl aus, auch wenn er eigentlich nicht von mir stammte. Denn er hat anerkannt, dass alles was ihm zustößt und was ihm begegnet von mir kommt. Und er ist sich dessen bewusst, dass alles was von mir ausgeht, vom Propheten (sav)  entspringt, denn mein Herz ist stets in Verbundenheit mit dem des Propheten (sav), und dass alles was der Prophet (sav)wünscht seinen Ursprung in Gott hat. Deswegen bräche er umgehend nach Mekka auf ohne auch nur die geringste Zeit darin zu verlieren sich zu verabschieden oder etwas an Proviant für die Reise vorzubereiten. Das ist der Grund, warum er mir so sehr am Herzen liegt und zudem kenne ich seinen erhabenen Rang unter den Heiligen.

    Jene Stufe, die ihm zuteil wurde, war vor ihm noch keinem, einschließlich mir, beschert worden. Er hat solches erreicht, von dem weder ich noch die Meister der ehrenwerten Goldenen Kette wagten zu träumen. Es ist ein Prinzip unseres Ordens, so wie es von einem Meister zum anderen Meister übergeht, es auch immer neues entdeckt. So wie das Geheimnis von einem Sheikh dem anderen anvertraut wird, so kommt dem geerbten Geheimnis noch ein weiteres Geheimnis hinzu. Gleichzeitig nimmt auch die Stufe des Propheten in jedem Moment stetig zu, wie auch die der Heiligen. Das ist die Bedeutung des Verses: „Und über jedem Wissenden gibt es einen, der noch mehr weiß.“ (12:76)

    Ein Treffen mit Gurdjieff

    Großsheikh Abd Allah diente in der Herberge seines Meisters. Jeden Tag kamen hunderte von Besuchern, vor allem aus Daghestan, um den Sheikh sehen zu dürfen. Unter den unzähligen Besuchern war auch einmal der russische Lehrer George Gurdjieff. Als er endlich nach einer mühsamen Flucht während der kommunistischen Revolution aus Russland in die Türkei entkommen war, wollte Gurdjieff Sheikh Sharafuddin besuchen gehen. Er hatte schon viele Sufi Orden im Kaukasus gesehen und sich ihrem Training unterzogen.

  • Aber dennoch hatte er nicht das gefunden, wonach er sich sehnte. Als er von dem Erbe des ehrenwerten Naqshbandi Ordens gehört hatte, war er überglücklich.

    Sheikh Sharafuddin bat Sheikh Abd Allah, sich um die Gäste zu kümmern. Viele Jahre später berichtete Sheikh Abd Allah einigen Schülern von den Ereignissen dieses Treffens. Kaum hatte Gurdjieff ihn begrüßt, da sagte Sheikh Abd Allah auch schon: „Du fragst nach dem Wissen der Neun Punkte. Wir werden darüber nach dem Morgengebet sprechen. Ruhe dich für den Moment ein wenig aus und nimm etwas zu dir.“ Im Morgengrauen rief Sheikh Abd Allah Gurdjieff zum Gebet. Als das Gebet beendet war, begann der Sheikh die Sure Yasin aus dem Heiligen Quran zu rezitieren. Danach fragte er Gurdjieff ob er nicht mitteilen könnte, was während der Rezitation erfahren hat. Gurdjieff sagte:

    Gerade als Sie das Gebet beendet hatten und Sie mit der Rezitation begannen, sah ich Sie auf mich zukommen und mich an der Hand nehmen. Anschließend wurden wir in einen wundervollen Rosengarten getragen. Sie sagten, der Garten sei Ihr Garten und die Rosen seien Ihre Schüler mit einem individuellem Duft und einer jeweiligen Blütenfarbe. Daraufhin brachten Sie mich zu einer bestimmten roten Rose: „Das ist deine. Rieche mal an ihr.“ Als ich mich vorbeugte um an ihr zu riechen, verschwand ich in ihr und wurde zu der Rose. Dann ging ich von den Rosenblüten über ihren Stängel bis zu ihren Wurzeln, welche mich zu Ihrer Gegenwart führten. Schließlich sah ich wie ich Ihr Herz betrat und ein Teil von Ihnen wurde.

    Mittels Ihrer spirituellen Kraft war ich nun im Stande zum Wissen der Neun Punkte emporzusteigen. Dann rief eine Stimme nach mir mit dem Namen Abd an-Nur: „Dieses Licht und dieses Wissen wurden dir von der göttlichen Gegenwart gewährt, auf dass Frieden in dein Herz einziehe. Jedoch darfst du die Kraft dieses Wissens nicht einsetzen.“ Letztlich verabschiedete sich die Stimme mit Friedensgrüßen von mir und wie Sie Ihre Rezitation beendeten, hörte auch die Vision auf.

    Sheikh Abd Allah antwortete:

    Die Sure Yasin wurde von dem Propheten (sav)  als das Herz des Qurans bezeichnet und das Geheimnis der Neun Punkte wurde dir mittels ihr eröffnet. Deine Vision war ein Segen des Verses „Frieden! Ein Wort des erbarmenden Herrn.“ (36.58)

    Jeder jener Neun Punkte wird von neun Heiligen repräsentiert, die sich auf der höchsten Stufe in der göttlichen Gegenwart befinden. Sie sind die Schlüssel unerhörter Kräfte des Menschen, jedoch gibt es keine Erlaubnis diese Schlüssel zu benutzen. Dies ist ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird, bis nicht Mahdi (ks) und Jesus (ks)erschienen sind.

  • Unser Treffen war ein gesegnetes. Möge es ein Geheimnis in deinem Herzen bleiben, erzähle keinem davon in diesem Leben. Abd an-Nur ist dein Name bei uns, du kannst bei uns bleiben oder gehen, wie es dir beliebt. Du bist immer herzlich willkommen. Du hast Sicherheit und Schutz in der göttlichen Gegenwart erlangt. Möge Gott dich segnen und dich in deinem Bemühen stärken.

    Seine Zustände und Diskurse nach seiner zweiten Abgeschiedenheit

    Im Alter von dreißig Jahren wurde Sheikh Abd Allah aufgetragen sich erneut für fünf Jahre zurückzuziehen und sich zu läutern. Während dieser Zurückgezogenheit offenbarten sich ihm viele Visionen und Zustände, die niemals in diesem einen Buch gefasst werden können. Nach dieser zweiten Abgeschiedenheit nahm seine spirituelle Kraft ins unermessliche zu. Folglich wurde er so berühmt, dass selbst zu Lebzeiten seines eigenen Sheikhs, Menschen zu ihm strömten um von seinem Wissen zu lernen.

    Ausgewählte Diskurse

    Ich berichte von keiner Stufe, keiner Manifestation und von keinem Rang, welche ich auch nicht sogleich inne wohnte. Ich bin nicht wie viele andere. Niemals erzähle ich meine Sicht von meinem Herzen abwendend von Stufen, deren Wirklichkeit ich auch nicht kenne. Nein! Zunächst ging ich den Weg und lernte wie er beschaffen war. Ich las alle Wirklichkeiten und Geheimnisse auf, die man auf dem Weg finden konnte. Unermüdlich schritt ich voran, bis mir schließlich das Wissen der Gewissheit, die Sicht der Gewissheit und die Wahrheit der Gewissheit zuteil ward. Erst dann berichte ich euch und gebe euch eine kleine Geschmacksprobe von dem, was ich kostete, und befähige euch schließlich meine Stufen ohne jegliche Schwierigkeit zu erreichen.

    Es gibt fünf Stufen des Herzens: qalb, sirr, sirr, as-sirr, khafaund akhfa. Qalbist das Herz. Sirrdas Geheimnis. Sirr as-sirrdas Geheimnis hinter dem Geheimnis. Khafadas Verborgene. Und schließlich akhfadas Verborgenste. Das Geheimnis dieses Ordens basiert auf diesen fünf Stufen des Herzens (lataif).

    Latifat al-qalb, das Herz ist unter der Autorität Adams (ks), denn er repräsentiert den physischen Teilaspekt des Herzens. Latifat as-sirr, das Geheimnis unterliegt Noah (ks), denn es ist das Gefäß welches vor dem Ozean der Finsternis und der Flut der Unwissenheit gerettet wird. Latifat sirr as-sirr, das Geheimnis hinter dem Geheimnis ist zweier Propheten: Abraham (ks) und Moses (ks), welche die göttliche Gegenwart auf der Erde repräsentieren. Gott ernannte Abraham (ks) zum Symbol all Seiner Kalifen auf dieser Erde, so wie es in dem Vers über die Erschaffung der Menschheit geschrieben steht (2:30).

  • Moses (ks) wurde mit dem Hören und der Rede Gottes begnadet, welche zwei essentielle Voraussetzungen des Wissens sind.

    Latifat al-khafa, das Verborgene gehört Jesus (ks)  aufgrund seiner Verbindung mit dem verborgenen Wissen. Er stellt das spirituelle Verständnis dar. Latifat al-akhfa, das Verborgenste gebührt der Wirklichkeit Muhammeds (sav), denn ihm ward solch Stufe über allen anderen Propheten und Gesandten gewährt. Er war derjenige, der in der Nacht der Himmelsreise in die göttliche Gegenwart hochgetragen wurde. Diese Ehrung kommt durch die heiligen Worte des Glaubensbekenntnisses zum Ausdruck: „Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammed ist der Gesandte Gottes.“

    Das Licht all dieser Stufen wurde mir offenbart. Das Licht der Herzens ist gelb. Das des Geheimnisses rot. Das Licht des Geheimnisses hinter dem Geheimnis ist weiß. Das des Verborgenen grün. Und schwarz ist das Licht des Verborgensten.

    Diese fünf Stufen sind die Zentren der Neun Punkte, welche den Brennpunkt der göttlichen Inspirationen im Herzen eines menschlichen Wesens darstellen. Diese Neuen Punkte befinden sich auf der Brust einer jeden Person und sie geben die verschiedenen verborgenen Zustände in einem jeden menschlichen Wesen wieder. Jede Stufe steht mit einem Heiligen in Verbindung, der die Autorität über den Punkt besitzt.

    Ist der Suchende auf dem Naqshbandi Weg im Stande den spirituellen Kontakt mit jenen Meistern zu entschleiern und herzustellen, so mag ihm das Wissen und die Kraft jener Neun Punkte gewährt sein.

    Die Vorgehensweise zur Eröffnung dieser Neun Punkte kann nur ansatzweise beschrieben werden. Für die erste Stufe bedarf es der Einsperrung des Egos. Der Schlüssel zur zweiten Stufe ist das dhikrmit „la ilaha ill-Allah>“. Die dritte Stufe besteht aus dem Eingravieren des Namen Gottes auf das Herz (naqsh). Die vierte Stufe bezieht sich auf die Bedeutung jener Gravur. Die fünfte Stufe ist das Prägen dieser Gravur durch das dhikr. In der sechsten Stufe kann nach Belieben der Herzschlag gestoppt oder fortgesetzt werden. Die siebte Stufe bedeutet sich bewusst zu werden, wie oft das Herz aufgehört hat zu schlagen und wie oft es geschlagen hat. In der achten Stufe rezitiert man „Muhammedun Rasul Allah„ (sav)  bei jedem Zusammenpressen und Entspannen des Herzens. Die neunte Stufe beschreibt den Rückzug in deine Höhle, so wie Gott in der Sure al-Kahf sagte: „Wenn du dich von ihnen abwendest und von den Dingen, die sie neben Gott anbeten, so ziehe dich in die Höhle zurück. Dein Herr wird Seine Barmherzigkeit auf dich herab strömen lassen...“ (18:16)

  • Die Höhle ist die göttliche Gegenwart. Zu diesem Zeitpunkt wird das Gebet des Propheten rezitiert: „O Gott, Du bist mein Ziel und Dein Wohlgefallen ist das, nach dem ich strebe.“ Des Herzenszyklus beim Zusammenpressen und Entspannen existiert in der Essenz der göttlichen Gegenwart. Weil jene göttliche Essenz der Quell aller Geschöpfe ist, wird das Herz auch mit den winzigsten Geschöpfen eins sein. Das Herz, das die Geheimnisse der Neun Punkte erlangte, wird im Stande sein alles zu sehen, zu hören, zu wissen, zu kosten und zu fühlen „und schließlich wird Er zu den Ohren mit denen er hört, zu den Augen mit denen er sieht, zu der Zunge mit der er spricht, zu der Hand mit der er greift, zu den Füßen mit denen er läuft. Er wird herrlich sein und sagt er zu einem Ding Sei! So wird es sein

    Sheikh Sharafuddins Testament

    In seinen letzten Tagen schrieb Sheikh Sharafuddin sein Testament und übergab es Sheikh Abd Allah. Zu jener Zeit sagte er ihm voraus: „Nach dem ich gestorben bin, wird es für dich die Möglichkeit geben, die Türkei zu verlassen. Ergreife diese Chance, denn deine Aufgabe liegt nicht hier, sondern außerhalb der Türkei.“

    Sheikh Abd Allah hatte zwei Töchter von seiner Ehefrau; die älteste hieß Rabia und die jüngere Madiha. Die neun anderen Kinder hatten nicht überlebt. Nach dem Scheiden seines Sheikhs, sandte König Faruq aus Ägypten eine Delegation, denn Sheikh Sharafuddin hatte auch viele Schüler in Ägypten. Einer der Prinzen, die angereist waren, gefiel seine Tochter Madiha. Er verliebte sich in sie und warb um ihre Hand.

    Sheikh Abd Allah verstand, dass nun die Zeit der Ausreise gekommen war. So nahm er den Antrag an und die Heirat war schließlich mit der Zustimmung seiner Tochter perfekt. Schon bald empfing er eine Einladung ihres neuen Ehemannes nach Ägypten. Er sagte:

    Ich ging nach Ägypten zu meiner Tochter. Die Beziehung zwischen ihr und ihrem Ehemann war nicht gut. Nach einiger Zeit kam es wie es kommen musste und die Scheidung wurde eingereicht. Ich befolgte den Rat meines Sheikhs und besorgte ein Schiff für meine Frau und meine Töchter, mit dem wir von Alexandria nach Latakia reisten. Von Latakia ging ich nach Aleppo, wo ich schließlich mit nur noch zehn Cents in meiner Hosentasche landete. Ich hatte sonst gar keinen anderen Besitz. Ich ging in die Moschee und verrichtete das Abendgebet mit meiner Ehefrau und meinen Töchtern. Plötzlich näherte sich mir ein Mann und sagte: „O mein Sheikh, bitte werde mein Gast.“ So bewirtete er uns. Es schien ein Wunder meines Sheikhs zu sein, das uns von der Türkei nach Ägypten und von dort aus nach Aleppo brachte, wo Gott uns seine Gunst öffnete.

  • Er bleib einige Zeit in Aleppo, wo sich die Menschen freuten solch einen ehrenvollen Gast zu haben. Gelehrten besuchten ihn und lauschten seinem faszinierenden Wissen. Sie nannten ihn „den Wiederbeleber der Religion.“ Jetzt ging er weiter nach Homs, wo er die Moschee und das Grabmal des Propheten Gefährten Khalid ibn Walid (ks)  besuchte. Jedoch blieb er nur kurz in Homs. So zog er weiter nach Damaskus in den Maidan Bezirk nahe dem Grabe von Saad ad-Din Jibawi, einem Heiligen aus der Familie des Propheten (sav). Dort eröffnete er die erste Herberge des daghestanischestammigen Naqshbandi Ordens. Durch ihn kehrte nun die Goldenen Kette die nach Sheikh Khalid Damaskus mit Sheikh Ismail in Richtung Daghestan verlassen hatte, wieder nach Damaskus zurück. Dort verheiratete er auch seine zwei Töchter. Rabia hatte vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen. Und Madiha heiratete Sheikh Tawfiq al-Hibri, einem der großen Islam Gelehrten aus dem Libanon.

    Mehr und mehr füllte sich seine Herberge. Jeder kam zu ihm, seien es die Sufis, die Regierungsleute, die Geschäftsleute oder die normalen Bürger gewesen. Schüler suchten jeden Tag seine Türe der Weisheit auf. Für alle gab es stets etwas zu essen und jeder wurde rund um versorgt.

    Dann empfing er den spirituellen Befehl auf den Berg Qasiyun umzuziehen. Dort ist der höchste Punkt von Damaskus und man kann von da aus die ganze Stadt überblicken. Mit seinen beiden Schülern Sheikh Muhammed Nazim Adil und Sheikh Husayn Ali errichtete er ein Haus, welches noch heute mit seiner Moschee besichtigt werden kann. In einer Vision sah er, während er die Moschee baute, den Prophet (sav), Abu Bakr as.Siddiq (ks), Ali (ks), Shah Naqshband und Ahmed al-Faruqi erscheinen und die Grundpfeiler der Moschee legten. Als die Vision endete, waren die Pfeiler Wirklichkeit geworden und jeder konnte dieses Wunder sehen. Tausende Menschen sollten in ihr einst Heilung, Segen und Wissen finden.

    Noch viele Male trug ihm der Prophet (sav)  auf sich während einem Zeitraum von vierzig Tagen bis zu einem Jahr zurückzuziehen. Manchmal isolierte er sich in Damaskus, manchmal im Jordan, in Baghdad beim Grabe des Abd al-Qadir Gilanis oder auch in Medina. Durch dieses harte spirituelle Training, erschloss er sich immer neue Horizonte.

    Einmal sandte er über Mawlana Sheikh Nazim eine Botschaft zu Sharif Abd Allah, dem König von Jordanien und einem seiner Schüler, er möge nicht bei den gemeinsamen Gebeten teilnehmen, vor allem nicht am Freitagsgebet, denn ein Attentat werde auf ihn geplant. Jedoch nahm Sharif Abd Allah diese Warnung nicht ernst und wurde nach dem Freitagsgebet ermordet.

  • Einer unserer Cousins wurde in Beirut von einer Kugel getroffen. Umgehend brachte man ihn in die Notaufnahme. Völlig erschüttert suchten wir Großsheikh um Rat. Kaum hatten wir ein Wort gesagt, da sprach er schon: „Geht zurück! Es war ihm vorherbestimmt zu sterben, jedoch wird er durch mein Gebet weiter leben. Seine Operation wird erfolgreich sein.“ Als wir dann wieder bei unserem Cousin waren, lag er noch im Koma und man bereitete bereits die OP vor. Wir informierten seine Mutter über die Worte des Großsheikhs um ihr zumindest Hoffnung zu machen. Am nächsten Tag fand unser Cousin wieder zu Bewusstsein. Er erklärte: „Ich sah wie Großsheikh auf mich zukam und mich operierte. Das hat mich gerettet.“

    Sheikh Abd Allah berichtete oft von den vorherbestimmten Sachen. Diesbezüglich sagte er:

    Es gibt zwei Arten des Schicksals. Zum einen das veränderliche Schicksal. Es steht auf den Tafeln niedergeschrieben. Dieses wird durch den eigenen Willen, das Verhalten und durch Ursache und Wirkung beeinflusst. Alle Heiligen können dieses Schicksal für ihre Schüler umwandeln, um sie zu trainieren und ihr Schicksal durch das Verändern ihres Verhaltens und ihrer Taten ins Gute zu ändern. Sheikhs können das veränderliche Schicksal zu Gunsten ihrer Schüler beeinflussen, denn sie sind gemäß dem göttlichen Willen miteinander verbunden.

    Der zweite Typ des Schicksal steht in der Mutter der Schrift, so wie es im Vers heißt: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39). Dieses Schicksal steht fest. Heilige greifen niemals in dieses Schicksal ein, denn es ist in den Händen des Schöpfers.

    Der Beweis das Gottes Vorherbstimmung verändert werden kann, geht aus dem folgenden Vers heraus: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39)

    Wir wissen ,das Umar (ks)  in seinen Gebeten sagte: „O Gott, hast du mir die Schwierigkeit vorherbestimmt, so nimm sie von mir und wandle sie in Glück um.“

    Gott sagte: „Sprich: Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens vor dem Übel dessen, was Er erschaffen“(113:1-2)

    Die Rezitation jenes Gebetes, zu dem Zeitpunkt, wenn einen das Gute erreicht, wird das Übel ablenken.

  • Gute Taten und die Pflege der Verwandtschaftsverhältnisse schützen vor einem schlechten Tod und ändern ihn sogar in einen guten um. (Tirmdhi, Zakat #28)

    Die Bittgebete und das Leid warten in dem Sphäre zwischen Himmel und Erde, die Bittgebete wehren das Leid ab, bevor es überhaupt im Stande ist jemanden zu befallen. (Ibn Majah, Muqaddima #10, Fitan #66, Tirmidhi, Witr #21, Qadar #6; Ahmad 5:277, 180, 181; Ibn Hibban.)

    Gott gewährte jedoch den Neun Heiligen, die die höchste Stufe der göttlichen Gegenwart repräsentieren, dieses feststehende Schicksal mit der Erlaubnis des Propheten (sav)  und Gottes zu verändern. Sie kontrollieren die Neun Punkte des menschlichen Bewusstseins, das in Verbindung mit den verschieden Stufen des Fortschritts eines Suchenden auf seinem Weg zu der göttlichen Gegenwart steht. Gott gab diesen neun Heiligen, deren Anzahl sich seit dem Propheten (sav)  niemals verändert hat, die Kraft das Sultan adh-Dhikr einzusetzen, die Größte Erinnerung.

    Jeder weiß, dass dhikr hauptsächlich aus dem Aufsagen der Worte „la ilaha ill-Allah“ besteht. Das Sultan ad-Dhikr jedoch unterscheidet sich vollkommen von dieser Art der Gotteserinnerung.

    Gott sagte: „Wir sandten die Warnung (dhikr) herab, wir wollen sie hüten.“ (15:9) Das hier erwähnte dhikr ist der Heilige Quran. Das dhikr dieser neun Heiligen, bedeutet neben „la ilaha ill-Allah“ auch das Geheimnis des Qurans. Sie rezitieren den Quran nicht auf eine Weise, so wie wir sie kennen, sondern sie lesen ihn mit alle seinen Geheimnissen und inneren Wirklichkeiten.

    Denn Gott sagte: „... und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch“ (6:59) Es gibt kein Geschöpf Gottes, das nicht bereits mit all seinen Geheimnissen im Heiligen Quran erwähnt wurde.

    Folglich rezitiert jener bei dem Sultan adh-Dhikr alle Geheimnisse der Geschöpfe, vom Anbeginn bis zum Ende. Gott gab jedem Buchstaben des Qurans, gemäß den neun höchsten Meistern des Naqshbandi Ordens (dies ist das erste Mal das dieses Geheimnis gelüftet wird) zwölf tausend Arten des Wissens. Der Quran enthält ungefähr 600,000 Buchstaben und von jedem Buchstaben können die Heiligen 12,000 Arten des Wissens herauslesen!

    Diese neun Heiligen unterscheiden sich untereinander auch in ihrer Stufe.

  • So kommt es zum Beispiel dazu, dass ein Heiliger das Sultan adh-Dhikr in seinem ganzen Leben insgesamt nur einmal rezitieren konnte. Wohingegen ein anderer drei Mal oder neun Mal oder 29 Mal.

    Es war von einem Sheikh zum anderen unterschiedlich. Shah Naqshband war im Stande es in seinem ganzen Leben 999 Mal zu rezitieren. Ahmed al-Faruqi 9,999 und Sheikh Sharafuddin 19,999 Mal.

    Sheikh Nazim sagte: „Bei jedem Atemzug atmete GroßSheikh Abd Allah ad-Daghestani das Sultan adh-Dhikr ein und aus. In jedem Atemzug las er das Geheimnis des Qurans somit zwei Mal.

    Ein Treffen mit John Bennett

    Einer der vielen Besucher und Suchenden an der Türe des Großsheikhs war auch der Engländer John G. Bennett. In einigen Büchern erinnert er sich der Treffen mit Sheikh Abd Allah.

    Bennet schreibt in Concerning Subud: „Sheikh Abd Allah ist ein wahrer Heiliger, in dessen Gegenwart man selige Geborgenheit verspürt.“ In Witnessbeschreibt er:

    Der Sheikh erwartete mich auf dem Dach seines Hauses. Es befand sich weit über der Stadt und hatte eine wunderschöne Aussicht.

    ... Ich fühlte mich sicher bei ihm und schon bald erfuhr ich eine gigantische Freude, die den Platz ganz und gar zu erfüllen schien. Von da an verstand ich, dass ich mich in der Gegenwart eines wahrlich guten Menschen befand.

    Nach dem er mich für mein exzellentes Türkisch gelobt hatte, überraschte er mich sehr, als er mich fragte: Warum hast du die Dame, deine Schwester, die dich begleitete nicht auch hierher gebracht? Ich habe auch eine Nachricht für sie.“ Es war unwahrscheinlich, dass ihm irgendjemand von Elizabeth berichtet haben konnte. Wir gingen ohne Umwege in Richtung seines Hauses und der Dadji, mein Reiseführer, brachte mich zu seiner Türe ohne zu jemandem gesprochen zu haben. Ich antwortete ihm, da er ja ein Muslim war, nicht mit einer Frau sprechen wollte. Daraufhin erwiderte er ganz einfach: „Warum denn nicht? Regel und Bräuche sind für den Schutz der Engstirnigen; sie betreffen mich nicht. Bring sie doch einmal mit, wenn du das nächste Mal nach Damaskus kommst.“ Ich versprach ihm, ich werde es bei Gelegenheit nachholen.

    Lange saßen wir still da und betrachteten die alte Stadt.

  • Als er angefangen hatte zu reden, viel es mir sehr schwer aus meinen Träumerein zu erwachen. Er sagte: „Ich erwartete heute jemanden, aber ich dachte nicht, dass du es sein wirst. Vor einigen Nächte erschien mir in meinem Zimmer ein Engel, der mir mitteilte, dass du mich besuchen kommst und das ich dir drei Botschaften mitgeben solle. Du batest Gott um Seine Rechtleitung für deine Ehefrau. Sie ist unter Gottes Schutz. Du hast versucht ihr zu helfen, aber das war falsch. Du behinderst das Werk Gottes an ihrer Seele. Es gibt keinen Grund für dich, dich dermaßen um sie zu sorgen. Du brauchst nicht versuchen zu verstehen.

    Die zweite Mitteilung bezieht sich auf dein Haus. Du fragtest Gott, ob du deinen eigenen Weg gehen solltest oder anderen folgen. Hab Vertrauen in dich. Zwar wirst du von den Armeniern verfolgt werden, aber fürchtete dich nicht. Ziehe so viele Menschen wie nur möglich an dich, sei nicht unentschlossen, auch wenn andere Menschen zornig über dich sind.“

    Danach verstummte er wieder. Ich war voll und ganz erstaunt, denn es waren wahrlich meine zwei Fragen gewesen ...

    „Die wichtigste Botschaft ist die letzte. Wisse, die Welt ist voller Niederträchtigkeit. Menschen haben sich dem Götzendienst am Materialismus hingegeben und können sich nicht mehr aufrappeln Gott anzubeten. Jedoch hat Gott zu jeder Zeit Menschen gesandt, die die Menschen aus solch Miesere führen sollen. So ein Gesandter ist bereits auf Erden und er ist vielen bekannt. Bald wird er auch in den Westen gehen. Aber davor müssen ihm einige Auserwählte den Weg dazu ebnen

    ... Es wurde mir gezeigt, dass du einer jener Auserwählten bist

    ... Jener Gesandte wird auch in dein Land kommen und sogar in dein Haus ...

    Lasse niemals vom Gottesdienst ab, du darfst ihn nur nicht zeigen. Verhalte dich äußerlich wie die anderen. Gott ernannte zwei Engel, die sich um dich kümmern werden. Einer wird dich führen, auf dass du nicht mehr die alten Fehler begehest. Der andere wird für dich die religiösen Pflichten verrichten, für du nicht im Stande bist. Auch rate ich dir so oft wie möglich „la ilaha ill-Allah“ zu wiederholen, welches bedeutet, ich gebe mich dem Willen meines Herrn hin.

    Als ich sagte, dies sei doch die islamische Glaubensbekenntnis, da erwiderte er, es ist mindestens genauso viel christlich wie es islamisch ist, denn die Grundlage jeder Religion ist die Hingabe an den Willen Gottes und die Abkehr vom Egoismus.

  • Sein Verlassen dieser Welt

    Wir beobachteten viele Wunder unseres GroßSheikhs. Sein Leben war durch und durch erfüllt von heilbringenden Taten. Stets lächelte er und war niemals sauer. Und obwohl er kein Einkommen hatte, so hatte er dennoch reichlich Anzubieten in seinem Hause. Wie konnte das sein, das war die Frage vieler. Unangekündigt trafen manchmal bis zu zwei hundert Leute bei ihm ein und dennoch war immer für Essen gesorgt. Oft wundert wir uns: „Woher war doch noch mal dieses Reis und Brot und Fleisch hergekommen?“

    Selten sah ich ihn in der Nacht schlafen. Am Tage empfing er Gäste und in der Nacht zog er sich in sein Zimmer zurück und rezitierte den Quran und Segenswünsche auf den Propheten (sav). Es war eine seiner Gewohnheiten nach Mitternacht bis zum Morgenrauen zu beten. Er bemühte sich den Bedürftigen so gut wie nur möglich zu helfen und bot den Obdachlosen einen Aufenthaltsort für die Nacht in seiner Moschee an. Kurzum, er war ein Diener der Menschheit. Nichts kann auch nur ansatzweise seine Güte beschreiben.

    (Die folgenden Übersetzungen stammen aus der Morgenstern Ausgabe Nr.10)

    Eines Tages im Jahre 1973 sagte GroßSheikh Abd Allah: „Der Prophet (sav)ruft mich. Ich muss gehen und ihn treffen. Er erzählte mir: ‚Du wirst zu mir kommen, nachdem du eine Operation an deinem Augen gehabt haben wirst’“, und das bezog sich auf die Kurzsichtigkeit in seinem linken Auge. Er gab uns einen Wink, dass er dahinscheiden würde, aber wir waren nicht in der Lage, jenen Wink zu akzeptieren. Er war lebendig in uns und lebendig in all jenen, die ihn kannten, selbst in den Katzen, die immer um ihn herum waren.

    Nachdem er zur Augenoperation gegangen war, hörte er auf zu essen. Wir bettelten ihn, zu essen, aber er weigerte sich, indem er sagte: „Ich bin in vollständigem Rückzug, weil der Prophet (sav)  mich ruft.“ Er wollte nur einmal am Tag trockenes Brot annehmen, das, in das Wasser eingetaucht, weich gemacht worden war. Er sagte: „Ich will nicht länger leben, ich will mich mit meinem Propheten (sav)  verbinden und mit ihm sein. Er ruft mich, Gott ruft mich.“ Das war wie ein Donnerschlag für uns, aber wir konnten es noch nicht glauben. Dann schrieb er sein Testament und sagte: „Nächsten Sonntag werde ich dahinscheiden.“ Es sollte der 30. Dezember 1973 sein, der 4. Ramadan 1393. Alle waren geschockt und erwarteten voller Angst diesen Tag, um zu sehen, ob seine Vorhersage eintreffen würde.

  • Es war zehn Uhr an dem Sonntag, den er vorausgesagt hatte, und wir saßen in seinem Raum. Er sagte zu mir: „Fühle meinen Puls.“ Ich fühlte seinen Puls, und er war über 150. Dann sagte er: „O mein Sohn, dies sind die letzten Sekunden meines Lebens. Ich möchte niemanden hier haben. Alle müssen hinausgehen und zum großen Versammlungsraum gehen.“ Nur zehn von uns waren im Raum. In diesem Augenblick kamen zwei Ärzte an: einer war mein Bruder und der andere ein Freund. Sie beide waren Chirurgen. Großsheikh erlaubte niemand anderem als der Familie, in dem Raum zu sein.

    Wir hörten seine Töchter hinausschreien: „Mein Vater ist gestorben! Mein Vater ist gestorben!“ Wir alle rannten in den Raum, und wir sahen, dass Großsheikh sich nicht bewegte. Schnell prüfte mein Bruder seinen Puls und seinen Blutdruck, aber sie waren nicht zu entdecken. Er rannte hysterisch zum Auto, um eine Spritze zu holen und kehrte Minuten später zurück. Er kam in derselben Weise wieder herein und wollte dem Sheikh eine Injektion ins Herz geben, um den Herzschlag wieder in Gang zu setzen. Der andere Doktor sagte: „Was machst du? Der Sheikh ist seit über sieben Minuten tot. Hör auf mit der Verrücktheit.“ Aber er wollte nicht aufhören und bestand darauf, die Injektion anzubringen. Da öffnete Großsheikh die Augen, hielt seine Hand hoch und sagte auf türkisch: „Burak“, was „Hör auf!“ bedeutet.

    Alle waren schockiert. Sie hatten nie zuvor einen Toten sprechen hören. Ich werde das niemals in meinem ganzen Leben vergessen. Alle Anwesenden, Professoren und Doktoren, werden es ebenso nicht. Danach legte mein Bruder seine Instrumente weg. Er stand da unter Schock und wusste nicht, was er sagen sollte. War er tot oder nicht? Verbarg er sich nur kurz, um nach kurzem wiederzukommen? Das ist das Geheimnis das Gott Seinen Geliebten und Heiligen gibt, die in seinem Königtum reisen, in Seiner Liebe und Seinen Geheimnissen. Es war ein unvergesslicher Tag.

    Die Nachricht seines Scheidens war wie ein gewaltiger Tornado, der durch Damaskus, Aleppo, Jordanien, Beirut wirbelte. Von überall her kamen Leute, um einen letzten Blick auf ihn zu werfen. Wir wuschen ihn, und von seinem heiligen Körper ging ein wunderschöner Duft aus.

    Wir bereiteten für ihn die Totengebete und das Begräbnis am folgenden Tag vor. Alle Gelehrten von Damaskus warteten seiner Beerdigung auf. Vierhunderttausend Leute kamen zu seinem Totengebet. Leute standen aufgereiht von seinem Haus bis zur Moschee Ibn Arabai, wo sein Körper aufgebahrt lag. Als wir nach dem Totengebet zu seinem Haus zurückkehrten, sahen wir den Sarg über die Köpfe der Leute ohne Hilfe von irgend jemanden hinweg gleiten und sich zum Begräbnis in Richtung seiner Moschee hinbewegen.

  • Wegen der gewaltigen Menschenmenge in den Straßen brauchten wir drei Stunden, um von der Moschee Muhyiuddin Ibn Arabis bis zu GroßSheikhs Moschee zurückzulaufen, ein Weg, der normalerweise zwanzig Minuten in Anspruch nimmt.

    Alle weinten. Sie wollten nicht, dass der Sheikh beerdigt werde. Niemand konnte es glauben, und niemand konnte es akzeptieren. Es reichte, uns an den Zustand der Gefährten des Propheten Muhammed (sav)  zu erinnern, als er verschied. Wir verstanden, warum Umar, Uthman und Ali, möge Gott mit ihnen zufrieden sein, nicht akzeptieren konnten, dass der Prophet (sav)  verschieden war. Wir machten denselben Zustand durch und fragten uns wie Abu Bakr, möge Gott mit ihm zufrieden sein, jene Gefühle ertragen konnte.

    Alle Offiziellen der Regierung und Gelehrten waren in der Moschee und warteten darauf, ihn zu beerdigen. Dem Imam wurde von irgendwoher die Botschaft überbracht: „Beerdige Großsheikh nicht, bevor nicht Sheikh Nazim ankommt.“ Niemand konnte es glauben, da es keine Möglichkeit gegeben hatte, mit Sheikh Nazim in Kontakt zu treten, der in Zypern war. Es gab kein Telefon, kein Faxgerät und selbst ein Telegramm hätte zwei Tage gedauert. Niemand nahm an, dass die Nachricht echt war. Aber aus Liebe zu unserem Sheikh waren wir glücklich, sein Begräbnis hinauszuzögern, und bestanden darauf, zu warten, bis Sheikh Nazim angekommen wäre.

    Es war Ramadan, alle waren am Fasten. Die Gelehrten und die Menge wurden unruhig. Leute sagten, sie wollen gehen. Wir sagten ihnen, sie wären frei zu gehen, wenn sie wollten, aber das sie warten müssten. Nach einiger Zeit gingen die meisten Leute weg und nur die aufrichtigsten Anhänger des Sheikhs blieben zurück. Kurz vor Sonnenuntergang wurde Sheikh Nazim gesehen, wie er die Treppen hochstieg. Wie er so schnell angekommen war, wusste niemand. Es bleibt ein Rätsel bis zum heutigen Tag.

    Sheikh Nazim brachte Großsheikhs Körper zurück in die Moschee und betete erneut das Totengebet für ihn. Er begrub ihn mit seinen eigenen Händen. Als er das Leichentuch hoch hob, rochen wir den süßen Duft von Sandelholz, Amber und Moschus von einer Art, wie wir es niemals zuvor gerochen hatten. Dann bat uns Sheikh Nazim, alle hinauszugehen und das Fastenbrechen vorzubereiten. Nur mein Bruder und ich blieben und beobachteten vom Fenster aus, um zu sehen, was drinnen geschah.

    Er stand wie im Gebet am Kopf des Grabes. Dann verschwand Sheikh Nazim in einem Augenblick. Dieses Ereignis setzte unsere vorangegangene Überraschungen die Krone auf. Keine Worte konnten unsere Gefühle ausdrücken.

  • Fünfzehn Minuten vergingen, bis wir plötzlich Sheikh Nazim am selben Ort erschienen sahen, von wo er verschwunden war. Dann liefen wir zur Tür, als er herauskam. Er sagte: „Was! Immer noch da? Habt ihr euer Fasten noch nicht gebrochen? Macht nichts, meine Gesellschaft ist besser!“ Wir gingen hinunter, um das Fasten mit ihm zu brechen. Sheikh Nazim fuhr in dieser Nacht nach Beirut und nahm ein Flugzeug zurück nach Zypern.

    Seine Voraussagen

    Großsheikh Abd Allah ad-Daghestani, naqib al-ummah, möge Gott seine Seele heiligen, sagte viele Ereignisse voraus, von denen einige eingetroffen sind und wir einige noch erwarten.

    Im Jahr 1966 sagte er: „Im nächsten Jahr wird es einen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben. Die Araber werden besiegt werden.“ Er sagte voraus, dass ein weiterer Krieg zwischen Israel und den Arabern sich ereignen würde. Kurz bevor er verschied, sagte er: „Es wird innerhalb eines Monats einen großen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben.“ Das traf ein. Am dritten Oktober, drei Tage nach seinem Dahinscheiden, traten die Arber und Israel in einen weiteren Krieg ein.

    Einmal erwog Großsheikhs Tochter Madiha, mit ihrem Ehemann ein Haus in Beirut zu kaufen, und Großsheikh sagte: „Nein“. Sie bestand darauf, aber er sagte immer noch „Nein“. Sie bestand weiter darauf, aber er war unnachgiebig und sagte: „Beiraut wird von Blutvergießen betroffen sein, und niemand wird dieser Einwirkung entkommen.“ Er erwähnte das im Jahr 1972, und 1975 begann es sich zu ereignen. Bevor er verschied, sprach er zu uns: „Ich sehe euch in Tripolis, im Norden des Libanon.“ Das war seine Art, uns vorzuschlagen, von Beirut wegzuziehen.

    Er sagte: „Ich sehe England den Islam annehmen.“ Er sagte voraus, dass eine königliche Familie in Europa den Islam unterstützen würde, weil in ihrer Blutlinie das Blut von Arabern ist. „Dies wird sie zur Spiritualität hinziehen und in ihnen ein Interesse an vielen Glaubensrichtungen aufkommen lassen und sie zur göttlichen Gegenwart leiten.“

    Nach einem Bericht sagte er: „Als John Bennett mich traf und Zeugnis ablegte, dass Gott einer ist und Muhammed (sav)  der Gesandte Gottes, fragte er, was er tun könnte. Ich sagte ihm, er solle sein Bekenntnis geheim halten. Dadurch war er in der Lage, viele Leute in seiner Heimat England dazu zu bringen, Zeugnis abzulegen und sie für die Spiritualität zu interessieren.“

    „China ist unter der Autorität eines großen Heiligen, der in der Zeit Mahdis (ks)  und Jesu (ks)  einer der größten Heiligen sein wird.

  • Sein Name ist Abur Rauf al-Yamani. Durch seinen Einfluss wird China ein Abkommen mit dem Westen unterzeichnen, seine Nuklearwaffen nicht zu benutzen. China wird sich in viele kleine Länder aufspalten. Es wird Probleme im Fernen Osten auf der Koreanischen Halbinsel geben, und eine große Macht wird dazwischen kommen, diesen Konflikt zu stoppen.

    Ein nicht-arabisches Land im Mittleren Osten wird am Persischen Golf angreifen, was die ganze Welt darüber in Furcht setzen wird, dass die Quelle des Erdöls abgeschnitten wird.“

    Er sagte: „Kairo wird unter Wasser sinken.“ Später bauten die Russen den Assuan-Staudamm. Er enthält eine gewaltige Menge Wasser, und es ist kürzlich herausgefunden worden, dass er gelöste Verankerungen hat, die unterspült werden.

    Er sagte: „Zypern wird unter Wasser sinken, und der Berg Olymp in der Nähe von Bursa wird empor brechen. Unter ihm sind zwei Elemente, Gas und Feuer, die bis jetzt voneinander getrennt gehalten waren, und Heilige haben immer gebetet, dass diese Elemente sich nicht verbinden. Durch seine Explosion werden Hunderttausende von Menschen verletzt und obdachlos werden.

    Es wird einen Krieg im Golfgebiet geben, wo ein gewaltiges Feuer entbrennen und den Rest der Welt mit verwickeln wird.

    Deutschland und England werden ganz Europa führen. In Deutschland gibt es einen von Mahdi (ks)  und Jesus (ks)  angewiesenen Heiligen, der die Leute in der Spiritualität aufzubauen und zu trainieren hat.

    Es wird einen großen Wechsel in der Annäherung der Araber in der Politik geben, und ein machtvolles Regime wird sich zu einer besseren Art von Regierung hin ändern.“

    Bevor er verschied, sagte er in einem privaten Treffen mit einigen seiner engsten Schüler: „Es wird Frieden geben, und Amerika wird derjenige sein, der die Friedensgespräche leitet, welche den Krieg zwischen den Arabern und Israel beenden werden. Dies wird geschehen. Das Zeichen hierfür wird der Zusammenfall des Kommunismus und die Aufsplitterung des Russischen Reiches in viele Teile sein. Es wird kein Macht in dieser Welt geben außer für Amerika. Die meisten arabischen Regierungen werden sich den Amerikanern zuwenden. Der Konflikt wird sich vollkommen beruhigen, und Araber und Israelis werden in Frieden leben. Langsam wird jeder Konflikt auf Erden zu einem Ende gebracht werden, und überall wird Frieden sein.

  • Amerika wird das anführen. Alle werden glücklich sein, und niemand wird erwarten, dass jemals wieder der Krieg ausbricht.

    Plötzlich wird inmitten des Friedens ein Angriff auf die Türkei von einem Nachbarland aus stattfinden, und ein Krieg wird beginnen, gefolgt von einer Invasion der Türkei durch ein benachbartes Land. Dies wird die US Basen in der Türkei bedrohen und eine größere Katastrophe auf Erden und einen schrecklichen Krieg münden. Im Verlaufe des Krieges wird Mahdi (ks) hervortreten und Jesus (ks) wiederkommen. Sein wird sein, Spiritualität, Frieden und Gerechtigkeit zu bringen und Tyrannei, Furcht und Terror zu überwinden. Liebe, Glück und Frieden werden diese Erde mit der Macht Mahdis (ks)  und Jesu (ks) durch den Willen des Allmächtigen Gottes erfüllen.

    Das Geheimnis der Goldenen Kette wurde der Sonne der Sonnen, Sheikh Muhammed Nazim Adil al-Qubrusi ar-Rabbani an-Naqshbandi al-Haqqani übergeben.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Der ehrenwerteste und edelste unter den Heiligen, die Sonne und das Fundament dieses Universums, Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani wurde von seinem standhaften Glauben getragen. Ihn stillte der Segen des Erzfürsprechers, dessen Erbe er selbst einmal antreten sollte. Von neuem bekräftigte er die Religion.

    Hell leuchtete die Erde auf als Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani geboren wurde. Von der reinen Essenz der Wahrheit erleuchtet, war er der Schlüssel zu den verborgensten Geheimnissen. Großes wurde ihm auf jenem Weg seiner Vorfahren zuteil. Sufismus wurde zu seinem Blut. Prophet Muhammed (sav)zu seinem Herzen. Die göttliche Gegenwart zu seiner Seele. Er war der Stern des Wissens, der Erbe des vollkommenen Charakters. Zu einem Ozean der Weisheit geworden, geleitete er die Menschen ans Land der Glückseligkeit.

    Sein weiser Rat und seine Rechtleitung erfüllten die Welt. Könige kamen angekrochen. Gelehrte lauschten seinem Wissen. Es existierte nichts, das nicht auch durch seine Spiritualität ganz und gar durchdrungen war. Seinem Lichte wich die Finsternis und der Segen strahlte auf dem Antlitz der Menschheit hervor. Er war der vollkommene Heilige, die Säule der Wissenden.

    Auf der Suche nach der Glückseligkeit in diesem und im nächsten Leben, fanden die Menschen schließlich zu seiner Türe, welche zu seinem guten Rat aus der göttlichen Gegenwart führte. Sein übernatürliches Wissen verblüffte die Gelehrten und seine hohe Form der Askese fand in keinem Buch seinesgleichen. Uneigennützig opferte er seine Seele dem Durst der Welten. Er selbst glich einer Galaxie, deren Sonnen und Sterne alle Geschöpfe erleuchteten. Die Krone der göttlichen Liebe auf seinem Haupt, gewährte er der Menschheit den süßen Nektar der göttlichen Geheimnisse. Keiner Person entsagte er seinen spirituellen Atem. Die Finsternis der Unwissenheit schwand dahin im Lichte seines Wissens.

  • Er wurde in Daghestan im Jahre 1309 n.H. /1891 n.Chr. in eine Doktorenfamilie hineingeboren. Sein Vater war ein praktischer Arzt und sein Bruder ein Chirurg in der russischen Armee. Sein Onkel, Sheikh Sharafuddin ad-Daghestani, der Meister des Naqshbandi Ordens seiner Zeit, nahm ihn schon früh unter seine Obhut und trainierte ihn auf diesem Weg.

    In der Schwangerschaft teilt Sheikh Sharafuddin seiner Schwester mit:

    Dein Kind trägt keine Schleier auf seinem Herzen. Er wird im Stande sein die Vergangenheit wie auch die Zukunft sehen zu können, denn er ist einer jener Auserwählten, die unmittelbar von der Tafel des Geschicks lesen können. Ihm wird der Titel „Sultan al-Awliya“ gewährt sein. Die Heiligen werden ihn als „den Führer der Gemeinde Muhammeds (sav);“ bezeichnen. Auch wird er den Menschen lehren wie es ihnen gelingen kann in ihrem alltäglichen Leben Gottes niemals zu vergessen. Schließlich wird er dem Geheimnis jener beiden Aussprüche des Propheten (sav);„Ich habe ein Gesicht das den Schöpfer schaut und ein weiteres Gesicht das der Schöpfung zugewendet ist“ und „Ich habe eine Stunde mit dem Schöpfer und eine Stunde mit der Schöpfung“ inne wohnen.

    Nenne ihn Abd Allah, denn er wird das Geheimnis der Dienerschaft in sich tragen. Zudem wird er diesen Sufi Weg wieder den arabischen Ländern zugänglich machen. Außerdem wird sein Nachfolger den Orden in die westliche Welt und den Fernen Osten tragen. Passe sehr gut auf ihn auf. Wenn er dann sieben Jahre alt geworden ist, so überlasse ihn mir, denn ich werde ihn unter meinem Schutze auf die höchsten Stufen emporheben.

    Am 12. des Monats Rabi al-Awwal an einem Donnerstag gebar seine Mutter Amina ihr Kind, welches sie Abd Allah nannte. In der Nacht der Geburt schien sie jedoch zunächst hilflos alleingelassen. Ihr Ehemann war beschäftigt und ihr anderer Sohn nicht zu Hause. Auf einmal erschienen ihr die zwei ehrenwertesten Damen und unterstützten sie bei ihrer Geburt. Eine war Rabia al-Adawiyya und die andere war Asya (Gattin des Pharaos, die dennoch an den Propheten Moses (ks);glaubte) Sie standen ihr in dieser heiligen Nacht bei. Gerade als der Junge hervortrat, verschwanden jene beiden Damen und plötzlich traf ihr Ehemann ein, der ihr schließlcih die Geburt erleichterte.

    Seine Eltern hörten ihn kein einziges Mal weinen. Im Alter von einem Jahr sahen sie oft wie das kleine Kind mit seinem Haupt auf den Boden niedergesenkt sich vor seinem Herrn niederwarf. Seine Mutter, die ganze Familie und die Nachbarn, ja alle waren sie beeindruckt von diesem Wunderkind. Als er gerade mal sieben Monate alt war, konnte er schon sprechen und sich klar und deutlich ausdrücken. Keinem der anderen Kinder glich er.

  • Oft schweifte er mit seinem Kopf von rechts nach links und rezitierte dabei den göttlichen Namen. Auch konnte er bereits mit drei Jahren den Menschen ihre Zukunft voraussagen. Zudem kannte er die Namen von Menschen, die er zuvor noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Das ganze Land staunte über diesen Jungen. Die Menschen kamen in das Haus seiner Eltern um einmal dieses übernatürliche Kind sehen zu dürfen.

    Als er dann sieben Jahre alt geworden war, verfügte er über ein profundes Wissen über den Quran. Oftmals saß er bei seinem Onkel, Sheikh Sharafuddin, und beantwortete die Fragen, die man ihm stellte. Seine Antworten bezüglich des göttlichen Gesetzes waren sehr präzise und genau, obwohl er doch die Rechtswissenschaft nicht studiert hatte. Zusätzlich belegte er seine Aussagen mit den Versen des Qurans und den Überlieferungen ohne sich jemals deren Studium unterzogen zu haben. So fühlten sich die Menschen nur noch mehr zu ihm hingezogen

    Das Haus seines Vaters füllten stets unzählige Besucher, die nach Lösungen und Antworten suchten. Denn sie wussten, dass die Antwort wenn nicht bei ihm, sonst nirgendwo gefunden werden konnte. Sein Ruhm schien schon während seinem siebenten Lebensjahr keine Grenzen zu kennen. Die Dorfbewohner kamen jetzt schon vor ihrer Hochzeit zu ihm und suchten zunächst seinen Rat auf. Sie fragten ihn, ob die Heirat erfolgreich sein würde und ob sie dem göttlichen Willen gefiele.

    Gelehrte, die seine Entscheidungen pedantisch untersuchten, mussten letztlich seiner Rechtssprechung voll und ganz zustimmen. Wissende waren dermaßen von seinen Weisheiten beeindruckt, obwohl er gerade mal sieben war, dass sie von weit weg zu ihm strömten um ihm lauschen zu dürfen. Verwundert frage ihn sein Onkel, wie er denn so endlos und unermüdlich wie ein Quell von den Geheimnissen berichten konnte. Er erklärte: „O mein Onkel, es ist so als ob all dieses Wissen vor meiner Nase auf Tafeln geschrieben steht und ich nur abzulesen brauche.“ Er drang tief in das Wissen hinein und erschloss Dinge, von denen man vorher erst gar nicht wagte zu träumen. So verkündete er schließlich im Alter von sieben Jahren allen Heiligen: „Teilte ich mit euch all das, was mir von der göttlichen Gegenwart in die Brust gelegt wurde, so durchtrennten selbst die Heiligen meinen Hals.“

    Sorgfältig hielt er die Vorschriften der göttlichen Gebote ein. Stets erschien er als erster in der Moschee, in den Kreisen des dhikrs, auf den Treffen der Gelehrten.

    Überall bewunderte man ihn für seine Heilkraft. Als man ihm Menschen verschiedenster Krankheiten vorführte, las er die Sure al-Fatiha, pustete über sie und sie waren geheilt. So half er auch den Kranken, die weit weg von ihm lebten.

  • Menschen kamen zu ihm und baten ihn um sein Gebet für die Eltern, die Ehefrau oder für jemand anderen, der einfach nicht im Stande war zu kommen. Für sie las er einmal die Fatihaund auch sie waren von ihrem Leid erlöst. Die Heilkraft war einer seiner unzähligen Besonderheiten.

    Über sich selbst

    Ich bin ein Nachfahre des Miqdad al-Aswad (ks), welchen der Prophet zu seinem Stellvertreter in Medina bestimmte, wenn er gerade auf Reisen war. Wie mein Onkel erbte auch ich den Handabdruck des gesegneten Propheten (sav)  auf meinem Rücken, der damals entstanden war als der Prophet (sav)  seine gesegnete Hand auf meinen Großvater Miqdad ibn al-Aswad (ks);gelegt hatte. Von diesem Muttermal strahlt ein glänzendes Licht hervor.

    Sheikh Abd Allah wurde in eine sehr grausame, von Tyrannei bestimmte Zeit hineingeboren. Folglich beschlossen sein Onkel, das spirituelle Oberhaupt des Dorfes, und sein Vater, ein angesehener Doktor, von Daghestan in die Türkei zu emigrieren. Als der Entschluss gefasst worden war, befragte man Sheikh Abd Allah um seinen spirituellen Rat. Sheikh Abd Allah beschreibt das Ereignis wie folgt:

    In jener Nacht hatte ich gerade das Nachtgebet verrichtet. Ich erneuerte meine Gebetswaschung und verrichtete anschließend zwei Gebetseinheiten. Danach meditierte ich und verband mich über meinen Sheikh, meinem Onkel, mit dem Propheten (sav). Plötzlich kam der Prophet (sav)  mit seinen 124,000 Gefährten mir entgegengelaufen. Er sagte: „O mein Sohn, ich setze all meine Kraft und die meiner 124,000 Gefährten frei. Überbringe deinem Onkel, ihr möget umgehend in die Türkei auswandern.“

    Nach diesen Worten umarmte mich der Prophet (sav)  und dabei verschwand ich in ihm. In dem Moment als ich mich in ihm aufgelöst hatte, machte ich vom Felsendom die Himmelsreise des Propheten (sav)  nach. Mich trug der selbe Buraq, der auch den Propheten (sav)  damals getragen hatte. In einer wahrhaftigen Vision stieg ich immer weiter empor bis zur Nähe Gottes, über die es heißt „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher“ (53:9). Dort sah ich nur noch den Propheten (sav)  und nicht mehr mich selbst.

    Ich war ein Teil des Wesens des Propheten (sav). Durch diese Himmelsreise übergab mir der Prophet (sav)  die Wirklichkeiten, die ihm damals zuteil geworden waren. All diese verschiedenen Arten des Wissens strömten unzählig in mein Herz in Worten des Lichtes, dessen Farbe von grün in purpur überwechselte.

  • Jetzt hörte ich eine Stimme aus der göttlichen Gegenwart: „Nähere dich, O mein Diener, komm in meine Gegenwart.“ Als ich durch den Propheten (sav)  immer näher gekommen war, verschwand alles; selbst die spirituelle Wirklichkeit des Propheten (sav)  war nicht mehr da. Nun existierte nichts mehr außer dem Allmächtigen Herrn.

    Dann vernahm ich eine Stimme von all diesen Lichtern und Attributen, die in Seiner Gegenwart aufgeleuchtet waren, hervortreten: „ O mein Deiner, betrete den Zustand der Existenz durch dieses Licht.“ Nachdem ich mich vollständig aufgelöst hatte, existierte ich nur noch durch den Propheten (sav)  in der göttlichen Gegenwart und mich zierten die Neun-und-Neunzig Namen und Attribute. Dann sah ich mich in dem Propheten (sav)  und so erschien ich in jedem Geschöpf, das durch Gottes Kraft existierte. Schließlich ereichte ich eine Stufe, in der ich erkannte, dass es neben unserem Universum noch viele anderen Universen gibt, dass wir nicht die einzigen Geschöpfe Gottes sind, sondern dass es unzählige Schöpfungen gibt. Plötzlich klopfte jemand auf meine Schulter. Die Vision endete. Es war mein Sheikh. „O mein Sohn, es ist Zeit zum Morgengebet.“

    Mit mehr als 300 Dorfbewohnern verrichteten wir das Morgengebet. Nach dem Gebet stand mein Onkel auf und sagte: „Wir baten meinen Neffen um seinen spirituellen Rat.“ Neugierig blickte jeder zu mir und erwartete, was ich zu sagen hatte. Sofort übernahm mein Onkel das Wort: „Mittels meiner Kraft wurde er in die Gegenwart des Propheten (sav)  getragen. Der Prophet gab jedem die Erlaubnis in die Türkei zu emigrieren. Dann führte er ihn zu jener Stufe der Nähe Gottes, über die es im Quran heißt: „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher.“ (53:9) Anschließend offenbarte er ihm solch Wissen, das keinem Heiligen, einschließlich mir, zuvor zuteil geworden ist. Seine Himmelsreise war eine Lehre für vergangene und gegenwärtige Heilige und ein Schlüssel, der endlose Ozeane des Wissens und der Weisheit eröffnete.“

    Ich sagte zu mir selbst: „Mein Onkel war in jener Vision mit mir und es war durch seine Kraft, dass mir solch eine Vision beschert wurde.“

    Jeder im Dorf bereitete sich sofort auf die Auswanderung vor. Es sollte eine gefährliche Reise werden, denn auf einer Seite lauerten die russischen Soldaten und auf der anderen erbarmungslose Straßenräuber. Nahe den Staatsgrenzen der Türkei, wanderten wir durch einen Wald, über den es hieß, er sei erfüllt von russischen Trupps. Die Zeit zum Morgengebet brach an. Mein Onkel sagte: „Wir werden das Morgengebet verrichten und dann durch den Wald ziehen.“ Gerade hatten wir das Gebet beendet, da brachen wir auch schon auf. Plötzlich rief Sheikh Sharafuddin: „Halt!“ Er verlangte nach einem Becher Wasser.

  • Als ihm jemand einen Becher mit Wasser gebracht hatte, rezitierte er auf das Wasser folgenden Vers aus der Sure Yasin: „Und Wir haben eine Schranke gelegt vor sie und eine Schranke hinter sie, und Wir haben sie verhüllt, so dass sie nicht sehen können.“ (36:9) Daraufhin rezitierte er: „Doch Gott ist der beste Beschützer, und Er ist der barmherzigste Erbarmer.“ (12:64)

    Während er diese Verse las, tat sich was in unseren Herzen auf. Jeder schien zu erschauern. Auf einmal offenbarte mir Gott eine Vision, in der ich sehen konnte wie wir auf allen Seiten von den Russen umzingelt waren und wie sie auf alles, das sich nur bewegte, schossen, sei es auch nur ein Vogel gewesen. Dann sah ich wie wir sicher den Wald durchquert hatten und die Russen uns nicht im Geringsten bemerkt hatten.

    Als Sheikh Sharafuddin seine Rezitation beendet hatte, hörte auch die Vision auf. Er schüttete das Wasser vor uns hin und rief aus: „Los! Schaut nicht hinter euch.“ Wie wir immer weiter voranschritten, konnten wir die Russen auf allen Seiten sehen, sie jedoch uns nicht, es schien als seien wir unsichtbar gewesen. 24 Meilen legten wir in jenem Wald zurück. Wir waren nach dem Morgengebet aufgebrochen und es dauerte bis zum Nachtgebet. Wir hielten nicht an, außer für das Gebet. Von allen Seiten konnten wir hören, wie die Russen auf Menschen, Vögel, Tiere, auf einfach alles schossen, bis auf uns. Schließlich hatten wir den Wald durchquert und waren unversehrt in der Türkei angekommen.

    Zunächst reisten wir nach Bursa, wo Sheikh Sharafuddin ein Jahr blieb. Danach gingen wir weiter nach Rashadiya, welches zuvor sein Onkel, Sheikh Abu Muhammed al-Madani für die daghestanischen Emigranten gegründet hatte. Es befand sich dreißig Meilen von Yalova, welches an der Küste zum Marmara Meer lag, ungefähr fünfzig Meilen von Bursa und sechzig Meilen von Adapazar. Dort errichtete er die erste Moschee des Dorfes. Daneben baute er sein eigenes Haus. Alle Flüchtlinge waren anfangs mit dem Bau ihrer Häuser beschäftigt. Mein Vater und meine Mutter errichteten ihr Haus neben dem Haus des Sheikh Sharafuddin.

    Als ich dreizehn Jahre alt geworden war, wurde die Türkei von England, Frankreich und Griechenland angegriffen. Die türkische Armee war gezwungen jeden zu rekrutieren, selbst Kinder. Auch verlangten sie nach mir, aber mein Onkel, der gute Beziehungen zu Sultan Abd al-Hamid hatte, weigerte sich mich an die Front zu schicken. Mein Vater war verstorben und meine Mutter war fortan alleine, also musste ich arbeiten um sie unterstützen zu können. Als ich fünfzehn geworden war, sagte Sheikh Sharafuddin zu mir: „Nun, mein Sohn, bist du reif geworden, du bist jetzt erwachsen und es ist die Zeit für dich gekommen zu heiraten.“

  • So heiratete ich sehr jung und stand von nun an mit meiner Frau meiner Mutter bei.

    Seine Abgeschiedenheit und spirituelles Training

    Sheikh Sharafuddin erzog Sheikh Abd Allah zu eiserner spirituelle Disziplin und hob ihn auf die höchsten Stufen empor. Sechs Monate nach seiner Heirat, sollte er bereits seine Familie wieder verlassen und für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Er sagte:

    Ich war gerade frisch verheiratet, als der Sheikh zu mir sagte ich müsse für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Meine Mutter war äußerst erzürnt darüber und beschwerte sich bei dem Sheikh, der ihr Bruder war. Auch meine Ehefrau war verärgert, ich dahingegen beschwerte mich zu keinem Zeitpunkt. Ganz im Gegenteil, mein Herz war sogar sehr glücklich damit, in die lang ersehnte Abgeschiedenhit gehen zu dürfen.

    Ich führte den Willen meines Sheikhs aus, trotz ihres Flehens: „Ich habe niemanden außer dir. Dein Bruder ist immer noch in Russland und dein Vater ist dahin geschieden.“ Ich hatte Mitleid mit meiner Mutter, aber auch wusste ich, dass es sich hierbei um den Befehl des Sheikhs und damit um einen Befehl des Propheten (sav)  handelte. Für jene Übung in der Einsamkeit war mir auferlegt worden mich am Tag sechs Mal mit eiskaltem Wasser zu waschen und alle meine Pflichten und täglichen Aufgaben einzuhalten. Zusätzlich sollte ich täglich mindestens sieben bis zu fünfzehn Abschnitte des Qurans lesen, den Heiligen Namen Allah 148,000 Mal wiederholen und 24,000 Friedensgrüße auf den Propheten rezitieren.“

    Dann gab es noch viele weitere Aufgaben, die alle konzentriert und gewissenhaft erfüllt werden sollten. Mein Rückzugsplatz befand sich in einer Höhle tief im Wald auf einem schneebedeckten Berg. Meine Tagesration sollten sieben Oliven und zwei Unzen Brot sein. Zu jenem Zeitpunkt war ich fünfzehneinhalb Jahre alt gewesen. Als ich nach fünf Jahren schließlich zurückkehrte, war ich sehr abgemagert und ich wog nur noch hundert Pfund.

    Was mir in dieser Zeit offenbart wurde, kann nicht in Worte gefasst werden. An meinem ersten Tag hatte ich geschworen: „O mein Ego, selbst wenn ich sterben werde, so werde ich diese Zurückgezogenheit niemals mehr verlassen. Sei dir dessen bewusst. Versuche nicht meine Meinung zu ändern und mich reinzulegen.“

    Als ich meine Höhle zum ersten Mal gesehen hatte, fiel mir gleich das Loch in der Decke auf, welches der frostigen Kälte Zugang verschaffte. So versuchte ich als erstes das Loch mit Stoff zu überdecken.

  • Ich schlief nur sehr wenig. Niemals verspürte ich den Drang zu schlafen, denn meine spirituelle Unterstützung war dermaßen stark. Einmal erschien mir der Prophet (sav)  wie er sich in der Höhle Hira zurückgezogen hatte. Vierzig Tage lang war ich an seiner Seite und hatte dabei zu keinem Zeitpunkt geschlafen.

    Als ich eines Tages nach Mitternacht mein dhikr rezitierte, zog ein gewaltiger Sturm über den Berg. Ich hörte, wie Bäume umfielen, Regen und schließlich Schnee vom Himmel herabströmten. Es war bitterkalt und nichts spendete mir Wärme außer mein dhikr. Mein Herz sollte jeden Moment aufhören zu schlagen. Plötzlich hatte ich wieder den Gedanken das Loch abzudenken, welches sich geöffnet hatte. Auf einmal hörte ich den Sheikh mit mir schimpfen: „O mein Sohn! Beschäftigst du dich mit dir selbst oder mit Dem Einen, Der dich hat erschaffen? Aufgrund der Kälte zu sterben ist besser als durch Achtlosigkeit des Herzens.“ Diese Worte erfüllten mein Herz, erwärmten mich und entschlossen machte ich mit meinem dhikr weiter. Nicht nur mein dhikr nahm zu, sondern auch der Wind und der Schneesturm. Ich musste mit mir kämpfen, letztlich erkannte ich: „Lass mich sterben, denn auch so setze ich mein dhikr fort.“ Kaum hatte ich dies ausgesprochen, da hörte das Unwetter schon auf und ein Baum fiel vor den Ausgang der Höhle.

    Einmal hatte ich das letzte Gebet der Nacht beendet, da erschien mir, während ich mich mit dem dhikr beschäftigte und mein Herz mit seinem Ursprung verband, eine Vision, in der ich mich selbst sah, wie ich in der göttlichen Gegenwart dhikr rezitierte. Im selben Moment verspürte ich, wie sich etwas um mich wickelte. Ich wusste, dass es nichts himmlisches, sondern etwas irdisches war. Sogleich erinnerte ich mich des Ausspruches des Propheten (sav)  „Ich habe in meinem Herzen keine Furcht, außer der Furcht Gottes.“ Obwohl ich spürte wie sich etwas um mich herum wickelte, blieb mein Herz unbeeinflusst und unberührt.

    In diesem Zustand war ich im Stande 777,777 Wiederholungen des göttlichen Namens bewusst zu sein. Als ich 777,778 zählte, hörte ich die göttliche Gegenwart zu mir sprechen: „O mein Diener! Heute Nacht hast du das Geheimnis des Bewusstwerdens der Zahlen erreicht. Du hast soeben dessen Schlüssel empfangen. Betrete nun Unsere Gegenwart, werde ein Moses (ks), kalimullah, der unmittelbar zu Gott spricht.“ Und ich konnte fortan mit der göttlichen Gegenwart sprechen. Mir wurden Antworten auf Fragen zuteil, die keinem Heiligen vor mir gewährt waren. Ich ergriff die Gelegenheit um meinen Herrn zu fragen: „O Allah, was ist Dein Größter Name?“ Und mir wurde erwidert: „O mein Diener, dies soll dir zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden.“ Dann verschwand die Vision und die Zeit zum Morgengebet war gekommen.

    Sheikh Abd Allah verbrachte bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr fünf Jahre in jener besonderen Abgeschiedenheit.

  • Als er letztendlich die Aufgabe des Sheikhs erfüllt hatte und zurückkehrte, war für ihn auch schon die Zeit gekommen seinen Wehrdienst zu leisten.

    Seine Himmelsfahrt

    Hier beschreibt er einen Vorfall der sich bei seinem Dienste in der türkischen Armee ereignete:

    Ich sah meine Mutter nur alle ein oder zwei Wochen einmal. Man berief mich zur Schlacht von Gallipoli in den Dardanellen. Als uns die gegnerische Partei an einer Landesgrenze überwältigte, waren wir gerade mal nur hundert Mann, die dieses Gebiet verteidigen sollte. Ich war ein exzellenter Scharfschütze und konnte schon von einer weiten Entfernung mein Ziel treffen. Wir waren unter starkem Beschuss und es schien aussichtslos, wir mussten uns zurückziehen. Plötzlich traf mich eine Kugel genau in mein Herz, und ich fiel tot um. Als ich dort lag, erschien mir der Prophet (sav). Er sagte: „O mein Sohn, es war dir vorherbestimmt hier zu sterben, jedoch brauchen wir dich noch auf dieser Welt und zwar sowohl mit deinem physischen als auch spirituellen Wesen. Ich bin nun zu dir hergekommen um dir zu zeigen, wie es ist, wenn eine Person stirbt und der Engel des Todes die Seele entreißt.“ So beobachtete ich wie ich mich von meinem Zeh angefangen Zelle um Zelle meines ganzen Körpers entledigte. Während ich mich von meinem Körper löste, konnte ich sämtliche Zellen meines Körpers und deren Funktionen sehen. Auch wurde mir gewährt den jeweiligen Heilungsweg einer jeden einzelnen erkrankten Zelle zu erfahren und zusätzlich durfte ich all ihrem Gotteslobpreis lauschen.

    Wahrlich hatte ich erfahren, wie es den Sterbenden ergeht. Mir wurden sämtliche Arten des Sterbens gezeigt. Da gab es den schwierigen und leidvollen Tod, dann den einfachen und letztlich auch den süßen und glückseligen. Der Prophet (sav)  teilte mir mit: „Du bist einer jener, die den glückseligen Tod kosten werden.“ Ich genoss mein Dahinscheiden, denn endlich sollte ich zu meinem Ursprung zurückfinden und jenen heiligen Vers „Wahrlich, Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück“ (2:156) verstehen.

    Als ich dann meinen letzten Atem aushauchte, erschien mir der Engel des Todes und fragte mich seine Fragen. Mir offenbarten sich alle Stufen eines Sterbenden und somit konnte ich, da ich ja noch eigentlich lebte, die Geheimnisse des Todes entschleiern.

    Meine Seele schaute hinab auf meinen Körper und der Prophet (sav)  rief mich: „Folge mir!“ Daraufhin geleitete mich der Prophet (sav)  zu den sieben Himmeln und bezeugte alles, was er mir gewährt hatte zu sehen. Dann hob er mich zur Stufe der Vertrauenswürdigen, wo ich auf alle Propheten, Heiligen, Märtyrer und Aufrichtigen traf.

  • Er sagte: „O mein Sohn, nun werde ich dir die Hölle zeigen.“ Dort sah ich all das, das der Prophet (sav)  in seinen Überlieferungen vorausgesagt hatte. Ich fragte: „O Prophet (sav), du der du als eine Barmherzigkeit für die Welten gesandt warst, gibt es denn für diese Menschen keinen Ausweg?“ Er antwortete: „Doch, mein Sohn, durch meine Fürsprache können sie gerettet werden. Was ich dir hier zeige, ist nur das, was ohne meine Fürsprachen geschähe.“

    Der Prophet (sav)  fuhr fort: „O mein Sohn, jetzt werde ich dich zurück auf die Erde, in deinen Körper bringen.“ Als der Prophet diese Worte gesprochen hatte, blickte ich runter auf meinen Körper und er schien angeschwollen zu sein. Schließlich sagte ich: „O Gesandter Gottes, es ist schöner mit dir zusammen zu sein. Ich will nicht zurückgehen. Hier in der göttlichen Gegenwart bin ich glücklich. Was soll ich den bloß in jener dreckigen Welt. Ich war bereits dort und jetzt bin ich an deiner Seite. Warum muss ich denn bloß zurückkehren? Schau, außerdem ist mein Körper bereits angeschwollen.

    Er erklärte: „O mein Sohn, du musst wieder dorthin gehen. Das ist deine Pflicht.“ So kehrte ich auf Befehl des Propheten (sav)  wieder in meinen Körper ein, obwohl ich ja eigentlich gar nicht wollte. Als ich in meinen Körper eintrat, sah ich wie meine Wunde wieder zusammengewachsen war. Und während ich langsam wieder in meinen Körper eingekehrt war, hörte auch nach und nach die Vision wieder auf. Als ich schließlich in dieser Welt angekommen war, bemerkte ich die Ärzte, die nach Überlenden suchten. Plötzlich schrie einer auf: „Hier, dieser hier ist am Leben!“ Ich hatte keine Kraft weder zu reden noch die geringste Bewegung durchzuführen, später begriff ich, dass ich sieben Tage auf dem Schlachtfeld gelegen war.

    Sie kümmerten sich um mich, bis ich wieder genesen war. Dann brachten sie mich wieder zu meinem Onkel zurück. Kaum war ich wieder zu Hause angekommen, da fragte mein Onkel mich: „O mein Sohn, hat dir dein Aufenthalt gefallen?“ Ich sagte nicht „Ja“ aber auch nicht „Nein“, denn ich wollte mich vergewissern ob er den Aufenthalt in der Armee oder den beim Propheten (sav)  meinte. Jetzt fragte erneut: „O mein Sohn, hat es dir beim Propheten (sav)  gefallen?“ Ich verstand, dass er über alles, was geschehen war, informiert war. So küsste ich ihm die Hände und berichtete ihm: „O mein Sheikh, ich begleitete den Propheten (sav)  und ich muss zugeben, dass ich niemals mehr von seiner Seite weichen wollte. Jedoch sagte er mir, dass es meine Pflicht ist, hier auf dieser Erde den Menschen zu dienen.“

    Sheikh Abd Allahs vollkommene Hingabe

    Sheikh Abd Allah setzte nun sein Leben unter dem direkten Schutze seines Onkels, Sheikh Sharafuddin, fort.

  • Und immer weiter erschloss er neue Horizonte des Wissens. Einmal saß Sheikh Sharafuddin in einer Zusammenkunft von über 300 religiösen und spirituellen Gelehrten. Sie waren dort, um wichtige Dinge bezüglich ihres spirituellen Lebens zu erfahren. Sie hatten sich auf einem Hügel nahe der Moschee versammelt.

    Als Sheikh Abd Allah sich der Versammlung näherte, sagten einige Gelehrten zu Sheikh Sharafuddin: „Wir sind erstaunt darüber, wie sehr du doch dieses Kind schätzt. Der Sheikh antwortete:

    Schaut ihn euch doch an. Er kommt, um mich zu sehen. Käme eine kleines Kind zu ihm und sagte: „Dein Sheikh schickt dir eine Nachhricht, du mögest nach Mekka gehen,“ so führte er umgehend diesen Befehl aus, auch wenn er eigentlich nicht von mir stammte. Denn er hat anerkannt, dass alles was ihm zustößt und was ihm begegnet von mir kommt. Und er ist sich dessen bewusst, dass alles was von mir ausgeht, vom Propheten (sav)  entspringt, denn mein Herz ist stets in Verbundenheit mit dem des Propheten (sav), und dass alles was der Prophet (sav)wünscht seinen Ursprung in Gott hat. Deswegen bräche er umgehend nach Mekka auf ohne auch nur die geringste Zeit darin zu verlieren sich zu verabschieden oder etwas an Proviant für die Reise vorzubereiten. Das ist der Grund, warum er mir so sehr am Herzen liegt und zudem kenne ich seinen erhabenen Rang unter den Heiligen.

    Jene Stufe, die ihm zuteil wurde, war vor ihm noch keinem, einschließlich mir, beschert worden. Er hat solches erreicht, von dem weder ich noch die Meister der ehrenwerten Goldenen Kette wagten zu träumen. Es ist ein Prinzip unseres Ordens, so wie es von einem Meister zum anderen Meister übergeht, es auch immer neues entdeckt. So wie das Geheimnis von einem Sheikh dem anderen anvertraut wird, so kommt dem geerbten Geheimnis noch ein weiteres Geheimnis hinzu. Gleichzeitig nimmt auch die Stufe des Propheten in jedem Moment stetig zu, wie auch die der Heiligen. Das ist die Bedeutung des Verses: „Und über jedem Wissenden gibt es einen, der noch mehr weiß.“ (12:76)

    Ein Treffen mit Gurdjieff

    Großsheikh Abd Allah diente in der Herberge seines Meisters. Jeden Tag kamen hunderte von Besuchern, vor allem aus Daghestan, um den Sheikh sehen zu dürfen. Unter den unzähligen Besuchern war auch einmal der russische Lehrer George Gurdjieff. Als er endlich nach einer mühsamen Flucht während der kommunistischen Revolution aus Russland in die Türkei entkommen war, wollte Gurdjieff Sheikh Sharafuddin besuchen gehen. Er hatte schon viele Sufi Orden im Kaukasus gesehen und sich ihrem Training unterzogen.

  • Aber dennoch hatte er nicht das gefunden, wonach er sich sehnte. Als er von dem Erbe des ehrenwerten Naqshbandi Ordens gehört hatte, war er überglücklich.

    Sheikh Sharafuddin bat Sheikh Abd Allah, sich um die Gäste zu kümmern. Viele Jahre später berichtete Sheikh Abd Allah einigen Schülern von den Ereignissen dieses Treffens. Kaum hatte Gurdjieff ihn begrüßt, da sagte Sheikh Abd Allah auch schon: „Du fragst nach dem Wissen der Neun Punkte. Wir werden darüber nach dem Morgengebet sprechen. Ruhe dich für den Moment ein wenig aus und nimm etwas zu dir.“ Im Morgengrauen rief Sheikh Abd Allah Gurdjieff zum Gebet. Als das Gebet beendet war, begann der Sheikh die Sure Yasin aus dem Heiligen Quran zu rezitieren. Danach fragte er Gurdjieff ob er nicht mitteilen könnte, was während der Rezitation erfahren hat. Gurdjieff sagte:

    Gerade als Sie das Gebet beendet hatten und Sie mit der Rezitation begannen, sah ich Sie auf mich zukommen und mich an der Hand nehmen. Anschließend wurden wir in einen wundervollen Rosengarten getragen. Sie sagten, der Garten sei Ihr Garten und die Rosen seien Ihre Schüler mit einem individuellem Duft und einer jeweiligen Blütenfarbe. Daraufhin brachten Sie mich zu einer bestimmten roten Rose: „Das ist deine. Rieche mal an ihr.“ Als ich mich vorbeugte um an ihr zu riechen, verschwand ich in ihr und wurde zu der Rose. Dann ging ich von den Rosenblüten über ihren Stängel bis zu ihren Wurzeln, welche mich zu Ihrer Gegenwart führten. Schließlich sah ich wie ich Ihr Herz betrat und ein Teil von Ihnen wurde.

    Mittels Ihrer spirituellen Kraft war ich nun im Stande zum Wissen der Neun Punkte emporzusteigen. Dann rief eine Stimme nach mir mit dem Namen Abd an-Nur: „Dieses Licht und dieses Wissen wurden dir von der göttlichen Gegenwart gewährt, auf dass Frieden in dein Herz einziehe. Jedoch darfst du die Kraft dieses Wissens nicht einsetzen.“ Letztlich verabschiedete sich die Stimme mit Friedensgrüßen von mir und wie Sie Ihre Rezitation beendeten, hörte auch die Vision auf.

    Sheikh Abd Allah antwortete:

    Die Sure Yasin wurde von dem Propheten (sav)  als das Herz des Qurans bezeichnet und das Geheimnis der Neun Punkte wurde dir mittels ihr eröffnet. Deine Vision war ein Segen des Verses „Frieden! Ein Wort des erbarmenden Herrn.“ (36.58)

    Jeder jener Neun Punkte wird von neun Heiligen repräsentiert, die sich auf der höchsten Stufe in der göttlichen Gegenwart befinden. Sie sind die Schlüssel unerhörter Kräfte des Menschen, jedoch gibt es keine Erlaubnis diese Schlüssel zu benutzen. Dies ist ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird, bis nicht Mahdi (ks) und Jesus (ks)erschienen sind.

  • Unser Treffen war ein gesegnetes. Möge es ein Geheimnis in deinem Herzen bleiben, erzähle keinem davon in diesem Leben. Abd an-Nur ist dein Name bei uns, du kannst bei uns bleiben oder gehen, wie es dir beliebt. Du bist immer herzlich willkommen. Du hast Sicherheit und Schutz in der göttlichen Gegenwart erlangt. Möge Gott dich segnen und dich in deinem Bemühen stärken.

    Seine Zustände und Diskurse nach seiner zweiten Abgeschiedenheit

    Im Alter von dreißig Jahren wurde Sheikh Abd Allah aufgetragen sich erneut für fünf Jahre zurückzuziehen und sich zu läutern. Während dieser Zurückgezogenheit offenbarten sich ihm viele Visionen und Zustände, die niemals in diesem einen Buch gefasst werden können. Nach dieser zweiten Abgeschiedenheit nahm seine spirituelle Kraft ins unermessliche zu. Folglich wurde er so berühmt, dass selbst zu Lebzeiten seines eigenen Sheikhs, Menschen zu ihm strömten um von seinem Wissen zu lernen.

    Ausgewählte Diskurse

    Ich berichte von keiner Stufe, keiner Manifestation und von keinem Rang, welche ich auch nicht sogleich inne wohnte. Ich bin nicht wie viele andere. Niemals erzähle ich meine Sicht von meinem Herzen abwendend von Stufen, deren Wirklichkeit ich auch nicht kenne. Nein! Zunächst ging ich den Weg und lernte wie er beschaffen war. Ich las alle Wirklichkeiten und Geheimnisse auf, die man auf dem Weg finden konnte. Unermüdlich schritt ich voran, bis mir schließlich das Wissen der Gewissheit, die Sicht der Gewissheit und die Wahrheit der Gewissheit zuteil ward. Erst dann berichte ich euch und gebe euch eine kleine Geschmacksprobe von dem, was ich kostete, und befähige euch schließlich meine Stufen ohne jegliche Schwierigkeit zu erreichen.

    Es gibt fünf Stufen des Herzens: qalb, sirr, sirr, as-sirr, khafaund akhfa. Qalbist das Herz. Sirrdas Geheimnis. Sirr as-sirrdas Geheimnis hinter dem Geheimnis. Khafadas Verborgene. Und schließlich akhfadas Verborgenste. Das Geheimnis dieses Ordens basiert auf diesen fünf Stufen des Herzens (lataif).

    Latifat al-qalb, das Herz ist unter der Autorität Adams (ks), denn er repräsentiert den physischen Teilaspekt des Herzens. Latifat as-sirr, das Geheimnis unterliegt Noah (ks), denn es ist das Gefäß welches vor dem Ozean der Finsternis und der Flut der Unwissenheit gerettet wird. Latifat sirr as-sirr, das Geheimnis hinter dem Geheimnis ist zweier Propheten: Abraham (ks) und Moses (ks), welche die göttliche Gegenwart auf der Erde repräsentieren. Gott ernannte Abraham (ks) zum Symbol all Seiner Kalifen auf dieser Erde, so wie es in dem Vers über die Erschaffung der Menschheit geschrieben steht (2:30).

  • Moses (ks) wurde mit dem Hören und der Rede Gottes begnadet, welche zwei essentielle Voraussetzungen des Wissens sind.

    Latifat al-khafa, das Verborgene gehört Jesus (ks)  aufgrund seiner Verbindung mit dem verborgenen Wissen. Er stellt das spirituelle Verständnis dar. Latifat al-akhfa, das Verborgenste gebührt der Wirklichkeit Muhammeds (sav), denn ihm ward solch Stufe über allen anderen Propheten und Gesandten gewährt. Er war derjenige, der in der Nacht der Himmelsreise in die göttliche Gegenwart hochgetragen wurde. Diese Ehrung kommt durch die heiligen Worte des Glaubensbekenntnisses zum Ausdruck: „Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammed ist der Gesandte Gottes.“

    Das Licht all dieser Stufen wurde mir offenbart. Das Licht der Herzens ist gelb. Das des Geheimnisses rot. Das Licht des Geheimnisses hinter dem Geheimnis ist weiß. Das des Verborgenen grün. Und schwarz ist das Licht des Verborgensten.

    Diese fünf Stufen sind die Zentren der Neun Punkte, welche den Brennpunkt der göttlichen Inspirationen im Herzen eines menschlichen Wesens darstellen. Diese Neuen Punkte befinden sich auf der Brust einer jeden Person und sie geben die verschiedenen verborgenen Zustände in einem jeden menschlichen Wesen wieder. Jede Stufe steht mit einem Heiligen in Verbindung, der die Autorität über den Punkt besitzt.

    Ist der Suchende auf dem Naqshbandi Weg im Stande den spirituellen Kontakt mit jenen Meistern zu entschleiern und herzustellen, so mag ihm das Wissen und die Kraft jener Neun Punkte gewährt sein.

    Die Vorgehensweise zur Eröffnung dieser Neun Punkte kann nur ansatzweise beschrieben werden. Für die erste Stufe bedarf es der Einsperrung des Egos. Der Schlüssel zur zweiten Stufe ist das dhikrmit „la ilaha ill-Allah>“. Die dritte Stufe besteht aus dem Eingravieren des Namen Gottes auf das Herz (naqsh). Die vierte Stufe bezieht sich auf die Bedeutung jener Gravur. Die fünfte Stufe ist das Prägen dieser Gravur durch das dhikr. In der sechsten Stufe kann nach Belieben der Herzschlag gestoppt oder fortgesetzt werden. Die siebte Stufe bedeutet sich bewusst zu werden, wie oft das Herz aufgehört hat zu schlagen und wie oft es geschlagen hat. In der achten Stufe rezitiert man „Muhammedun Rasul Allah„ (sav)  bei jedem Zusammenpressen und Entspannen des Herzens. Die neunte Stufe beschreibt den Rückzug in deine Höhle, so wie Gott in der Sure al-Kahf sagte: „Wenn du dich von ihnen abwendest und von den Dingen, die sie neben Gott anbeten, so ziehe dich in die Höhle zurück. Dein Herr wird Seine Barmherzigkeit auf dich herab strömen lassen...“ (18:16)

  • Die Höhle ist die göttliche Gegenwart. Zu diesem Zeitpunkt wird das Gebet des Propheten rezitiert: „O Gott, Du bist mein Ziel und Dein Wohlgefallen ist das, nach dem ich strebe.“ Des Herzenszyklus beim Zusammenpressen und Entspannen existiert in der Essenz der göttlichen Gegenwart. Weil jene göttliche Essenz der Quell aller Geschöpfe ist, wird das Herz auch mit den winzigsten Geschöpfen eins sein. Das Herz, das die Geheimnisse der Neun Punkte erlangte, wird im Stande sein alles zu sehen, zu hören, zu wissen, zu kosten und zu fühlen „und schließlich wird Er zu den Ohren mit denen er hört, zu den Augen mit denen er sieht, zu der Zunge mit der er spricht, zu der Hand mit der er greift, zu den Füßen mit denen er läuft. Er wird herrlich sein und sagt er zu einem Ding Sei! So wird es sein

    Sheikh Sharafuddins Testament

    In seinen letzten Tagen schrieb Sheikh Sharafuddin sein Testament und übergab es Sheikh Abd Allah. Zu jener Zeit sagte er ihm voraus: „Nach dem ich gestorben bin, wird es für dich die Möglichkeit geben, die Türkei zu verlassen. Ergreife diese Chance, denn deine Aufgabe liegt nicht hier, sondern außerhalb der Türkei.“

    Sheikh Abd Allah hatte zwei Töchter von seiner Ehefrau; die älteste hieß Rabia und die jüngere Madiha. Die neun anderen Kinder hatten nicht überlebt. Nach dem Scheiden seines Sheikhs, sandte König Faruq aus Ägypten eine Delegation, denn Sheikh Sharafuddin hatte auch viele Schüler in Ägypten. Einer der Prinzen, die angereist waren, gefiel seine Tochter Madiha. Er verliebte sich in sie und warb um ihre Hand.

    Sheikh Abd Allah verstand, dass nun die Zeit der Ausreise gekommen war. So nahm er den Antrag an und die Heirat war schließlich mit der Zustimmung seiner Tochter perfekt. Schon bald empfing er eine Einladung ihres neuen Ehemannes nach Ägypten. Er sagte:

    Ich ging nach Ägypten zu meiner Tochter. Die Beziehung zwischen ihr und ihrem Ehemann war nicht gut. Nach einiger Zeit kam es wie es kommen musste und die Scheidung wurde eingereicht. Ich befolgte den Rat meines Sheikhs und besorgte ein Schiff für meine Frau und meine Töchter, mit dem wir von Alexandria nach Latakia reisten. Von Latakia ging ich nach Aleppo, wo ich schließlich mit nur noch zehn Cents in meiner Hosentasche landete. Ich hatte sonst gar keinen anderen Besitz. Ich ging in die Moschee und verrichtete das Abendgebet mit meiner Ehefrau und meinen Töchtern. Plötzlich näherte sich mir ein Mann und sagte: „O mein Sheikh, bitte werde mein Gast.“ So bewirtete er uns. Es schien ein Wunder meines Sheikhs zu sein, das uns von der Türkei nach Ägypten und von dort aus nach Aleppo brachte, wo Gott uns seine Gunst öffnete.

  • Er bleib einige Zeit in Aleppo, wo sich die Menschen freuten solch einen ehrenvollen Gast zu haben. Gelehrten besuchten ihn und lauschten seinem faszinierenden Wissen. Sie nannten ihn „den Wiederbeleber der Religion.“ Jetzt ging er weiter nach Homs, wo er die Moschee und das Grabmal des Propheten Gefährten Khalid ibn Walid (ks)  besuchte. Jedoch blieb er nur kurz in Homs. So zog er weiter nach Damaskus in den Maidan Bezirk nahe dem Grabe von Saad ad-Din Jibawi, einem Heiligen aus der Familie des Propheten (sav). Dort eröffnete er die erste Herberge des daghestanischestammigen Naqshbandi Ordens. Durch ihn kehrte nun die Goldenen Kette die nach Sheikh Khalid Damaskus mit Sheikh Ismail in Richtung Daghestan verlassen hatte, wieder nach Damaskus zurück. Dort verheiratete er auch seine zwei Töchter. Rabia hatte vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen. Und Madiha heiratete Sheikh Tawfiq al-Hibri, einem der großen Islam Gelehrten aus dem Libanon.

    Mehr und mehr füllte sich seine Herberge. Jeder kam zu ihm, seien es die Sufis, die Regierungsleute, die Geschäftsleute oder die normalen Bürger gewesen. Schüler suchten jeden Tag seine Türe der Weisheit auf. Für alle gab es stets etwas zu essen und jeder wurde rund um versorgt.

    Dann empfing er den spirituellen Befehl auf den Berg Qasiyun umzuziehen. Dort ist der höchste Punkt von Damaskus und man kann von da aus die ganze Stadt überblicken. Mit seinen beiden Schülern Sheikh Muhammed Nazim Adil und Sheikh Husayn Ali errichtete er ein Haus, welches noch heute mit seiner Moschee besichtigt werden kann. In einer Vision sah er, während er die Moschee baute, den Prophet (sav), Abu Bakr as.Siddiq (ks), Ali (ks), Shah Naqshband und Ahmed al-Faruqi erscheinen und die Grundpfeiler der Moschee legten. Als die Vision endete, waren die Pfeiler Wirklichkeit geworden und jeder konnte dieses Wunder sehen. Tausende Menschen sollten in ihr einst Heilung, Segen und Wissen finden.

    Noch viele Male trug ihm der Prophet (sav)  auf sich während einem Zeitraum von vierzig Tagen bis zu einem Jahr zurückzuziehen. Manchmal isolierte er sich in Damaskus, manchmal im Jordan, in Baghdad beim Grabe des Abd al-Qadir Gilanis oder auch in Medina. Durch dieses harte spirituelle Training, erschloss er sich immer neue Horizonte.

    Einmal sandte er über Mawlana Sheikh Nazim eine Botschaft zu Sharif Abd Allah, dem König von Jordanien und einem seiner Schüler, er möge nicht bei den gemeinsamen Gebeten teilnehmen, vor allem nicht am Freitagsgebet, denn ein Attentat werde auf ihn geplant. Jedoch nahm Sharif Abd Allah diese Warnung nicht ernst und wurde nach dem Freitagsgebet ermordet.

  • Einer unserer Cousins wurde in Beirut von einer Kugel getroffen. Umgehend brachte man ihn in die Notaufnahme. Völlig erschüttert suchten wir Großsheikh um Rat. Kaum hatten wir ein Wort gesagt, da sprach er schon: „Geht zurück! Es war ihm vorherbestimmt zu sterben, jedoch wird er durch mein Gebet weiter leben. Seine Operation wird erfolgreich sein.“ Als wir dann wieder bei unserem Cousin waren, lag er noch im Koma und man bereitete bereits die OP vor. Wir informierten seine Mutter über die Worte des Großsheikhs um ihr zumindest Hoffnung zu machen. Am nächsten Tag fand unser Cousin wieder zu Bewusstsein. Er erklärte: „Ich sah wie Großsheikh auf mich zukam und mich operierte. Das hat mich gerettet.“

    Sheikh Abd Allah berichtete oft von den vorherbestimmten Sachen. Diesbezüglich sagte er:

    Es gibt zwei Arten des Schicksals. Zum einen das veränderliche Schicksal. Es steht auf den Tafeln niedergeschrieben. Dieses wird durch den eigenen Willen, das Verhalten und durch Ursache und Wirkung beeinflusst. Alle Heiligen können dieses Schicksal für ihre Schüler umwandeln, um sie zu trainieren und ihr Schicksal durch das Verändern ihres Verhaltens und ihrer Taten ins Gute zu ändern. Sheikhs können das veränderliche Schicksal zu Gunsten ihrer Schüler beeinflussen, denn sie sind gemäß dem göttlichen Willen miteinander verbunden.

    Der zweite Typ des Schicksal steht in der Mutter der Schrift, so wie es im Vers heißt: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39). Dieses Schicksal steht fest. Heilige greifen niemals in dieses Schicksal ein, denn es ist in den Händen des Schöpfers.

    Der Beweis das Gottes Vorherbstimmung verändert werden kann, geht aus dem folgenden Vers heraus: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39)

    Wir wissen ,das Umar (ks)  in seinen Gebeten sagte: „O Gott, hast du mir die Schwierigkeit vorherbestimmt, so nimm sie von mir und wandle sie in Glück um.“

    Gott sagte: „Sprich: Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens vor dem Übel dessen, was Er erschaffen“(113:1-2)

    Die Rezitation jenes Gebetes, zu dem Zeitpunkt, wenn einen das Gute erreicht, wird das Übel ablenken.

  • Gute Taten und die Pflege der Verwandtschaftsverhältnisse schützen vor einem schlechten Tod und ändern ihn sogar in einen guten um. (Tirmdhi, Zakat #28)

    Die Bittgebete und das Leid warten in dem Sphäre zwischen Himmel und Erde, die Bittgebete wehren das Leid ab, bevor es überhaupt im Stande ist jemanden zu befallen. (Ibn Majah, Muqaddima #10, Fitan #66, Tirmidhi, Witr #21, Qadar #6; Ahmad 5:277, 180, 181; Ibn Hibban.)

    Gott gewährte jedoch den Neun Heiligen, die die höchste Stufe der göttlichen Gegenwart repräsentieren, dieses feststehende Schicksal mit der Erlaubnis des Propheten (sav)  und Gottes zu verändern. Sie kontrollieren die Neun Punkte des menschlichen Bewusstseins, das in Verbindung mit den verschieden Stufen des Fortschritts eines Suchenden auf seinem Weg zu der göttlichen Gegenwart steht. Gott gab diesen neun Heiligen, deren Anzahl sich seit dem Propheten (sav)  niemals verändert hat, die Kraft das Sultan adh-Dhikr einzusetzen, die Größte Erinnerung.

    Jeder weiß, dass dhikr hauptsächlich aus dem Aufsagen der Worte „la ilaha ill-Allah“ besteht. Das Sultan ad-Dhikr jedoch unterscheidet sich vollkommen von dieser Art der Gotteserinnerung.

    Gott sagte: „Wir sandten die Warnung (dhikr) herab, wir wollen sie hüten.“ (15:9) Das hier erwähnte dhikr ist der Heilige Quran. Das dhikr dieser neun Heiligen, bedeutet neben „la ilaha ill-Allah“ auch das Geheimnis des Qurans. Sie rezitieren den Quran nicht auf eine Weise, so wie wir sie kennen, sondern sie lesen ihn mit alle seinen Geheimnissen und inneren Wirklichkeiten.

    Denn Gott sagte: „... und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch“ (6:59) Es gibt kein Geschöpf Gottes, das nicht bereits mit all seinen Geheimnissen im Heiligen Quran erwähnt wurde.

    Folglich rezitiert jener bei dem Sultan adh-Dhikr alle Geheimnisse der Geschöpfe, vom Anbeginn bis zum Ende. Gott gab jedem Buchstaben des Qurans, gemäß den neun höchsten Meistern des Naqshbandi Ordens (dies ist das erste Mal das dieses Geheimnis gelüftet wird) zwölf tausend Arten des Wissens. Der Quran enthält ungefähr 600,000 Buchstaben und von jedem Buchstaben können die Heiligen 12,000 Arten des Wissens herauslesen!

    Diese neun Heiligen unterscheiden sich untereinander auch in ihrer Stufe.

  • So kommt es zum Beispiel dazu, dass ein Heiliger das Sultan adh-Dhikr in seinem ganzen Leben insgesamt nur einmal rezitieren konnte. Wohingegen ein anderer drei Mal oder neun Mal oder 29 Mal.

    Es war von einem Sheikh zum anderen unterschiedlich. Shah Naqshband war im Stande es in seinem ganzen Leben 999 Mal zu rezitieren. Ahmed al-Faruqi 9,999 und Sheikh Sharafuddin 19,999 Mal.

    Sheikh Nazim sagte: „Bei jedem Atemzug atmete GroßSheikh Abd Allah ad-Daghestani das Sultan adh-Dhikr ein und aus. In jedem Atemzug las er das Geheimnis des Qurans somit zwei Mal.

    Ein Treffen mit John Bennett

    Einer der vielen Besucher und Suchenden an der Türe des Großsheikhs war auch der Engländer John G. Bennett. In einigen Büchern erinnert er sich der Treffen mit Sheikh Abd Allah.

    Bennet schreibt in Concerning Subud: „Sheikh Abd Allah ist ein wahrer Heiliger, in dessen Gegenwart man selige Geborgenheit verspürt.“ In Witnessbeschreibt er:

    Der Sheikh erwartete mich auf dem Dach seines Hauses. Es befand sich weit über der Stadt und hatte eine wunderschöne Aussicht.

    ... Ich fühlte mich sicher bei ihm und schon bald erfuhr ich eine gigantische Freude, die den Platz ganz und gar zu erfüllen schien. Von da an verstand ich, dass ich mich in der Gegenwart eines wahrlich guten Menschen befand.

    Nach dem er mich für mein exzellentes Türkisch gelobt hatte, überraschte er mich sehr, als er mich fragte: Warum hast du die Dame, deine Schwester, die dich begleitete nicht auch hierher gebracht? Ich habe auch eine Nachricht für sie.“ Es war unwahrscheinlich, dass ihm irgendjemand von Elizabeth berichtet haben konnte. Wir gingen ohne Umwege in Richtung seines Hauses und der Dadji, mein Reiseführer, brachte mich zu seiner Türe ohne zu jemandem gesprochen zu haben. Ich antwortete ihm, da er ja ein Muslim war, nicht mit einer Frau sprechen wollte. Daraufhin erwiderte er ganz einfach: „Warum denn nicht? Regel und Bräuche sind für den Schutz der Engstirnigen; sie betreffen mich nicht. Bring sie doch einmal mit, wenn du das nächste Mal nach Damaskus kommst.“ Ich versprach ihm, ich werde es bei Gelegenheit nachholen.

    Lange saßen wir still da und betrachteten die alte Stadt.

  • Als er angefangen hatte zu reden, viel es mir sehr schwer aus meinen Träumerein zu erwachen. Er sagte: „Ich erwartete heute jemanden, aber ich dachte nicht, dass du es sein wirst. Vor einigen Nächte erschien mir in meinem Zimmer ein Engel, der mir mitteilte, dass du mich besuchen kommst und das ich dir drei Botschaften mitgeben solle. Du batest Gott um Seine Rechtleitung für deine Ehefrau. Sie ist unter Gottes Schutz. Du hast versucht ihr zu helfen, aber das war falsch. Du behinderst das Werk Gottes an ihrer Seele. Es gibt keinen Grund für dich, dich dermaßen um sie zu sorgen. Du brauchst nicht versuchen zu verstehen.

    Die zweite Mitteilung bezieht sich auf dein Haus. Du fragtest Gott, ob du deinen eigenen Weg gehen solltest oder anderen folgen. Hab Vertrauen in dich. Zwar wirst du von den Armeniern verfolgt werden, aber fürchtete dich nicht. Ziehe so viele Menschen wie nur möglich an dich, sei nicht unentschlossen, auch wenn andere Menschen zornig über dich sind.“

    Danach verstummte er wieder. Ich war voll und ganz erstaunt, denn es waren wahrlich meine zwei Fragen gewesen ...

    „Die wichtigste Botschaft ist die letzte. Wisse, die Welt ist voller Niederträchtigkeit. Menschen haben sich dem Götzendienst am Materialismus hingegeben und können sich nicht mehr aufrappeln Gott anzubeten. Jedoch hat Gott zu jeder Zeit Menschen gesandt, die die Menschen aus solch Miesere führen sollen. So ein Gesandter ist bereits auf Erden und er ist vielen bekannt. Bald wird er auch in den Westen gehen. Aber davor müssen ihm einige Auserwählte den Weg dazu ebnen

    ... Es wurde mir gezeigt, dass du einer jener Auserwählten bist

    ... Jener Gesandte wird auch in dein Land kommen und sogar in dein Haus ...

    Lasse niemals vom Gottesdienst ab, du darfst ihn nur nicht zeigen. Verhalte dich äußerlich wie die anderen. Gott ernannte zwei Engel, die sich um dich kümmern werden. Einer wird dich führen, auf dass du nicht mehr die alten Fehler begehest. Der andere wird für dich die religiösen Pflichten verrichten, für du nicht im Stande bist. Auch rate ich dir so oft wie möglich „la ilaha ill-Allah“ zu wiederholen, welches bedeutet, ich gebe mich dem Willen meines Herrn hin.

    Als ich sagte, dies sei doch die islamische Glaubensbekenntnis, da erwiderte er, es ist mindestens genauso viel christlich wie es islamisch ist, denn die Grundlage jeder Religion ist die Hingabe an den Willen Gottes und die Abkehr vom Egoismus.

  • Sein Verlassen dieser Welt

    Wir beobachteten viele Wunder unseres GroßSheikhs. Sein Leben war durch und durch erfüllt von heilbringenden Taten. Stets lächelte er und war niemals sauer. Und obwohl er kein Einkommen hatte, so hatte er dennoch reichlich Anzubieten in seinem Hause. Wie konnte das sein, das war die Frage vieler. Unangekündigt trafen manchmal bis zu zwei hundert Leute bei ihm ein und dennoch war immer für Essen gesorgt. Oft wundert wir uns: „Woher war doch noch mal dieses Reis und Brot und Fleisch hergekommen?“

    Selten sah ich ihn in der Nacht schlafen. Am Tage empfing er Gäste und in der Nacht zog er sich in sein Zimmer zurück und rezitierte den Quran und Segenswünsche auf den Propheten (sav). Es war eine seiner Gewohnheiten nach Mitternacht bis zum Morgenrauen zu beten. Er bemühte sich den Bedürftigen so gut wie nur möglich zu helfen und bot den Obdachlosen einen Aufenthaltsort für die Nacht in seiner Moschee an. Kurzum, er war ein Diener der Menschheit. Nichts kann auch nur ansatzweise seine Güte beschreiben.

    (Die folgenden Übersetzungen stammen aus der Morgenstern Ausgabe Nr.10)

    Eines Tages im Jahre 1973 sagte GroßSheikh Abd Allah: „Der Prophet (sav)ruft mich. Ich muss gehen und ihn treffen. Er erzählte mir: ‚Du wirst zu mir kommen, nachdem du eine Operation an deinem Augen gehabt haben wirst’“, und das bezog sich auf die Kurzsichtigkeit in seinem linken Auge. Er gab uns einen Wink, dass er dahinscheiden würde, aber wir waren nicht in der Lage, jenen Wink zu akzeptieren. Er war lebendig in uns und lebendig in all jenen, die ihn kannten, selbst in den Katzen, die immer um ihn herum waren.

    Nachdem er zur Augenoperation gegangen war, hörte er auf zu essen. Wir bettelten ihn, zu essen, aber er weigerte sich, indem er sagte: „Ich bin in vollständigem Rückzug, weil der Prophet (sav)  mich ruft.“ Er wollte nur einmal am Tag trockenes Brot annehmen, das, in das Wasser eingetaucht, weich gemacht worden war. Er sagte: „Ich will nicht länger leben, ich will mich mit meinem Propheten (sav)  verbinden und mit ihm sein. Er ruft mich, Gott ruft mich.“ Das war wie ein Donnerschlag für uns, aber wir konnten es noch nicht glauben. Dann schrieb er sein Testament und sagte: „Nächsten Sonntag werde ich dahinscheiden.“ Es sollte der 30. Dezember 1973 sein, der 4. Ramadan 1393. Alle waren geschockt und erwarteten voller Angst diesen Tag, um zu sehen, ob seine Vorhersage eintreffen würde.

  • Es war zehn Uhr an dem Sonntag, den er vorausgesagt hatte, und wir saßen in seinem Raum. Er sagte zu mir: „Fühle meinen Puls.“ Ich fühlte seinen Puls, und er war über 150. Dann sagte er: „O mein Sohn, dies sind die letzten Sekunden meines Lebens. Ich möchte niemanden hier haben. Alle müssen hinausgehen und zum großen Versammlungsraum gehen.“ Nur zehn von uns waren im Raum. In diesem Augenblick kamen zwei Ärzte an: einer war mein Bruder und der andere ein Freund. Sie beide waren Chirurgen. Großsheikh erlaubte niemand anderem als der Familie, in dem Raum zu sein.

    Wir hörten seine Töchter hinausschreien: „Mein Vater ist gestorben! Mein Vater ist gestorben!“ Wir alle rannten in den Raum, und wir sahen, dass Großsheikh sich nicht bewegte. Schnell prüfte mein Bruder seinen Puls und seinen Blutdruck, aber sie waren nicht zu entdecken. Er rannte hysterisch zum Auto, um eine Spritze zu holen und kehrte Minuten später zurück. Er kam in derselben Weise wieder herein und wollte dem Sheikh eine Injektion ins Herz geben, um den Herzschlag wieder in Gang zu setzen. Der andere Doktor sagte: „Was machst du? Der Sheikh ist seit über sieben Minuten tot. Hör auf mit der Verrücktheit.“ Aber er wollte nicht aufhören und bestand darauf, die Injektion anzubringen. Da öffnete Großsheikh die Augen, hielt seine Hand hoch und sagte auf türkisch: „Burak“, was „Hör auf!“ bedeutet.

    Alle waren schockiert. Sie hatten nie zuvor einen Toten sprechen hören. Ich werde das niemals in meinem ganzen Leben vergessen. Alle Anwesenden, Professoren und Doktoren, werden es ebenso nicht. Danach legte mein Bruder seine Instrumente weg. Er stand da unter Schock und wusste nicht, was er sagen sollte. War er tot oder nicht? Verbarg er sich nur kurz, um nach kurzem wiederzukommen? Das ist das Geheimnis das Gott Seinen Geliebten und Heiligen gibt, die in seinem Königtum reisen, in Seiner Liebe und Seinen Geheimnissen. Es war ein unvergesslicher Tag.

    Die Nachricht seines Scheidens war wie ein gewaltiger Tornado, der durch Damaskus, Aleppo, Jordanien, Beirut wirbelte. Von überall her kamen Leute, um einen letzten Blick auf ihn zu werfen. Wir wuschen ihn, und von seinem heiligen Körper ging ein wunderschöner Duft aus.

    Wir bereiteten für ihn die Totengebete und das Begräbnis am folgenden Tag vor. Alle Gelehrten von Damaskus warteten seiner Beerdigung auf. Vierhunderttausend Leute kamen zu seinem Totengebet. Leute standen aufgereiht von seinem Haus bis zur Moschee Ibn Arabai, wo sein Körper aufgebahrt lag. Als wir nach dem Totengebet zu seinem Haus zurückkehrten, sahen wir den Sarg über die Köpfe der Leute ohne Hilfe von irgend jemanden hinweg gleiten und sich zum Begräbnis in Richtung seiner Moschee hinbewegen.

  • Wegen der gewaltigen Menschenmenge in den Straßen brauchten wir drei Stunden, um von der Moschee Muhyiuddin Ibn Arabis bis zu GroßSheikhs Moschee zurückzulaufen, ein Weg, der normalerweise zwanzig Minuten in Anspruch nimmt.

    Alle weinten. Sie wollten nicht, dass der Sheikh beerdigt werde. Niemand konnte es glauben, und niemand konnte es akzeptieren. Es reichte, uns an den Zustand der Gefährten des Propheten Muhammed (sav)  zu erinnern, als er verschied. Wir verstanden, warum Umar, Uthman und Ali, möge Gott mit ihnen zufrieden sein, nicht akzeptieren konnten, dass der Prophet (sav)  verschieden war. Wir machten denselben Zustand durch und fragten uns wie Abu Bakr, möge Gott mit ihm zufrieden sein, jene Gefühle ertragen konnte.

    Alle Offiziellen der Regierung und Gelehrten waren in der Moschee und warteten darauf, ihn zu beerdigen. Dem Imam wurde von irgendwoher die Botschaft überbracht: „Beerdige Großsheikh nicht, bevor nicht Sheikh Nazim ankommt.“ Niemand konnte es glauben, da es keine Möglichkeit gegeben hatte, mit Sheikh Nazim in Kontakt zu treten, der in Zypern war. Es gab kein Telefon, kein Faxgerät und selbst ein Telegramm hätte zwei Tage gedauert. Niemand nahm an, dass die Nachricht echt war. Aber aus Liebe zu unserem Sheikh waren wir glücklich, sein Begräbnis hinauszuzögern, und bestanden darauf, zu warten, bis Sheikh Nazim angekommen wäre.

    Es war Ramadan, alle waren am Fasten. Die Gelehrten und die Menge wurden unruhig. Leute sagten, sie wollen gehen. Wir sagten ihnen, sie wären frei zu gehen, wenn sie wollten, aber das sie warten müssten. Nach einiger Zeit gingen die meisten Leute weg und nur die aufrichtigsten Anhänger des Sheikhs blieben zurück. Kurz vor Sonnenuntergang wurde Sheikh Nazim gesehen, wie er die Treppen hochstieg. Wie er so schnell angekommen war, wusste niemand. Es bleibt ein Rätsel bis zum heutigen Tag.

    Sheikh Nazim brachte Großsheikhs Körper zurück in die Moschee und betete erneut das Totengebet für ihn. Er begrub ihn mit seinen eigenen Händen. Als er das Leichentuch hoch hob, rochen wir den süßen Duft von Sandelholz, Amber und Moschus von einer Art, wie wir es niemals zuvor gerochen hatten. Dann bat uns Sheikh Nazim, alle hinauszugehen und das Fastenbrechen vorzubereiten. Nur mein Bruder und ich blieben und beobachteten vom Fenster aus, um zu sehen, was drinnen geschah.

    Er stand wie im Gebet am Kopf des Grabes. Dann verschwand Sheikh Nazim in einem Augenblick. Dieses Ereignis setzte unsere vorangegangene Überraschungen die Krone auf. Keine Worte konnten unsere Gefühle ausdrücken.

  • Fünfzehn Minuten vergingen, bis wir plötzlich Sheikh Nazim am selben Ort erschienen sahen, von wo er verschwunden war. Dann liefen wir zur Tür, als er herauskam. Er sagte: „Was! Immer noch da? Habt ihr euer Fasten noch nicht gebrochen? Macht nichts, meine Gesellschaft ist besser!“ Wir gingen hinunter, um das Fasten mit ihm zu brechen. Sheikh Nazim fuhr in dieser Nacht nach Beirut und nahm ein Flugzeug zurück nach Zypern.

    Seine Voraussagen

    Großsheikh Abd Allah ad-Daghestani, naqib al-ummah, möge Gott seine Seele heiligen, sagte viele Ereignisse voraus, von denen einige eingetroffen sind und wir einige noch erwarten.

    Im Jahr 1966 sagte er: „Im nächsten Jahr wird es einen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben. Die Araber werden besiegt werden.“ Er sagte voraus, dass ein weiterer Krieg zwischen Israel und den Arabern sich ereignen würde. Kurz bevor er verschied, sagte er: „Es wird innerhalb eines Monats einen großen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben.“ Das traf ein. Am dritten Oktober, drei Tage nach seinem Dahinscheiden, traten die Arber und Israel in einen weiteren Krieg ein.

    Einmal erwog Großsheikhs Tochter Madiha, mit ihrem Ehemann ein Haus in Beirut zu kaufen, und Großsheikh sagte: „Nein“. Sie bestand darauf, aber er sagte immer noch „Nein“. Sie bestand weiter darauf, aber er war unnachgiebig und sagte: „Beiraut wird von Blutvergießen betroffen sein, und niemand wird dieser Einwirkung entkommen.“ Er erwähnte das im Jahr 1972, und 1975 begann es sich zu ereignen. Bevor er verschied, sprach er zu uns: „Ich sehe euch in Tripolis, im Norden des Libanon.“ Das war seine Art, uns vorzuschlagen, von Beirut wegzuziehen.

    Er sagte: „Ich sehe England den Islam annehmen.“ Er sagte voraus, dass eine königliche Familie in Europa den Islam unterstützen würde, weil in ihrer Blutlinie das Blut von Arabern ist. „Dies wird sie zur Spiritualität hinziehen und in ihnen ein Interesse an vielen Glaubensrichtungen aufkommen lassen und sie zur göttlichen Gegenwart leiten.“

    Nach einem Bericht sagte er: „Als John Bennett mich traf und Zeugnis ablegte, dass Gott einer ist und Muhammed (sav)  der Gesandte Gottes, fragte er, was er tun könnte. Ich sagte ihm, er solle sein Bekenntnis geheim halten. Dadurch war er in der Lage, viele Leute in seiner Heimat England dazu zu bringen, Zeugnis abzulegen und sie für die Spiritualität zu interessieren.“

    „China ist unter der Autorität eines großen Heiligen, der in der Zeit Mahdis (ks)  und Jesu (ks)  einer der größten Heiligen sein wird.

  • Sein Name ist Abur Rauf al-Yamani. Durch seinen Einfluss wird China ein Abkommen mit dem Westen unterzeichnen, seine Nuklearwaffen nicht zu benutzen. China wird sich in viele kleine Länder aufspalten. Es wird Probleme im Fernen Osten auf der Koreanischen Halbinsel geben, und eine große Macht wird dazwischen kommen, diesen Konflikt zu stoppen.

    Ein nicht-arabisches Land im Mittleren Osten wird am Persischen Golf angreifen, was die ganze Welt darüber in Furcht setzen wird, dass die Quelle des Erdöls abgeschnitten wird.“

    Er sagte: „Kairo wird unter Wasser sinken.“ Später bauten die Russen den Assuan-Staudamm. Er enthält eine gewaltige Menge Wasser, und es ist kürzlich herausgefunden worden, dass er gelöste Verankerungen hat, die unterspült werden.

    Er sagte: „Zypern wird unter Wasser sinken, und der Berg Olymp in der Nähe von Bursa wird empor brechen. Unter ihm sind zwei Elemente, Gas und Feuer, die bis jetzt voneinander getrennt gehalten waren, und Heilige haben immer gebetet, dass diese Elemente sich nicht verbinden. Durch seine Explosion werden Hunderttausende von Menschen verletzt und obdachlos werden.

    Es wird einen Krieg im Golfgebiet geben, wo ein gewaltiges Feuer entbrennen und den Rest der Welt mit verwickeln wird.

    Deutschland und England werden ganz Europa führen. In Deutschland gibt es einen von Mahdi (ks)  und Jesus (ks)  angewiesenen Heiligen, der die Leute in der Spiritualität aufzubauen und zu trainieren hat.

    Es wird einen großen Wechsel in der Annäherung der Araber in der Politik geben, und ein machtvolles Regime wird sich zu einer besseren Art von Regierung hin ändern.“

    Bevor er verschied, sagte er in einem privaten Treffen mit einigen seiner engsten Schüler: „Es wird Frieden geben, und Amerika wird derjenige sein, der die Friedensgespräche leitet, welche den Krieg zwischen den Arabern und Israel beenden werden. Dies wird geschehen. Das Zeichen hierfür wird der Zusammenfall des Kommunismus und die Aufsplitterung des Russischen Reiches in viele Teile sein. Es wird kein Macht in dieser Welt geben außer für Amerika. Die meisten arabischen Regierungen werden sich den Amerikanern zuwenden. Der Konflikt wird sich vollkommen beruhigen, und Araber und Israelis werden in Frieden leben. Langsam wird jeder Konflikt auf Erden zu einem Ende gebracht werden, und überall wird Frieden sein.

  • Amerika wird das anführen. Alle werden glücklich sein, und niemand wird erwarten, dass jemals wieder der Krieg ausbricht.

    Plötzlich wird inmitten des Friedens ein Angriff auf die Türkei von einem Nachbarland aus stattfinden, und ein Krieg wird beginnen, gefolgt von einer Invasion der Türkei durch ein benachbartes Land. Dies wird die US Basen in der Türkei bedrohen und eine größere Katastrophe auf Erden und einen schrecklichen Krieg münden. Im Verlaufe des Krieges wird Mahdi (ks) hervortreten und Jesus (ks) wiederkommen. Sein wird sein, Spiritualität, Frieden und Gerechtigkeit zu bringen und Tyrannei, Furcht und Terror zu überwinden. Liebe, Glück und Frieden werden diese Erde mit der Macht Mahdis (ks)  und Jesu (ks) durch den Willen des Allmächtigen Gottes erfüllen.

    Das Geheimnis der Goldenen Kette wurde der Sonne der Sonnen, Sheikh Muhammed Nazim Adil al-Qubrusi ar-Rabbani an-Naqshbandi al-Haqqani übergeben.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Der ehrenwerteste und edelste unter den Heiligen, die Sonne und das Fundament dieses Universums, Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani wurde von seinem standhaften Glauben getragen. Ihn stillte der Segen des Erzfürsprechers, dessen Erbe er selbst einmal antreten sollte. Von neuem bekräftigte er die Religion.

    Hell leuchtete die Erde auf als Sheikh Abd Allah al-Faiz ad-Daghestani geboren wurde. Von der reinen Essenz der Wahrheit erleuchtet, war er der Schlüssel zu den verborgensten Geheimnissen. Großes wurde ihm auf jenem Weg seiner Vorfahren zuteil. Sufismus wurde zu seinem Blut. Prophet Muhammed (sav)zu seinem Herzen. Die göttliche Gegenwart zu seiner Seele. Er war der Stern des Wissens, der Erbe des vollkommenen Charakters. Zu einem Ozean der Weisheit geworden, geleitete er die Menschen ans Land der Glückseligkeit.

    Sein weiser Rat und seine Rechtleitung erfüllten die Welt. Könige kamen angekrochen. Gelehrte lauschten seinem Wissen. Es existierte nichts, das nicht auch durch seine Spiritualität ganz und gar durchdrungen war. Seinem Lichte wich die Finsternis und der Segen strahlte auf dem Antlitz der Menschheit hervor. Er war der vollkommene Heilige, die Säule der Wissenden.

    Auf der Suche nach der Glückseligkeit in diesem und im nächsten Leben, fanden die Menschen schließlich zu seiner Türe, welche zu seinem guten Rat aus der göttlichen Gegenwart führte. Sein übernatürliches Wissen verblüffte die Gelehrten und seine hohe Form der Askese fand in keinem Buch seinesgleichen. Uneigennützig opferte er seine Seele dem Durst der Welten. Er selbst glich einer Galaxie, deren Sonnen und Sterne alle Geschöpfe erleuchteten. Die Krone der göttlichen Liebe auf seinem Haupt, gewährte er der Menschheit den süßen Nektar der göttlichen Geheimnisse. Keiner Person entsagte er seinen spirituellen Atem. Die Finsternis der Unwissenheit schwand dahin im Lichte seines Wissens.

  • Er wurde in Daghestan im Jahre 1309 n.H. /1891 n.Chr. in eine Doktorenfamilie hineingeboren. Sein Vater war ein praktischer Arzt und sein Bruder ein Chirurg in der russischen Armee. Sein Onkel, Sheikh Sharafuddin ad-Daghestani, der Meister des Naqshbandi Ordens seiner Zeit, nahm ihn schon früh unter seine Obhut und trainierte ihn auf diesem Weg.

    In der Schwangerschaft teilt Sheikh Sharafuddin seiner Schwester mit:

    Dein Kind trägt keine Schleier auf seinem Herzen. Er wird im Stande sein die Vergangenheit wie auch die Zukunft sehen zu können, denn er ist einer jener Auserwählten, die unmittelbar von der Tafel des Geschicks lesen können. Ihm wird der Titel „Sultan al-Awliya“ gewährt sein. Die Heiligen werden ihn als „den Führer der Gemeinde Muhammeds (sav);“ bezeichnen. Auch wird er den Menschen lehren wie es ihnen gelingen kann in ihrem alltäglichen Leben Gottes niemals zu vergessen. Schließlich wird er dem Geheimnis jener beiden Aussprüche des Propheten (sav);„Ich habe ein Gesicht das den Schöpfer schaut und ein weiteres Gesicht das der Schöpfung zugewendet ist“ und „Ich habe eine Stunde mit dem Schöpfer und eine Stunde mit der Schöpfung“ inne wohnen.

    Nenne ihn Abd Allah, denn er wird das Geheimnis der Dienerschaft in sich tragen. Zudem wird er diesen Sufi Weg wieder den arabischen Ländern zugänglich machen. Außerdem wird sein Nachfolger den Orden in die westliche Welt und den Fernen Osten tragen. Passe sehr gut auf ihn auf. Wenn er dann sieben Jahre alt geworden ist, so überlasse ihn mir, denn ich werde ihn unter meinem Schutze auf die höchsten Stufen emporheben.

    Am 12. des Monats Rabi al-Awwal an einem Donnerstag gebar seine Mutter Amina ihr Kind, welches sie Abd Allah nannte. In der Nacht der Geburt schien sie jedoch zunächst hilflos alleingelassen. Ihr Ehemann war beschäftigt und ihr anderer Sohn nicht zu Hause. Auf einmal erschienen ihr die zwei ehrenwertesten Damen und unterstützten sie bei ihrer Geburt. Eine war Rabia al-Adawiyya und die andere war Asya (Gattin des Pharaos, die dennoch an den Propheten Moses (ks);glaubte) Sie standen ihr in dieser heiligen Nacht bei. Gerade als der Junge hervortrat, verschwanden jene beiden Damen und plötzlich traf ihr Ehemann ein, der ihr schließlcih die Geburt erleichterte.

    Seine Eltern hörten ihn kein einziges Mal weinen. Im Alter von einem Jahr sahen sie oft wie das kleine Kind mit seinem Haupt auf den Boden niedergesenkt sich vor seinem Herrn niederwarf. Seine Mutter, die ganze Familie und die Nachbarn, ja alle waren sie beeindruckt von diesem Wunderkind. Als er gerade mal sieben Monate alt war, konnte er schon sprechen und sich klar und deutlich ausdrücken. Keinem der anderen Kinder glich er.

  • Oft schweifte er mit seinem Kopf von rechts nach links und rezitierte dabei den göttlichen Namen. Auch konnte er bereits mit drei Jahren den Menschen ihre Zukunft voraussagen. Zudem kannte er die Namen von Menschen, die er zuvor noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Das ganze Land staunte über diesen Jungen. Die Menschen kamen in das Haus seiner Eltern um einmal dieses übernatürliche Kind sehen zu dürfen.

    Als er dann sieben Jahre alt geworden war, verfügte er über ein profundes Wissen über den Quran. Oftmals saß er bei seinem Onkel, Sheikh Sharafuddin, und beantwortete die Fragen, die man ihm stellte. Seine Antworten bezüglich des göttlichen Gesetzes waren sehr präzise und genau, obwohl er doch die Rechtswissenschaft nicht studiert hatte. Zusätzlich belegte er seine Aussagen mit den Versen des Qurans und den Überlieferungen ohne sich jemals deren Studium unterzogen zu haben. So fühlten sich die Menschen nur noch mehr zu ihm hingezogen

    Das Haus seines Vaters füllten stets unzählige Besucher, die nach Lösungen und Antworten suchten. Denn sie wussten, dass die Antwort wenn nicht bei ihm, sonst nirgendwo gefunden werden konnte. Sein Ruhm schien schon während seinem siebenten Lebensjahr keine Grenzen zu kennen. Die Dorfbewohner kamen jetzt schon vor ihrer Hochzeit zu ihm und suchten zunächst seinen Rat auf. Sie fragten ihn, ob die Heirat erfolgreich sein würde und ob sie dem göttlichen Willen gefiele.

    Gelehrte, die seine Entscheidungen pedantisch untersuchten, mussten letztlich seiner Rechtssprechung voll und ganz zustimmen. Wissende waren dermaßen von seinen Weisheiten beeindruckt, obwohl er gerade mal sieben war, dass sie von weit weg zu ihm strömten um ihm lauschen zu dürfen. Verwundert frage ihn sein Onkel, wie er denn so endlos und unermüdlich wie ein Quell von den Geheimnissen berichten konnte. Er erklärte: „O mein Onkel, es ist so als ob all dieses Wissen vor meiner Nase auf Tafeln geschrieben steht und ich nur abzulesen brauche.“ Er drang tief in das Wissen hinein und erschloss Dinge, von denen man vorher erst gar nicht wagte zu träumen. So verkündete er schließlich im Alter von sieben Jahren allen Heiligen: „Teilte ich mit euch all das, was mir von der göttlichen Gegenwart in die Brust gelegt wurde, so durchtrennten selbst die Heiligen meinen Hals.“

    Sorgfältig hielt er die Vorschriften der göttlichen Gebote ein. Stets erschien er als erster in der Moschee, in den Kreisen des dhikrs, auf den Treffen der Gelehrten.

    Überall bewunderte man ihn für seine Heilkraft. Als man ihm Menschen verschiedenster Krankheiten vorführte, las er die Sure al-Fatiha, pustete über sie und sie waren geheilt. So half er auch den Kranken, die weit weg von ihm lebten.

  • Menschen kamen zu ihm und baten ihn um sein Gebet für die Eltern, die Ehefrau oder für jemand anderen, der einfach nicht im Stande war zu kommen. Für sie las er einmal die Fatihaund auch sie waren von ihrem Leid erlöst. Die Heilkraft war einer seiner unzähligen Besonderheiten.

    Über sich selbst

    Ich bin ein Nachfahre des Miqdad al-Aswad (ks), welchen der Prophet zu seinem Stellvertreter in Medina bestimmte, wenn er gerade auf Reisen war. Wie mein Onkel erbte auch ich den Handabdruck des gesegneten Propheten (sav)  auf meinem Rücken, der damals entstanden war als der Prophet (sav)  seine gesegnete Hand auf meinen Großvater Miqdad ibn al-Aswad (ks);gelegt hatte. Von diesem Muttermal strahlt ein glänzendes Licht hervor.

    Sheikh Abd Allah wurde in eine sehr grausame, von Tyrannei bestimmte Zeit hineingeboren. Folglich beschlossen sein Onkel, das spirituelle Oberhaupt des Dorfes, und sein Vater, ein angesehener Doktor, von Daghestan in die Türkei zu emigrieren. Als der Entschluss gefasst worden war, befragte man Sheikh Abd Allah um seinen spirituellen Rat. Sheikh Abd Allah beschreibt das Ereignis wie folgt:

    In jener Nacht hatte ich gerade das Nachtgebet verrichtet. Ich erneuerte meine Gebetswaschung und verrichtete anschließend zwei Gebetseinheiten. Danach meditierte ich und verband mich über meinen Sheikh, meinem Onkel, mit dem Propheten (sav). Plötzlich kam der Prophet (sav)  mit seinen 124,000 Gefährten mir entgegengelaufen. Er sagte: „O mein Sohn, ich setze all meine Kraft und die meiner 124,000 Gefährten frei. Überbringe deinem Onkel, ihr möget umgehend in die Türkei auswandern.“

    Nach diesen Worten umarmte mich der Prophet (sav)  und dabei verschwand ich in ihm. In dem Moment als ich mich in ihm aufgelöst hatte, machte ich vom Felsendom die Himmelsreise des Propheten (sav)  nach. Mich trug der selbe Buraq, der auch den Propheten (sav)  damals getragen hatte. In einer wahrhaftigen Vision stieg ich immer weiter empor bis zur Nähe Gottes, über die es heißt „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher“ (53:9). Dort sah ich nur noch den Propheten (sav)  und nicht mehr mich selbst.

    Ich war ein Teil des Wesens des Propheten (sav). Durch diese Himmelsreise übergab mir der Prophet (sav)  die Wirklichkeiten, die ihm damals zuteil geworden waren. All diese verschiedenen Arten des Wissens strömten unzählig in mein Herz in Worten des Lichtes, dessen Farbe von grün in purpur überwechselte.

  • Jetzt hörte ich eine Stimme aus der göttlichen Gegenwart: „Nähere dich, O mein Diener, komm in meine Gegenwart.“ Als ich durch den Propheten (sav)  immer näher gekommen war, verschwand alles; selbst die spirituelle Wirklichkeit des Propheten (sav)  war nicht mehr da. Nun existierte nichts mehr außer dem Allmächtigen Herrn.

    Dann vernahm ich eine Stimme von all diesen Lichtern und Attributen, die in Seiner Gegenwart aufgeleuchtet waren, hervortreten: „ O mein Deiner, betrete den Zustand der Existenz durch dieses Licht.“ Nachdem ich mich vollständig aufgelöst hatte, existierte ich nur noch durch den Propheten (sav)  in der göttlichen Gegenwart und mich zierten die Neun-und-Neunzig Namen und Attribute. Dann sah ich mich in dem Propheten (sav)  und so erschien ich in jedem Geschöpf, das durch Gottes Kraft existierte. Schließlich ereichte ich eine Stufe, in der ich erkannte, dass es neben unserem Universum noch viele anderen Universen gibt, dass wir nicht die einzigen Geschöpfe Gottes sind, sondern dass es unzählige Schöpfungen gibt. Plötzlich klopfte jemand auf meine Schulter. Die Vision endete. Es war mein Sheikh. „O mein Sohn, es ist Zeit zum Morgengebet.“

    Mit mehr als 300 Dorfbewohnern verrichteten wir das Morgengebet. Nach dem Gebet stand mein Onkel auf und sagte: „Wir baten meinen Neffen um seinen spirituellen Rat.“ Neugierig blickte jeder zu mir und erwartete, was ich zu sagen hatte. Sofort übernahm mein Onkel das Wort: „Mittels meiner Kraft wurde er in die Gegenwart des Propheten (sav)  getragen. Der Prophet gab jedem die Erlaubnis in die Türkei zu emigrieren. Dann führte er ihn zu jener Stufe der Nähe Gottes, über die es im Quran heißt: „bis auf eine Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher.“ (53:9) Anschließend offenbarte er ihm solch Wissen, das keinem Heiligen, einschließlich mir, zuvor zuteil geworden ist. Seine Himmelsreise war eine Lehre für vergangene und gegenwärtige Heilige und ein Schlüssel, der endlose Ozeane des Wissens und der Weisheit eröffnete.“

    Ich sagte zu mir selbst: „Mein Onkel war in jener Vision mit mir und es war durch seine Kraft, dass mir solch eine Vision beschert wurde.“

    Jeder im Dorf bereitete sich sofort auf die Auswanderung vor. Es sollte eine gefährliche Reise werden, denn auf einer Seite lauerten die russischen Soldaten und auf der anderen erbarmungslose Straßenräuber. Nahe den Staatsgrenzen der Türkei, wanderten wir durch einen Wald, über den es hieß, er sei erfüllt von russischen Trupps. Die Zeit zum Morgengebet brach an. Mein Onkel sagte: „Wir werden das Morgengebet verrichten und dann durch den Wald ziehen.“ Gerade hatten wir das Gebet beendet, da brachen wir auch schon auf. Plötzlich rief Sheikh Sharafuddin: „Halt!“ Er verlangte nach einem Becher Wasser.

  • Als ihm jemand einen Becher mit Wasser gebracht hatte, rezitierte er auf das Wasser folgenden Vers aus der Sure Yasin: „Und Wir haben eine Schranke gelegt vor sie und eine Schranke hinter sie, und Wir haben sie verhüllt, so dass sie nicht sehen können.“ (36:9) Daraufhin rezitierte er: „Doch Gott ist der beste Beschützer, und Er ist der barmherzigste Erbarmer.“ (12:64)

    Während er diese Verse las, tat sich was in unseren Herzen auf. Jeder schien zu erschauern. Auf einmal offenbarte mir Gott eine Vision, in der ich sehen konnte wie wir auf allen Seiten von den Russen umzingelt waren und wie sie auf alles, das sich nur bewegte, schossen, sei es auch nur ein Vogel gewesen. Dann sah ich wie wir sicher den Wald durchquert hatten und die Russen uns nicht im Geringsten bemerkt hatten.

    Als Sheikh Sharafuddin seine Rezitation beendet hatte, hörte auch die Vision auf. Er schüttete das Wasser vor uns hin und rief aus: „Los! Schaut nicht hinter euch.“ Wie wir immer weiter voranschritten, konnten wir die Russen auf allen Seiten sehen, sie jedoch uns nicht, es schien als seien wir unsichtbar gewesen. 24 Meilen legten wir in jenem Wald zurück. Wir waren nach dem Morgengebet aufgebrochen und es dauerte bis zum Nachtgebet. Wir hielten nicht an, außer für das Gebet. Von allen Seiten konnten wir hören, wie die Russen auf Menschen, Vögel, Tiere, auf einfach alles schossen, bis auf uns. Schließlich hatten wir den Wald durchquert und waren unversehrt in der Türkei angekommen.

    Zunächst reisten wir nach Bursa, wo Sheikh Sharafuddin ein Jahr blieb. Danach gingen wir weiter nach Rashadiya, welches zuvor sein Onkel, Sheikh Abu Muhammed al-Madani für die daghestanischen Emigranten gegründet hatte. Es befand sich dreißig Meilen von Yalova, welches an der Küste zum Marmara Meer lag, ungefähr fünfzig Meilen von Bursa und sechzig Meilen von Adapazar. Dort errichtete er die erste Moschee des Dorfes. Daneben baute er sein eigenes Haus. Alle Flüchtlinge waren anfangs mit dem Bau ihrer Häuser beschäftigt. Mein Vater und meine Mutter errichteten ihr Haus neben dem Haus des Sheikh Sharafuddin.

    Als ich dreizehn Jahre alt geworden war, wurde die Türkei von England, Frankreich und Griechenland angegriffen. Die türkische Armee war gezwungen jeden zu rekrutieren, selbst Kinder. Auch verlangten sie nach mir, aber mein Onkel, der gute Beziehungen zu Sultan Abd al-Hamid hatte, weigerte sich mich an die Front zu schicken. Mein Vater war verstorben und meine Mutter war fortan alleine, also musste ich arbeiten um sie unterstützen zu können. Als ich fünfzehn geworden war, sagte Sheikh Sharafuddin zu mir: „Nun, mein Sohn, bist du reif geworden, du bist jetzt erwachsen und es ist die Zeit für dich gekommen zu heiraten.“

  • So heiratete ich sehr jung und stand von nun an mit meiner Frau meiner Mutter bei.

    Seine Abgeschiedenheit und spirituelles Training

    Sheikh Sharafuddin erzog Sheikh Abd Allah zu eiserner spirituelle Disziplin und hob ihn auf die höchsten Stufen empor. Sechs Monate nach seiner Heirat, sollte er bereits seine Familie wieder verlassen und für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Er sagte:

    Ich war gerade frisch verheiratet, als der Sheikh zu mir sagte ich müsse für fünf Jahre in die Abgeschiedenheit ziehen. Meine Mutter war äußerst erzürnt darüber und beschwerte sich bei dem Sheikh, der ihr Bruder war. Auch meine Ehefrau war verärgert, ich dahingegen beschwerte mich zu keinem Zeitpunkt. Ganz im Gegenteil, mein Herz war sogar sehr glücklich damit, in die lang ersehnte Abgeschiedenhit gehen zu dürfen.

    Ich führte den Willen meines Sheikhs aus, trotz ihres Flehens: „Ich habe niemanden außer dir. Dein Bruder ist immer noch in Russland und dein Vater ist dahin geschieden.“ Ich hatte Mitleid mit meiner Mutter, aber auch wusste ich, dass es sich hierbei um den Befehl des Sheikhs und damit um einen Befehl des Propheten (sav)  handelte. Für jene Übung in der Einsamkeit war mir auferlegt worden mich am Tag sechs Mal mit eiskaltem Wasser zu waschen und alle meine Pflichten und täglichen Aufgaben einzuhalten. Zusätzlich sollte ich täglich mindestens sieben bis zu fünfzehn Abschnitte des Qurans lesen, den Heiligen Namen Allah 148,000 Mal wiederholen und 24,000 Friedensgrüße auf den Propheten rezitieren.“

    Dann gab es noch viele weitere Aufgaben, die alle konzentriert und gewissenhaft erfüllt werden sollten. Mein Rückzugsplatz befand sich in einer Höhle tief im Wald auf einem schneebedeckten Berg. Meine Tagesration sollten sieben Oliven und zwei Unzen Brot sein. Zu jenem Zeitpunkt war ich fünfzehneinhalb Jahre alt gewesen. Als ich nach fünf Jahren schließlich zurückkehrte, war ich sehr abgemagert und ich wog nur noch hundert Pfund.

    Was mir in dieser Zeit offenbart wurde, kann nicht in Worte gefasst werden. An meinem ersten Tag hatte ich geschworen: „O mein Ego, selbst wenn ich sterben werde, so werde ich diese Zurückgezogenheit niemals mehr verlassen. Sei dir dessen bewusst. Versuche nicht meine Meinung zu ändern und mich reinzulegen.“

    Als ich meine Höhle zum ersten Mal gesehen hatte, fiel mir gleich das Loch in der Decke auf, welches der frostigen Kälte Zugang verschaffte. So versuchte ich als erstes das Loch mit Stoff zu überdecken.

  • Ich schlief nur sehr wenig. Niemals verspürte ich den Drang zu schlafen, denn meine spirituelle Unterstützung war dermaßen stark. Einmal erschien mir der Prophet (sav)  wie er sich in der Höhle Hira zurückgezogen hatte. Vierzig Tage lang war ich an seiner Seite und hatte dabei zu keinem Zeitpunkt geschlafen.

    Als ich eines Tages nach Mitternacht mein dhikr rezitierte, zog ein gewaltiger Sturm über den Berg. Ich hörte, wie Bäume umfielen, Regen und schließlich Schnee vom Himmel herabströmten. Es war bitterkalt und nichts spendete mir Wärme außer mein dhikr. Mein Herz sollte jeden Moment aufhören zu schlagen. Plötzlich hatte ich wieder den Gedanken das Loch abzudenken, welches sich geöffnet hatte. Auf einmal hörte ich den Sheikh mit mir schimpfen: „O mein Sohn! Beschäftigst du dich mit dir selbst oder mit Dem Einen, Der dich hat erschaffen? Aufgrund der Kälte zu sterben ist besser als durch Achtlosigkeit des Herzens.“ Diese Worte erfüllten mein Herz, erwärmten mich und entschlossen machte ich mit meinem dhikr weiter. Nicht nur mein dhikr nahm zu, sondern auch der Wind und der Schneesturm. Ich musste mit mir kämpfen, letztlich erkannte ich: „Lass mich sterben, denn auch so setze ich mein dhikr fort.“ Kaum hatte ich dies ausgesprochen, da hörte das Unwetter schon auf und ein Baum fiel vor den Ausgang der Höhle.

    Einmal hatte ich das letzte Gebet der Nacht beendet, da erschien mir, während ich mich mit dem dhikr beschäftigte und mein Herz mit seinem Ursprung verband, eine Vision, in der ich mich selbst sah, wie ich in der göttlichen Gegenwart dhikr rezitierte. Im selben Moment verspürte ich, wie sich etwas um mich wickelte. Ich wusste, dass es nichts himmlisches, sondern etwas irdisches war. Sogleich erinnerte ich mich des Ausspruches des Propheten (sav)  „Ich habe in meinem Herzen keine Furcht, außer der Furcht Gottes.“ Obwohl ich spürte wie sich etwas um mich herum wickelte, blieb mein Herz unbeeinflusst und unberührt.

    In diesem Zustand war ich im Stande 777,777 Wiederholungen des göttlichen Namens bewusst zu sein. Als ich 777,778 zählte, hörte ich die göttliche Gegenwart zu mir sprechen: „O mein Diener! Heute Nacht hast du das Geheimnis des Bewusstwerdens der Zahlen erreicht. Du hast soeben dessen Schlüssel empfangen. Betrete nun Unsere Gegenwart, werde ein Moses (ks), kalimullah, der unmittelbar zu Gott spricht.“ Und ich konnte fortan mit der göttlichen Gegenwart sprechen. Mir wurden Antworten auf Fragen zuteil, die keinem Heiligen vor mir gewährt waren. Ich ergriff die Gelegenheit um meinen Herrn zu fragen: „O Allah, was ist Dein Größter Name?“ Und mir wurde erwidert: „O mein Diener, dies soll dir zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden.“ Dann verschwand die Vision und die Zeit zum Morgengebet war gekommen.

    Sheikh Abd Allah verbrachte bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr fünf Jahre in jener besonderen Abgeschiedenheit.

  • Als er letztendlich die Aufgabe des Sheikhs erfüllt hatte und zurückkehrte, war für ihn auch schon die Zeit gekommen seinen Wehrdienst zu leisten.

    Seine Himmelsfahrt

    Hier beschreibt er einen Vorfall der sich bei seinem Dienste in der türkischen Armee ereignete:

    Ich sah meine Mutter nur alle ein oder zwei Wochen einmal. Man berief mich zur Schlacht von Gallipoli in den Dardanellen. Als uns die gegnerische Partei an einer Landesgrenze überwältigte, waren wir gerade mal nur hundert Mann, die dieses Gebiet verteidigen sollte. Ich war ein exzellenter Scharfschütze und konnte schon von einer weiten Entfernung mein Ziel treffen. Wir waren unter starkem Beschuss und es schien aussichtslos, wir mussten uns zurückziehen. Plötzlich traf mich eine Kugel genau in mein Herz, und ich fiel tot um. Als ich dort lag, erschien mir der Prophet (sav). Er sagte: „O mein Sohn, es war dir vorherbestimmt hier zu sterben, jedoch brauchen wir dich noch auf dieser Welt und zwar sowohl mit deinem physischen als auch spirituellen Wesen. Ich bin nun zu dir hergekommen um dir zu zeigen, wie es ist, wenn eine Person stirbt und der Engel des Todes die Seele entreißt.“ So beobachtete ich wie ich mich von meinem Zeh angefangen Zelle um Zelle meines ganzen Körpers entledigte. Während ich mich von meinem Körper löste, konnte ich sämtliche Zellen meines Körpers und deren Funktionen sehen. Auch wurde mir gewährt den jeweiligen Heilungsweg einer jeden einzelnen erkrankten Zelle zu erfahren und zusätzlich durfte ich all ihrem Gotteslobpreis lauschen.

    Wahrlich hatte ich erfahren, wie es den Sterbenden ergeht. Mir wurden sämtliche Arten des Sterbens gezeigt. Da gab es den schwierigen und leidvollen Tod, dann den einfachen und letztlich auch den süßen und glückseligen. Der Prophet (sav)  teilte mir mit: „Du bist einer jener, die den glückseligen Tod kosten werden.“ Ich genoss mein Dahinscheiden, denn endlich sollte ich zu meinem Ursprung zurückfinden und jenen heiligen Vers „Wahrlich, Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück“ (2:156) verstehen.

    Als ich dann meinen letzten Atem aushauchte, erschien mir der Engel des Todes und fragte mich seine Fragen. Mir offenbarten sich alle Stufen eines Sterbenden und somit konnte ich, da ich ja noch eigentlich lebte, die Geheimnisse des Todes entschleiern.

    Meine Seele schaute hinab auf meinen Körper und der Prophet (sav)  rief mich: „Folge mir!“ Daraufhin geleitete mich der Prophet (sav)  zu den sieben Himmeln und bezeugte alles, was er mir gewährt hatte zu sehen. Dann hob er mich zur Stufe der Vertrauenswürdigen, wo ich auf alle Propheten, Heiligen, Märtyrer und Aufrichtigen traf.

  • Er sagte: „O mein Sohn, nun werde ich dir die Hölle zeigen.“ Dort sah ich all das, das der Prophet (sav)  in seinen Überlieferungen vorausgesagt hatte. Ich fragte: „O Prophet (sav), du der du als eine Barmherzigkeit für die Welten gesandt warst, gibt es denn für diese Menschen keinen Ausweg?“ Er antwortete: „Doch, mein Sohn, durch meine Fürsprache können sie gerettet werden. Was ich dir hier zeige, ist nur das, was ohne meine Fürsprachen geschähe.“

    Der Prophet (sav)  fuhr fort: „O mein Sohn, jetzt werde ich dich zurück auf die Erde, in deinen Körper bringen.“ Als der Prophet diese Worte gesprochen hatte, blickte ich runter auf meinen Körper und er schien angeschwollen zu sein. Schließlich sagte ich: „O Gesandter Gottes, es ist schöner mit dir zusammen zu sein. Ich will nicht zurückgehen. Hier in der göttlichen Gegenwart bin ich glücklich. Was soll ich den bloß in jener dreckigen Welt. Ich war bereits dort und jetzt bin ich an deiner Seite. Warum muss ich denn bloß zurückkehren? Schau, außerdem ist mein Körper bereits angeschwollen.

    Er erklärte: „O mein Sohn, du musst wieder dorthin gehen. Das ist deine Pflicht.“ So kehrte ich auf Befehl des Propheten (sav)  wieder in meinen Körper ein, obwohl ich ja eigentlich gar nicht wollte. Als ich in meinen Körper eintrat, sah ich wie meine Wunde wieder zusammengewachsen war. Und während ich langsam wieder in meinen Körper eingekehrt war, hörte auch nach und nach die Vision wieder auf. Als ich schließlich in dieser Welt angekommen war, bemerkte ich die Ärzte, die nach Überlenden suchten. Plötzlich schrie einer auf: „Hier, dieser hier ist am Leben!“ Ich hatte keine Kraft weder zu reden noch die geringste Bewegung durchzuführen, später begriff ich, dass ich sieben Tage auf dem Schlachtfeld gelegen war.

    Sie kümmerten sich um mich, bis ich wieder genesen war. Dann brachten sie mich wieder zu meinem Onkel zurück. Kaum war ich wieder zu Hause angekommen, da fragte mein Onkel mich: „O mein Sohn, hat dir dein Aufenthalt gefallen?“ Ich sagte nicht „Ja“ aber auch nicht „Nein“, denn ich wollte mich vergewissern ob er den Aufenthalt in der Armee oder den beim Propheten (sav)  meinte. Jetzt fragte erneut: „O mein Sohn, hat es dir beim Propheten (sav)  gefallen?“ Ich verstand, dass er über alles, was geschehen war, informiert war. So küsste ich ihm die Hände und berichtete ihm: „O mein Sheikh, ich begleitete den Propheten (sav)  und ich muss zugeben, dass ich niemals mehr von seiner Seite weichen wollte. Jedoch sagte er mir, dass es meine Pflicht ist, hier auf dieser Erde den Menschen zu dienen.“

    Sheikh Abd Allahs vollkommene Hingabe

    Sheikh Abd Allah setzte nun sein Leben unter dem direkten Schutze seines Onkels, Sheikh Sharafuddin, fort.

  • Und immer weiter erschloss er neue Horizonte des Wissens. Einmal saß Sheikh Sharafuddin in einer Zusammenkunft von über 300 religiösen und spirituellen Gelehrten. Sie waren dort, um wichtige Dinge bezüglich ihres spirituellen Lebens zu erfahren. Sie hatten sich auf einem Hügel nahe der Moschee versammelt.

    Als Sheikh Abd Allah sich der Versammlung näherte, sagten einige Gelehrten zu Sheikh Sharafuddin: „Wir sind erstaunt darüber, wie sehr du doch dieses Kind schätzt. Der Sheikh antwortete:

    Schaut ihn euch doch an. Er kommt, um mich zu sehen. Käme eine kleines Kind zu ihm und sagte: „Dein Sheikh schickt dir eine Nachhricht, du mögest nach Mekka gehen,“ so führte er umgehend diesen Befehl aus, auch wenn er eigentlich nicht von mir stammte. Denn er hat anerkannt, dass alles was ihm zustößt und was ihm begegnet von mir kommt. Und er ist sich dessen bewusst, dass alles was von mir ausgeht, vom Propheten (sav)  entspringt, denn mein Herz ist stets in Verbundenheit mit dem des Propheten (sav), und dass alles was der Prophet (sav)wünscht seinen Ursprung in Gott hat. Deswegen bräche er umgehend nach Mekka auf ohne auch nur die geringste Zeit darin zu verlieren sich zu verabschieden oder etwas an Proviant für die Reise vorzubereiten. Das ist der Grund, warum er mir so sehr am Herzen liegt und zudem kenne ich seinen erhabenen Rang unter den Heiligen.

    Jene Stufe, die ihm zuteil wurde, war vor ihm noch keinem, einschließlich mir, beschert worden. Er hat solches erreicht, von dem weder ich noch die Meister der ehrenwerten Goldenen Kette wagten zu träumen. Es ist ein Prinzip unseres Ordens, so wie es von einem Meister zum anderen Meister übergeht, es auch immer neues entdeckt. So wie das Geheimnis von einem Sheikh dem anderen anvertraut wird, so kommt dem geerbten Geheimnis noch ein weiteres Geheimnis hinzu. Gleichzeitig nimmt auch die Stufe des Propheten in jedem Moment stetig zu, wie auch die der Heiligen. Das ist die Bedeutung des Verses: „Und über jedem Wissenden gibt es einen, der noch mehr weiß.“ (12:76)

    Ein Treffen mit Gurdjieff

    Großsheikh Abd Allah diente in der Herberge seines Meisters. Jeden Tag kamen hunderte von Besuchern, vor allem aus Daghestan, um den Sheikh sehen zu dürfen. Unter den unzähligen Besuchern war auch einmal der russische Lehrer George Gurdjieff. Als er endlich nach einer mühsamen Flucht während der kommunistischen Revolution aus Russland in die Türkei entkommen war, wollte Gurdjieff Sheikh Sharafuddin besuchen gehen. Er hatte schon viele Sufi Orden im Kaukasus gesehen und sich ihrem Training unterzogen.

  • Aber dennoch hatte er nicht das gefunden, wonach er sich sehnte. Als er von dem Erbe des ehrenwerten Naqshbandi Ordens gehört hatte, war er überglücklich.

    Sheikh Sharafuddin bat Sheikh Abd Allah, sich um die Gäste zu kümmern. Viele Jahre später berichtete Sheikh Abd Allah einigen Schülern von den Ereignissen dieses Treffens. Kaum hatte Gurdjieff ihn begrüßt, da sagte Sheikh Abd Allah auch schon: „Du fragst nach dem Wissen der Neun Punkte. Wir werden darüber nach dem Morgengebet sprechen. Ruhe dich für den Moment ein wenig aus und nimm etwas zu dir.“ Im Morgengrauen rief Sheikh Abd Allah Gurdjieff zum Gebet. Als das Gebet beendet war, begann der Sheikh die Sure Yasin aus dem Heiligen Quran zu rezitieren. Danach fragte er Gurdjieff ob er nicht mitteilen könnte, was während der Rezitation erfahren hat. Gurdjieff sagte:

    Gerade als Sie das Gebet beendet hatten und Sie mit der Rezitation begannen, sah ich Sie auf mich zukommen und mich an der Hand nehmen. Anschließend wurden wir in einen wundervollen Rosengarten getragen. Sie sagten, der Garten sei Ihr Garten und die Rosen seien Ihre Schüler mit einem individuellem Duft und einer jeweiligen Blütenfarbe. Daraufhin brachten Sie mich zu einer bestimmten roten Rose: „Das ist deine. Rieche mal an ihr.“ Als ich mich vorbeugte um an ihr zu riechen, verschwand ich in ihr und wurde zu der Rose. Dann ging ich von den Rosenblüten über ihren Stängel bis zu ihren Wurzeln, welche mich zu Ihrer Gegenwart führten. Schließlich sah ich wie ich Ihr Herz betrat und ein Teil von Ihnen wurde.

    Mittels Ihrer spirituellen Kraft war ich nun im Stande zum Wissen der Neun Punkte emporzusteigen. Dann rief eine Stimme nach mir mit dem Namen Abd an-Nur: „Dieses Licht und dieses Wissen wurden dir von der göttlichen Gegenwart gewährt, auf dass Frieden in dein Herz einziehe. Jedoch darfst du die Kraft dieses Wissens nicht einsetzen.“ Letztlich verabschiedete sich die Stimme mit Friedensgrüßen von mir und wie Sie Ihre Rezitation beendeten, hörte auch die Vision auf.

    Sheikh Abd Allah antwortete:

    Die Sure Yasin wurde von dem Propheten (sav)  als das Herz des Qurans bezeichnet und das Geheimnis der Neun Punkte wurde dir mittels ihr eröffnet. Deine Vision war ein Segen des Verses „Frieden! Ein Wort des erbarmenden Herrn.“ (36.58)

    Jeder jener Neun Punkte wird von neun Heiligen repräsentiert, die sich auf der höchsten Stufe in der göttlichen Gegenwart befinden. Sie sind die Schlüssel unerhörter Kräfte des Menschen, jedoch gibt es keine Erlaubnis diese Schlüssel zu benutzen. Dies ist ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird, bis nicht Mahdi (ks) und Jesus (ks)erschienen sind.

  • Unser Treffen war ein gesegnetes. Möge es ein Geheimnis in deinem Herzen bleiben, erzähle keinem davon in diesem Leben. Abd an-Nur ist dein Name bei uns, du kannst bei uns bleiben oder gehen, wie es dir beliebt. Du bist immer herzlich willkommen. Du hast Sicherheit und Schutz in der göttlichen Gegenwart erlangt. Möge Gott dich segnen und dich in deinem Bemühen stärken.

    Seine Zustände und Diskurse nach seiner zweiten Abgeschiedenheit

    Im Alter von dreißig Jahren wurde Sheikh Abd Allah aufgetragen sich erneut für fünf Jahre zurückzuziehen und sich zu läutern. Während dieser Zurückgezogenheit offenbarten sich ihm viele Visionen und Zustände, die niemals in diesem einen Buch gefasst werden können. Nach dieser zweiten Abgeschiedenheit nahm seine spirituelle Kraft ins unermessliche zu. Folglich wurde er so berühmt, dass selbst zu Lebzeiten seines eigenen Sheikhs, Menschen zu ihm strömten um von seinem Wissen zu lernen.

    Ausgewählte Diskurse

    Ich berichte von keiner Stufe, keiner Manifestation und von keinem Rang, welche ich auch nicht sogleich inne wohnte. Ich bin nicht wie viele andere. Niemals erzähle ich meine Sicht von meinem Herzen abwendend von Stufen, deren Wirklichkeit ich auch nicht kenne. Nein! Zunächst ging ich den Weg und lernte wie er beschaffen war. Ich las alle Wirklichkeiten und Geheimnisse auf, die man auf dem Weg finden konnte. Unermüdlich schritt ich voran, bis mir schließlich das Wissen der Gewissheit, die Sicht der Gewissheit und die Wahrheit der Gewissheit zuteil ward. Erst dann berichte ich euch und gebe euch eine kleine Geschmacksprobe von dem, was ich kostete, und befähige euch schließlich meine Stufen ohne jegliche Schwierigkeit zu erreichen.

    Es gibt fünf Stufen des Herzens: qalb, sirr, sirr, as-sirr, khafaund akhfa. Qalbist das Herz. Sirrdas Geheimnis. Sirr as-sirrdas Geheimnis hinter dem Geheimnis. Khafadas Verborgene. Und schließlich akhfadas Verborgenste. Das Geheimnis dieses Ordens basiert auf diesen fünf Stufen des Herzens (lataif).

    Latifat al-qalb, das Herz ist unter der Autorität Adams (ks), denn er repräsentiert den physischen Teilaspekt des Herzens. Latifat as-sirr, das Geheimnis unterliegt Noah (ks), denn es ist das Gefäß welches vor dem Ozean der Finsternis und der Flut der Unwissenheit gerettet wird. Latifat sirr as-sirr, das Geheimnis hinter dem Geheimnis ist zweier Propheten: Abraham (ks) und Moses (ks), welche die göttliche Gegenwart auf der Erde repräsentieren. Gott ernannte Abraham (ks) zum Symbol all Seiner Kalifen auf dieser Erde, so wie es in dem Vers über die Erschaffung der Menschheit geschrieben steht (2:30).

  • Moses (ks) wurde mit dem Hören und der Rede Gottes begnadet, welche zwei essentielle Voraussetzungen des Wissens sind.

    Latifat al-khafa, das Verborgene gehört Jesus (ks)  aufgrund seiner Verbindung mit dem verborgenen Wissen. Er stellt das spirituelle Verständnis dar. Latifat al-akhfa, das Verborgenste gebührt der Wirklichkeit Muhammeds (sav), denn ihm ward solch Stufe über allen anderen Propheten und Gesandten gewährt. Er war derjenige, der in der Nacht der Himmelsreise in die göttliche Gegenwart hochgetragen wurde. Diese Ehrung kommt durch die heiligen Worte des Glaubensbekenntnisses zum Ausdruck: „Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammed ist der Gesandte Gottes.“

    Das Licht all dieser Stufen wurde mir offenbart. Das Licht der Herzens ist gelb. Das des Geheimnisses rot. Das Licht des Geheimnisses hinter dem Geheimnis ist weiß. Das des Verborgenen grün. Und schwarz ist das Licht des Verborgensten.

    Diese fünf Stufen sind die Zentren der Neun Punkte, welche den Brennpunkt der göttlichen Inspirationen im Herzen eines menschlichen Wesens darstellen. Diese Neuen Punkte befinden sich auf der Brust einer jeden Person und sie geben die verschiedenen verborgenen Zustände in einem jeden menschlichen Wesen wieder. Jede Stufe steht mit einem Heiligen in Verbindung, der die Autorität über den Punkt besitzt.

    Ist der Suchende auf dem Naqshbandi Weg im Stande den spirituellen Kontakt mit jenen Meistern zu entschleiern und herzustellen, so mag ihm das Wissen und die Kraft jener Neun Punkte gewährt sein.

    Die Vorgehensweise zur Eröffnung dieser Neun Punkte kann nur ansatzweise beschrieben werden. Für die erste Stufe bedarf es der Einsperrung des Egos. Der Schlüssel zur zweiten Stufe ist das dhikrmit „la ilaha ill-Allah>“. Die dritte Stufe besteht aus dem Eingravieren des Namen Gottes auf das Herz (naqsh). Die vierte Stufe bezieht sich auf die Bedeutung jener Gravur. Die fünfte Stufe ist das Prägen dieser Gravur durch das dhikr. In der sechsten Stufe kann nach Belieben der Herzschlag gestoppt oder fortgesetzt werden. Die siebte Stufe bedeutet sich bewusst zu werden, wie oft das Herz aufgehört hat zu schlagen und wie oft es geschlagen hat. In der achten Stufe rezitiert man „Muhammedun Rasul Allah„ (sav)  bei jedem Zusammenpressen und Entspannen des Herzens. Die neunte Stufe beschreibt den Rückzug in deine Höhle, so wie Gott in der Sure al-Kahf sagte: „Wenn du dich von ihnen abwendest und von den Dingen, die sie neben Gott anbeten, so ziehe dich in die Höhle zurück. Dein Herr wird Seine Barmherzigkeit auf dich herab strömen lassen...“ (18:16)

  • Die Höhle ist die göttliche Gegenwart. Zu diesem Zeitpunkt wird das Gebet des Propheten rezitiert: „O Gott, Du bist mein Ziel und Dein Wohlgefallen ist das, nach dem ich strebe.“ Des Herzenszyklus beim Zusammenpressen und Entspannen existiert in der Essenz der göttlichen Gegenwart. Weil jene göttliche Essenz der Quell aller Geschöpfe ist, wird das Herz auch mit den winzigsten Geschöpfen eins sein. Das Herz, das die Geheimnisse der Neun Punkte erlangte, wird im Stande sein alles zu sehen, zu hören, zu wissen, zu kosten und zu fühlen „und schließlich wird Er zu den Ohren mit denen er hört, zu den Augen mit denen er sieht, zu der Zunge mit der er spricht, zu der Hand mit der er greift, zu den Füßen mit denen er läuft. Er wird herrlich sein und sagt er zu einem Ding Sei! So wird es sein

    Sheikh Sharafuddins Testament

    In seinen letzten Tagen schrieb Sheikh Sharafuddin sein Testament und übergab es Sheikh Abd Allah. Zu jener Zeit sagte er ihm voraus: „Nach dem ich gestorben bin, wird es für dich die Möglichkeit geben, die Türkei zu verlassen. Ergreife diese Chance, denn deine Aufgabe liegt nicht hier, sondern außerhalb der Türkei.“

    Sheikh Abd Allah hatte zwei Töchter von seiner Ehefrau; die älteste hieß Rabia und die jüngere Madiha. Die neun anderen Kinder hatten nicht überlebt. Nach dem Scheiden seines Sheikhs, sandte König Faruq aus Ägypten eine Delegation, denn Sheikh Sharafuddin hatte auch viele Schüler in Ägypten. Einer der Prinzen, die angereist waren, gefiel seine Tochter Madiha. Er verliebte sich in sie und warb um ihre Hand.

    Sheikh Abd Allah verstand, dass nun die Zeit der Ausreise gekommen war. So nahm er den Antrag an und die Heirat war schließlich mit der Zustimmung seiner Tochter perfekt. Schon bald empfing er eine Einladung ihres neuen Ehemannes nach Ägypten. Er sagte:

    Ich ging nach Ägypten zu meiner Tochter. Die Beziehung zwischen ihr und ihrem Ehemann war nicht gut. Nach einiger Zeit kam es wie es kommen musste und die Scheidung wurde eingereicht. Ich befolgte den Rat meines Sheikhs und besorgte ein Schiff für meine Frau und meine Töchter, mit dem wir von Alexandria nach Latakia reisten. Von Latakia ging ich nach Aleppo, wo ich schließlich mit nur noch zehn Cents in meiner Hosentasche landete. Ich hatte sonst gar keinen anderen Besitz. Ich ging in die Moschee und verrichtete das Abendgebet mit meiner Ehefrau und meinen Töchtern. Plötzlich näherte sich mir ein Mann und sagte: „O mein Sheikh, bitte werde mein Gast.“ So bewirtete er uns. Es schien ein Wunder meines Sheikhs zu sein, das uns von der Türkei nach Ägypten und von dort aus nach Aleppo brachte, wo Gott uns seine Gunst öffnete.

  • Er bleib einige Zeit in Aleppo, wo sich die Menschen freuten solch einen ehrenvollen Gast zu haben. Gelehrten besuchten ihn und lauschten seinem faszinierenden Wissen. Sie nannten ihn „den Wiederbeleber der Religion.“ Jetzt ging er weiter nach Homs, wo er die Moschee und das Grabmal des Propheten Gefährten Khalid ibn Walid (ks)  besuchte. Jedoch blieb er nur kurz in Homs. So zog er weiter nach Damaskus in den Maidan Bezirk nahe dem Grabe von Saad ad-Din Jibawi, einem Heiligen aus der Familie des Propheten (sav). Dort eröffnete er die erste Herberge des daghestanischestammigen Naqshbandi Ordens. Durch ihn kehrte nun die Goldenen Kette die nach Sheikh Khalid Damaskus mit Sheikh Ismail in Richtung Daghestan verlassen hatte, wieder nach Damaskus zurück. Dort verheiratete er auch seine zwei Töchter. Rabia hatte vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen. Und Madiha heiratete Sheikh Tawfiq al-Hibri, einem der großen Islam Gelehrten aus dem Libanon.

    Mehr und mehr füllte sich seine Herberge. Jeder kam zu ihm, seien es die Sufis, die Regierungsleute, die Geschäftsleute oder die normalen Bürger gewesen. Schüler suchten jeden Tag seine Türe der Weisheit auf. Für alle gab es stets etwas zu essen und jeder wurde rund um versorgt.

    Dann empfing er den spirituellen Befehl auf den Berg Qasiyun umzuziehen. Dort ist der höchste Punkt von Damaskus und man kann von da aus die ganze Stadt überblicken. Mit seinen beiden Schülern Sheikh Muhammed Nazim Adil und Sheikh Husayn Ali errichtete er ein Haus, welches noch heute mit seiner Moschee besichtigt werden kann. In einer Vision sah er, während er die Moschee baute, den Prophet (sav), Abu Bakr as.Siddiq (ks), Ali (ks), Shah Naqshband und Ahmed al-Faruqi erscheinen und die Grundpfeiler der Moschee legten. Als die Vision endete, waren die Pfeiler Wirklichkeit geworden und jeder konnte dieses Wunder sehen. Tausende Menschen sollten in ihr einst Heilung, Segen und Wissen finden.

    Noch viele Male trug ihm der Prophet (sav)  auf sich während einem Zeitraum von vierzig Tagen bis zu einem Jahr zurückzuziehen. Manchmal isolierte er sich in Damaskus, manchmal im Jordan, in Baghdad beim Grabe des Abd al-Qadir Gilanis oder auch in Medina. Durch dieses harte spirituelle Training, erschloss er sich immer neue Horizonte.

    Einmal sandte er über Mawlana Sheikh Nazim eine Botschaft zu Sharif Abd Allah, dem König von Jordanien und einem seiner Schüler, er möge nicht bei den gemeinsamen Gebeten teilnehmen, vor allem nicht am Freitagsgebet, denn ein Attentat werde auf ihn geplant. Jedoch nahm Sharif Abd Allah diese Warnung nicht ernst und wurde nach dem Freitagsgebet ermordet.

  • Einer unserer Cousins wurde in Beirut von einer Kugel getroffen. Umgehend brachte man ihn in die Notaufnahme. Völlig erschüttert suchten wir Großsheikh um Rat. Kaum hatten wir ein Wort gesagt, da sprach er schon: „Geht zurück! Es war ihm vorherbestimmt zu sterben, jedoch wird er durch mein Gebet weiter leben. Seine Operation wird erfolgreich sein.“ Als wir dann wieder bei unserem Cousin waren, lag er noch im Koma und man bereitete bereits die OP vor. Wir informierten seine Mutter über die Worte des Großsheikhs um ihr zumindest Hoffnung zu machen. Am nächsten Tag fand unser Cousin wieder zu Bewusstsein. Er erklärte: „Ich sah wie Großsheikh auf mich zukam und mich operierte. Das hat mich gerettet.“

    Sheikh Abd Allah berichtete oft von den vorherbestimmten Sachen. Diesbezüglich sagte er:

    Es gibt zwei Arten des Schicksals. Zum einen das veränderliche Schicksal. Es steht auf den Tafeln niedergeschrieben. Dieses wird durch den eigenen Willen, das Verhalten und durch Ursache und Wirkung beeinflusst. Alle Heiligen können dieses Schicksal für ihre Schüler umwandeln, um sie zu trainieren und ihr Schicksal durch das Verändern ihres Verhaltens und ihrer Taten ins Gute zu ändern. Sheikhs können das veränderliche Schicksal zu Gunsten ihrer Schüler beeinflussen, denn sie sind gemäß dem göttlichen Willen miteinander verbunden.

    Der zweite Typ des Schicksal steht in der Mutter der Schrift, so wie es im Vers heißt: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39). Dieses Schicksal steht fest. Heilige greifen niemals in dieses Schicksal ein, denn es ist in den Händen des Schöpfers.

    Der Beweis das Gottes Vorherbstimmung verändert werden kann, geht aus dem folgenden Vers heraus: „Gott löscht aus und bestätigt, was Er will, und bei ihm ist die Mutter der Schrift“ (13:39)

    Wir wissen ,das Umar (ks)  in seinen Gebeten sagte: „O Gott, hast du mir die Schwierigkeit vorherbestimmt, so nimm sie von mir und wandle sie in Glück um.“

    Gott sagte: „Sprich: Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens vor dem Übel dessen, was Er erschaffen“(113:1-2)

    Die Rezitation jenes Gebetes, zu dem Zeitpunkt, wenn einen das Gute erreicht, wird das Übel ablenken.

  • Gute Taten und die Pflege der Verwandtschaftsverhältnisse schützen vor einem schlechten Tod und ändern ihn sogar in einen guten um. (Tirmdhi, Zakat #28)

    Die Bittgebete und das Leid warten in dem Sphäre zwischen Himmel und Erde, die Bittgebete wehren das Leid ab, bevor es überhaupt im Stande ist jemanden zu befallen. (Ibn Majah, Muqaddima #10, Fitan #66, Tirmidhi, Witr #21, Qadar #6; Ahmad 5:277, 180, 181; Ibn Hibban.)

    Gott gewährte jedoch den Neun Heiligen, die die höchste Stufe der göttlichen Gegenwart repräsentieren, dieses feststehende Schicksal mit der Erlaubnis des Propheten (sav)  und Gottes zu verändern. Sie kontrollieren die Neun Punkte des menschlichen Bewusstseins, das in Verbindung mit den verschieden Stufen des Fortschritts eines Suchenden auf seinem Weg zu der göttlichen Gegenwart steht. Gott gab diesen neun Heiligen, deren Anzahl sich seit dem Propheten (sav)  niemals verändert hat, die Kraft das Sultan adh-Dhikr einzusetzen, die Größte Erinnerung.

    Jeder weiß, dass dhikr hauptsächlich aus dem Aufsagen der Worte „la ilaha ill-Allah“ besteht. Das Sultan ad-Dhikr jedoch unterscheidet sich vollkommen von dieser Art der Gotteserinnerung.

    Gott sagte: „Wir sandten die Warnung (dhikr) herab, wir wollen sie hüten.“ (15:9) Das hier erwähnte dhikr ist der Heilige Quran. Das dhikr dieser neun Heiligen, bedeutet neben „la ilaha ill-Allah“ auch das Geheimnis des Qurans. Sie rezitieren den Quran nicht auf eine Weise, so wie wir sie kennen, sondern sie lesen ihn mit alle seinen Geheimnissen und inneren Wirklichkeiten.

    Denn Gott sagte: „... und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch“ (6:59) Es gibt kein Geschöpf Gottes, das nicht bereits mit all seinen Geheimnissen im Heiligen Quran erwähnt wurde.

    Folglich rezitiert jener bei dem Sultan adh-Dhikr alle Geheimnisse der Geschöpfe, vom Anbeginn bis zum Ende. Gott gab jedem Buchstaben des Qurans, gemäß den neun höchsten Meistern des Naqshbandi Ordens (dies ist das erste Mal das dieses Geheimnis gelüftet wird) zwölf tausend Arten des Wissens. Der Quran enthält ungefähr 600,000 Buchstaben und von jedem Buchstaben können die Heiligen 12,000 Arten des Wissens herauslesen!

    Diese neun Heiligen unterscheiden sich untereinander auch in ihrer Stufe.

  • So kommt es zum Beispiel dazu, dass ein Heiliger das Sultan adh-Dhikr in seinem ganzen Leben insgesamt nur einmal rezitieren konnte. Wohingegen ein anderer drei Mal oder neun Mal oder 29 Mal.

    Es war von einem Sheikh zum anderen unterschiedlich. Shah Naqshband war im Stande es in seinem ganzen Leben 999 Mal zu rezitieren. Ahmed al-Faruqi 9,999 und Sheikh Sharafuddin 19,999 Mal.

    Sheikh Nazim sagte: „Bei jedem Atemzug atmete GroßSheikh Abd Allah ad-Daghestani das Sultan adh-Dhikr ein und aus. In jedem Atemzug las er das Geheimnis des Qurans somit zwei Mal.

    Ein Treffen mit John Bennett

    Einer der vielen Besucher und Suchenden an der Türe des Großsheikhs war auch der Engländer John G. Bennett. In einigen Büchern erinnert er sich der Treffen mit Sheikh Abd Allah.

    Bennet schreibt in Concerning Subud: „Sheikh Abd Allah ist ein wahrer Heiliger, in dessen Gegenwart man selige Geborgenheit verspürt.“ In Witnessbeschreibt er:

    Der Sheikh erwartete mich auf dem Dach seines Hauses. Es befand sich weit über der Stadt und hatte eine wunderschöne Aussicht.

    ... Ich fühlte mich sicher bei ihm und schon bald erfuhr ich eine gigantische Freude, die den Platz ganz und gar zu erfüllen schien. Von da an verstand ich, dass ich mich in der Gegenwart eines wahrlich guten Menschen befand.

    Nach dem er mich für mein exzellentes Türkisch gelobt hatte, überraschte er mich sehr, als er mich fragte: Warum hast du die Dame, deine Schwester, die dich begleitete nicht auch hierher gebracht? Ich habe auch eine Nachricht für sie.“ Es war unwahrscheinlich, dass ihm irgendjemand von Elizabeth berichtet haben konnte. Wir gingen ohne Umwege in Richtung seines Hauses und der Dadji, mein Reiseführer, brachte mich zu seiner Türe ohne zu jemandem gesprochen zu haben. Ich antwortete ihm, da er ja ein Muslim war, nicht mit einer Frau sprechen wollte. Daraufhin erwiderte er ganz einfach: „Warum denn nicht? Regel und Bräuche sind für den Schutz der Engstirnigen; sie betreffen mich nicht. Bring sie doch einmal mit, wenn du das nächste Mal nach Damaskus kommst.“ Ich versprach ihm, ich werde es bei Gelegenheit nachholen.

    Lange saßen wir still da und betrachteten die alte Stadt.

  • Als er angefangen hatte zu reden, viel es mir sehr schwer aus meinen Träumerein zu erwachen. Er sagte: „Ich erwartete heute jemanden, aber ich dachte nicht, dass du es sein wirst. Vor einigen Nächte erschien mir in meinem Zimmer ein Engel, der mir mitteilte, dass du mich besuchen kommst und das ich dir drei Botschaften mitgeben solle. Du batest Gott um Seine Rechtleitung für deine Ehefrau. Sie ist unter Gottes Schutz. Du hast versucht ihr zu helfen, aber das war falsch. Du behinderst das Werk Gottes an ihrer Seele. Es gibt keinen Grund für dich, dich dermaßen um sie zu sorgen. Du brauchst nicht versuchen zu verstehen.

    Die zweite Mitteilung bezieht sich auf dein Haus. Du fragtest Gott, ob du deinen eigenen Weg gehen solltest oder anderen folgen. Hab Vertrauen in dich. Zwar wirst du von den Armeniern verfolgt werden, aber fürchtete dich nicht. Ziehe so viele Menschen wie nur möglich an dich, sei nicht unentschlossen, auch wenn andere Menschen zornig über dich sind.“

    Danach verstummte er wieder. Ich war voll und ganz erstaunt, denn es waren wahrlich meine zwei Fragen gewesen ...

    „Die wichtigste Botschaft ist die letzte. Wisse, die Welt ist voller Niederträchtigkeit. Menschen haben sich dem Götzendienst am Materialismus hingegeben und können sich nicht mehr aufrappeln Gott anzubeten. Jedoch hat Gott zu jeder Zeit Menschen gesandt, die die Menschen aus solch Miesere führen sollen. So ein Gesandter ist bereits auf Erden und er ist vielen bekannt. Bald wird er auch in den Westen gehen. Aber davor müssen ihm einige Auserwählte den Weg dazu ebnen

    ... Es wurde mir gezeigt, dass du einer jener Auserwählten bist

    ... Jener Gesandte wird auch in dein Land kommen und sogar in dein Haus ...

    Lasse niemals vom Gottesdienst ab, du darfst ihn nur nicht zeigen. Verhalte dich äußerlich wie die anderen. Gott ernannte zwei Engel, die sich um dich kümmern werden. Einer wird dich führen, auf dass du nicht mehr die alten Fehler begehest. Der andere wird für dich die religiösen Pflichten verrichten, für du nicht im Stande bist. Auch rate ich dir so oft wie möglich „la ilaha ill-Allah“ zu wiederholen, welches bedeutet, ich gebe mich dem Willen meines Herrn hin.

    Als ich sagte, dies sei doch die islamische Glaubensbekenntnis, da erwiderte er, es ist mindestens genauso viel christlich wie es islamisch ist, denn die Grundlage jeder Religion ist die Hingabe an den Willen Gottes und die Abkehr vom Egoismus.

  • Sein Verlassen dieser Welt

    Wir beobachteten viele Wunder unseres GroßSheikhs. Sein Leben war durch und durch erfüllt von heilbringenden Taten. Stets lächelte er und war niemals sauer. Und obwohl er kein Einkommen hatte, so hatte er dennoch reichlich Anzubieten in seinem Hause. Wie konnte das sein, das war die Frage vieler. Unangekündigt trafen manchmal bis zu zwei hundert Leute bei ihm ein und dennoch war immer für Essen gesorgt. Oft wundert wir uns: „Woher war doch noch mal dieses Reis und Brot und Fleisch hergekommen?“

    Selten sah ich ihn in der Nacht schlafen. Am Tage empfing er Gäste und in der Nacht zog er sich in sein Zimmer zurück und rezitierte den Quran und Segenswünsche auf den Propheten (sav). Es war eine seiner Gewohnheiten nach Mitternacht bis zum Morgenrauen zu beten. Er bemühte sich den Bedürftigen so gut wie nur möglich zu helfen und bot den Obdachlosen einen Aufenthaltsort für die Nacht in seiner Moschee an. Kurzum, er war ein Diener der Menschheit. Nichts kann auch nur ansatzweise seine Güte beschreiben.

    (Die folgenden Übersetzungen stammen aus der Morgenstern Ausgabe Nr.10)

    Eines Tages im Jahre 1973 sagte GroßSheikh Abd Allah: „Der Prophet (sav)ruft mich. Ich muss gehen und ihn treffen. Er erzählte mir: ‚Du wirst zu mir kommen, nachdem du eine Operation an deinem Augen gehabt haben wirst’“, und das bezog sich auf die Kurzsichtigkeit in seinem linken Auge. Er gab uns einen Wink, dass er dahinscheiden würde, aber wir waren nicht in der Lage, jenen Wink zu akzeptieren. Er war lebendig in uns und lebendig in all jenen, die ihn kannten, selbst in den Katzen, die immer um ihn herum waren.

    Nachdem er zur Augenoperation gegangen war, hörte er auf zu essen. Wir bettelten ihn, zu essen, aber er weigerte sich, indem er sagte: „Ich bin in vollständigem Rückzug, weil der Prophet (sav)  mich ruft.“ Er wollte nur einmal am Tag trockenes Brot annehmen, das, in das Wasser eingetaucht, weich gemacht worden war. Er sagte: „Ich will nicht länger leben, ich will mich mit meinem Propheten (sav)  verbinden und mit ihm sein. Er ruft mich, Gott ruft mich.“ Das war wie ein Donnerschlag für uns, aber wir konnten es noch nicht glauben. Dann schrieb er sein Testament und sagte: „Nächsten Sonntag werde ich dahinscheiden.“ Es sollte der 30. Dezember 1973 sein, der 4. Ramadan 1393. Alle waren geschockt und erwarteten voller Angst diesen Tag, um zu sehen, ob seine Vorhersage eintreffen würde.

  • Es war zehn Uhr an dem Sonntag, den er vorausgesagt hatte, und wir saßen in seinem Raum. Er sagte zu mir: „Fühle meinen Puls.“ Ich fühlte seinen Puls, und er war über 150. Dann sagte er: „O mein Sohn, dies sind die letzten Sekunden meines Lebens. Ich möchte niemanden hier haben. Alle müssen hinausgehen und zum großen Versammlungsraum gehen.“ Nur zehn von uns waren im Raum. In diesem Augenblick kamen zwei Ärzte an: einer war mein Bruder und der andere ein Freund. Sie beide waren Chirurgen. Großsheikh erlaubte niemand anderem als der Familie, in dem Raum zu sein.

    Wir hörten seine Töchter hinausschreien: „Mein Vater ist gestorben! Mein Vater ist gestorben!“ Wir alle rannten in den Raum, und wir sahen, dass Großsheikh sich nicht bewegte. Schnell prüfte mein Bruder seinen Puls und seinen Blutdruck, aber sie waren nicht zu entdecken. Er rannte hysterisch zum Auto, um eine Spritze zu holen und kehrte Minuten später zurück. Er kam in derselben Weise wieder herein und wollte dem Sheikh eine Injektion ins Herz geben, um den Herzschlag wieder in Gang zu setzen. Der andere Doktor sagte: „Was machst du? Der Sheikh ist seit über sieben Minuten tot. Hör auf mit der Verrücktheit.“ Aber er wollte nicht aufhören und bestand darauf, die Injektion anzubringen. Da öffnete Großsheikh die Augen, hielt seine Hand hoch und sagte auf türkisch: „Burak“, was „Hör auf!“ bedeutet.

    Alle waren schockiert. Sie hatten nie zuvor einen Toten sprechen hören. Ich werde das niemals in meinem ganzen Leben vergessen. Alle Anwesenden, Professoren und Doktoren, werden es ebenso nicht. Danach legte mein Bruder seine Instrumente weg. Er stand da unter Schock und wusste nicht, was er sagen sollte. War er tot oder nicht? Verbarg er sich nur kurz, um nach kurzem wiederzukommen? Das ist das Geheimnis das Gott Seinen Geliebten und Heiligen gibt, die in seinem Königtum reisen, in Seiner Liebe und Seinen Geheimnissen. Es war ein unvergesslicher Tag.

    Die Nachricht seines Scheidens war wie ein gewaltiger Tornado, der durch Damaskus, Aleppo, Jordanien, Beirut wirbelte. Von überall her kamen Leute, um einen letzten Blick auf ihn zu werfen. Wir wuschen ihn, und von seinem heiligen Körper ging ein wunderschöner Duft aus.

    Wir bereiteten für ihn die Totengebete und das Begräbnis am folgenden Tag vor. Alle Gelehrten von Damaskus warteten seiner Beerdigung auf. Vierhunderttausend Leute kamen zu seinem Totengebet. Leute standen aufgereiht von seinem Haus bis zur Moschee Ibn Arabai, wo sein Körper aufgebahrt lag. Als wir nach dem Totengebet zu seinem Haus zurückkehrten, sahen wir den Sarg über die Köpfe der Leute ohne Hilfe von irgend jemanden hinweg gleiten und sich zum Begräbnis in Richtung seiner Moschee hinbewegen.

  • Wegen der gewaltigen Menschenmenge in den Straßen brauchten wir drei Stunden, um von der Moschee Muhyiuddin Ibn Arabis bis zu GroßSheikhs Moschee zurückzulaufen, ein Weg, der normalerweise zwanzig Minuten in Anspruch nimmt.

    Alle weinten. Sie wollten nicht, dass der Sheikh beerdigt werde. Niemand konnte es glauben, und niemand konnte es akzeptieren. Es reichte, uns an den Zustand der Gefährten des Propheten Muhammed (sav)  zu erinnern, als er verschied. Wir verstanden, warum Umar, Uthman und Ali, möge Gott mit ihnen zufrieden sein, nicht akzeptieren konnten, dass der Prophet (sav)  verschieden war. Wir machten denselben Zustand durch und fragten uns wie Abu Bakr, möge Gott mit ihm zufrieden sein, jene Gefühle ertragen konnte.

    Alle Offiziellen der Regierung und Gelehrten waren in der Moschee und warteten darauf, ihn zu beerdigen. Dem Imam wurde von irgendwoher die Botschaft überbracht: „Beerdige Großsheikh nicht, bevor nicht Sheikh Nazim ankommt.“ Niemand konnte es glauben, da es keine Möglichkeit gegeben hatte, mit Sheikh Nazim in Kontakt zu treten, der in Zypern war. Es gab kein Telefon, kein Faxgerät und selbst ein Telegramm hätte zwei Tage gedauert. Niemand nahm an, dass die Nachricht echt war. Aber aus Liebe zu unserem Sheikh waren wir glücklich, sein Begräbnis hinauszuzögern, und bestanden darauf, zu warten, bis Sheikh Nazim angekommen wäre.

    Es war Ramadan, alle waren am Fasten. Die Gelehrten und die Menge wurden unruhig. Leute sagten, sie wollen gehen. Wir sagten ihnen, sie wären frei zu gehen, wenn sie wollten, aber das sie warten müssten. Nach einiger Zeit gingen die meisten Leute weg und nur die aufrichtigsten Anhänger des Sheikhs blieben zurück. Kurz vor Sonnenuntergang wurde Sheikh Nazim gesehen, wie er die Treppen hochstieg. Wie er so schnell angekommen war, wusste niemand. Es bleibt ein Rätsel bis zum heutigen Tag.

    Sheikh Nazim brachte Großsheikhs Körper zurück in die Moschee und betete erneut das Totengebet für ihn. Er begrub ihn mit seinen eigenen Händen. Als er das Leichentuch hoch hob, rochen wir den süßen Duft von Sandelholz, Amber und Moschus von einer Art, wie wir es niemals zuvor gerochen hatten. Dann bat uns Sheikh Nazim, alle hinauszugehen und das Fastenbrechen vorzubereiten. Nur mein Bruder und ich blieben und beobachteten vom Fenster aus, um zu sehen, was drinnen geschah.

    Er stand wie im Gebet am Kopf des Grabes. Dann verschwand Sheikh Nazim in einem Augenblick. Dieses Ereignis setzte unsere vorangegangene Überraschungen die Krone auf. Keine Worte konnten unsere Gefühle ausdrücken.

  • Fünfzehn Minuten vergingen, bis wir plötzlich Sheikh Nazim am selben Ort erschienen sahen, von wo er verschwunden war. Dann liefen wir zur Tür, als er herauskam. Er sagte: „Was! Immer noch da? Habt ihr euer Fasten noch nicht gebrochen? Macht nichts, meine Gesellschaft ist besser!“ Wir gingen hinunter, um das Fasten mit ihm zu brechen. Sheikh Nazim fuhr in dieser Nacht nach Beirut und nahm ein Flugzeug zurück nach Zypern.

    Seine Voraussagen

    Großsheikh Abd Allah ad-Daghestani, naqib al-ummah, möge Gott seine Seele heiligen, sagte viele Ereignisse voraus, von denen einige eingetroffen sind und wir einige noch erwarten.

    Im Jahr 1966 sagte er: „Im nächsten Jahr wird es einen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben. Die Araber werden besiegt werden.“ Er sagte voraus, dass ein weiterer Krieg zwischen Israel und den Arabern sich ereignen würde. Kurz bevor er verschied, sagte er: „Es wird innerhalb eines Monats einen großen Krieg zwischen den Israelis und den Arabern geben.“ Das traf ein. Am dritten Oktober, drei Tage nach seinem Dahinscheiden, traten die Arber und Israel in einen weiteren Krieg ein.

    Einmal erwog Großsheikhs Tochter Madiha, mit ihrem Ehemann ein Haus in Beirut zu kaufen, und Großsheikh sagte: „Nein“. Sie bestand darauf, aber er sagte immer noch „Nein“. Sie bestand weiter darauf, aber er war unnachgiebig und sagte: „Beiraut wird von Blutvergießen betroffen sein, und niemand wird dieser Einwirkung entkommen.“ Er erwähnte das im Jahr 1972, und 1975 begann es sich zu ereignen. Bevor er verschied, sprach er zu uns: „Ich sehe euch in Tripolis, im Norden des Libanon.“ Das war seine Art, uns vorzuschlagen, von Beirut wegzuziehen.

    Er sagte: „Ich sehe England den Islam annehmen.“ Er sagte voraus, dass eine königliche Familie in Europa den Islam unterstützen würde, weil in ihrer Blutlinie das Blut von Arabern ist. „Dies wird sie zur Spiritualität hinziehen und in ihnen ein Interesse an vielen Glaubensrichtungen aufkommen lassen und sie zur göttlichen Gegenwart leiten.“

    Nach einem Bericht sagte er: „Als John Bennett mich traf und Zeugnis ablegte, dass Gott einer ist und Muhammed (sav)  der Gesandte Gottes, fragte er, was er tun könnte. Ich sagte ihm, er solle sein Bekenntnis geheim halten. Dadurch war er in der Lage, viele Leute in seiner Heimat England dazu zu bringen, Zeugnis abzulegen und sie für die Spiritualität zu interessieren.“

    „China ist unter der Autorität eines großen Heiligen, der in der Zeit Mahdis (ks)  und Jesu (ks)  einer der größten Heiligen sein wird.

  • Sein Name ist Abur Rauf al-Yamani. Durch seinen Einfluss wird China ein Abkommen mit dem Westen unterzeichnen, seine Nuklearwaffen nicht zu benutzen. China wird sich in viele kleine Länder aufspalten. Es wird Probleme im Fernen Osten auf der Koreanischen Halbinsel geben, und eine große Macht wird dazwischen kommen, diesen Konflikt zu stoppen.

    Ein nicht-arabisches Land im Mittleren Osten wird am Persischen Golf angreifen, was die ganze Welt darüber in Furcht setzen wird, dass die Quelle des Erdöls abgeschnitten wird.“

    Er sagte: „Kairo wird unter Wasser sinken.“ Später bauten die Russen den Assuan-Staudamm. Er enthält eine gewaltige Menge Wasser, und es ist kürzlich herausgefunden worden, dass er gelöste Verankerungen hat, die unterspült werden.

    Er sagte: „Zypern wird unter Wasser sinken, und der Berg Olymp in der Nähe von Bursa wird empor brechen. Unter ihm sind zwei Elemente, Gas und Feuer, die bis jetzt voneinander getrennt gehalten waren, und Heilige haben immer gebetet, dass diese Elemente sich nicht verbinden. Durch seine Explosion werden Hunderttausende von Menschen verletzt und obdachlos werden.

    Es wird einen Krieg im Golfgebiet geben, wo ein gewaltiges Feuer entbrennen und den Rest der Welt mit verwickeln wird.

    Deutschland und England werden ganz Europa führen. In Deutschland gibt es einen von Mahdi (ks)  und Jesus (ks)  angewiesenen Heiligen, der die Leute in der Spiritualität aufzubauen und zu trainieren hat.

    Es wird einen großen Wechsel in der Annäherung der Araber in der Politik geben, und ein machtvolles Regime wird sich zu einer besseren Art von Regierung hin ändern.“

    Bevor er verschied, sagte er in einem privaten Treffen mit einigen seiner engsten Schüler: „Es wird Frieden geben, und Amerika wird derjenige sein, der die Friedensgespräche leitet, welche den Krieg zwischen den Arabern und Israel beenden werden. Dies wird geschehen. Das Zeichen hierfür wird der Zusammenfall des Kommunismus und die Aufsplitterung des Russischen Reiches in viele Teile sein. Es wird kein Macht in dieser Welt geben außer für Amerika. Die meisten arabischen Regierungen werden sich den Amerikanern zuwenden. Der Konflikt wird sich vollkommen beruhigen, und Araber und Israelis werden in Frieden leben. Langsam wird jeder Konflikt auf Erden zu einem Ende gebracht werden, und überall wird Frieden sein.

  • Amerika wird das anführen. Alle werden glücklich sein, und niemand wird erwarten, dass jemals wieder der Krieg ausbricht.

    Plötzlich wird inmitten des Friedens ein Angriff auf die Türkei von einem Nachbarland aus stattfinden, und ein Krieg wird beginnen, gefolgt von einer Invasion der Türkei durch ein benachbartes Land. Dies wird die US Basen in der Türkei bedrohen und eine größere Katastrophe auf Erden und einen schrecklichen Krieg münden. Im Verlaufe des Krieges wird Mahdi (ks) hervortreten und Jesus (ks) wiederkommen. Sein wird sein, Spiritualität, Frieden und Gerechtigkeit zu bringen und Tyrannei, Furcht und Terror zu überwinden. Liebe, Glück und Frieden werden diese Erde mit der Macht Mahdis (ks)  und Jesu (ks) durch den Willen des Allmächtigen Gottes erfüllen.

    Das Geheimnis der Goldenen Kette wurde der Sonne der Sonnen, Sheikh Muhammed Nazim Adil al-Qubrusi ar-Rabbani an-Naqshbandi al-Haqqani übergeben.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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