Spirituelle Konversationen von Sheikh Eşref Efendi
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Bismillahirrahmanirrahim

Angst und Drohung

Sheikh Eşref Efendi, Sufiland  18.01.2016
  • Was hast du gemacht, eben mit deinem Kind? Du hast ihm gedroht: »Entweder du gehst nach draußen oder du bist still!«

    Das ist eine Drohung! Und sollte das Kind darauf nicht hören: Dann bringt es nach draußen und tut so, als ob es draußen bleiben muss. So kann das Kind die Situation fühlen, kann spüren, wie es sich anfühlt so allein. Dann wird es nachgeben; denn es hat Angst, draußen bleiben zu müssen. Das Kind wird sich ergeben, möchte es doch wieder hinein, zurück in die Gemeinschaft.

    Der Mensch und sein Herr – der Diener und sein Herr...

    Und der Herr spricht:
    »Esst und trinkt, doch verschwendet nicht. Lebt schön, lebt gut, lebt anständig!«

    Allah gibt uns ein Leben, gibt uns die Freiheit: »Lebt euer Leben!« Der Herr hat uns nicht in einem Gefängnis oder im Feuer erschaffen und spricht:

    »Lebt! All das habe ich hier erschaffen, damit ihr lebt: Die vielfältigsten Früchte, dieses und jenes, sämtliche Genüsse.
    Das ist für euch!
    So nehmt davon, es ist erlaubt - aber in Maßen!
    Seid nicht maßlos! Und lebt miteinander in Anstand!«

    Wofür gibt es den Anstand? Man braucht ihn, weil der andere auch noch da ist. Allein zu Haus glaubt der Mensch nicht anständig sein zu müssen. Und falls doch, wäre das der höchste Anstand.

    Sich darüber bewusst zu sein beobachtet zu werden und in Wirklichkeit niemals allein zu sein. Deshalb darfst du eigentlich auch in deinen eigenen vier Wänden nicht in der Nase bohren oder all das andere tun, was du in Gesellschaft unterlassen würdest. Denn in Wahrheit hast du immer Gesellschaft - doch du kannst sie weder hören noch sehen.

  • Du bist nie allein!
    Da du dich allein und unbeobachtet fühlst tust du, was du willst. Kannst du, es ist nicht unbedingt verboten.

    Allah hat uns erlaubt, das Leben zu genießen und weist an:
    »Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!«
    Also essen, trinken und genießen wir.

    »Ich habe für euch im Paradies Genüsse und Schönheiten jenseits eurer Vorstellung erschaffen«, sagt der Herr.

    Die Vorstellungskraft des Menschen in dieser Welt ist minimal. Der gierige Mensch hat unendlich viele Vorstellungen und Wünsche. Doch im Vergleich zum Paradies beträgt seine Vorstellungskraft im Hier und Jetzt von einhundert Prozent nur 0,00000001.

    Im Paradies wird dir endlose Vorstellungskraft gegeben. So viel, wie du dir im Irdischen nicht im Geringsten vorstellen könntest, weil es ‚Jenseits‘ deiner Vorstellungen liegt.

    Gelangst du im Paradies an die Grenze deiner Vorstellungskraft, wird der Herr sie dir erweitern, wieder und wieder. Endlos wird Er dir geben! Denn das Paradies ist die Erfüllung der endlosen Wünsche und Erschaffung und Erfüllung endloser Vorstellungen.

    Das Paradies!

    Dort kannst du wollen, wollen, wollen,
    wünschen, wünschen, wünschen,
    dir vorstellen, vorstellen, vorstellen.

    Allah dehnt deine Vorstellungskraft mehr und mehr aus - denn Er möchte geben! Der Herr gibt von sich heraus, ohne dass du danach verlangst.

    ER gibt dir die Vorstellungskraft und Wünsche! Was glaubst du denn, woher deine Wünsche kommen?

  • Denkt ihr wirklich, ihr habt eure Wünsche und Vorstellungen selbst erschaffen? Nein! Das kommt von Ihm! Der Herr gibt, sagt aber: »Stop! Ich habe dir für hier nur Kostproben-Wünsche gegeben. Du darfst wünschen, ja; aber nicht für diese Welt!«

    So sprich zu Ihm: »Oh Allah, gib mir, was ich für das Leben hier auf Erden benötige. Doch im Jenseits will ich alles haben - all das, was ich hier nicht bekommen kann, was ich mir nicht vorstellen kann.«

    So wie am Nikolaus-Tag: Schreib deine Wünsche auf und lass sie dir schicken. Das ist erlaubt.

    Wir haben das Recht, das Leben auf Erden zu genießen. Doch gibt es darin Grenzen und Maßstäbe. In dieser Welt herrscht das Chaos, daher ist Ordnung unumgänglich. Der Anstand und das Maß bringen dich dazu, eine Ordnung zu schaffen. Sonst wäre dies ein wildes Leben, in dem alle Menschen wie wilde Tiere miteinander umgehen würden.

    Damit dies nicht geschieht, sagt Allah:
    »Lebt, trinkt, esst, genießt - aber in Maßen und mit Anstand! Fallt nicht aus dem Rahmen und bleibt innerhalb der gesetzten Grenzen. Solltet ihr jedoch mehr wollen, müsst ihr euch an dem Anteil des anderen vergreifen - und das bedeutet Krieg.«

    Deshalb schickt der Herr euch Regeln und Riegel!

    Und dazu die Erziehung! Damit ihr die notwendigen Regeln und Riegel kennenlernt. Denn Drohung gehört zur Erziehung, ein bisschen Angst machen ebenfalls.

    Ohne Angst und Drohung versteht das Kind nicht!
    Genau das wurde uns ja soeben von dem Kind vorgeführt.
    Wo ist es denn jetzt? Abgehauen?

  • Das Kind ohne Unterlass zu vergöttern und nur Liebe schenken zu wollen im Namen dieser ach so humanitären Welt: Das ist Unsinn! Wir wollen unseren Kindern Liebe schenken und sie wiederum geben uns Ärger zurück. Sie stören hier unseren Frieden mit ihrem Geschrei und belästigen uns.

    Das ist Grund genug zu sagen: »Sei still! Mach das nicht!« Sind sie nicht gehorsam, folgt eine entsprechende Drohung. Das ist die Sprache für die, die das Wort nicht verstehen wollen - Taten wiederum schon...

    Drohung! Zu drohen kündigt das letzte Wort an: »Mach das nicht, sonst...!« Die Grenze ist erreicht. Da kann man noch innehalten, die Warnung spüren, weil du an der Schwelle stehst zwischen: Entweder draußen oder drinnen. An diesem Punkt kann man nachgeben.

    Versteht man dann immer noch nicht heißt es: »Raus mit dir!«
    Wir schicken das Kind nach draußen, nur ein paar Minuten, lassen es dort unbeachtet - und dann schauen wir mal... Das ist Erziehung!

    Drohung gehört zur Religion, Drohung gehört zur Erziehung.
    Angst gehört zur Religion, Angst gehört zur Erziehung.
    Das ist die Realität! Alles andere ist Unsinn und Dummheit.

    »Wir wollen unser Kind nur liebevoll erziehen, Sheikh.«

    Das ist Schwachsinn und gehört nicht zu dieser Welt. Denn das findet im Paradies statt!

    Diese Welt ist alles andere als liebevoll. Ist diese Welt liebevoll, der Liebe voll? Nein! Unsere Gemeinschaft ist eine liebevolle Gemeinschaft. Sie sollte ein liebevoller Pfad der Gemeinschaft sein... Doch was passiert, wenn wir nicht aufpassen? Es gibt Krieg - und dann sind wir verbrannt.

    In dieser Welt, in jeder Gesellschaft und Gemeinschaft, musst du achtsam sein. Das ist immer so.

  • Daher musst du die Liebe in dir erreichen!

    Den Pfad der Liebe,
    die Chaussee der Liebe,
    die Straße der Liebe,
    den Weg der Liebe,
    den Platz der Liebe.

    Und dann reflektier! - aber außerhalb von dir. Denn nicht alle Menschen sind wie du.

    Viele haben diesen Platz noch nicht erreicht, den Ort der Liebe. Selbst wenn sie es wollten, tun sie sich noch schwer damit.

    Und nun? Maşallah, jetzt kommt mir das Kind vor, als hätte die Mutter es verhext, Magie angewandt oder in Hypnose versetzt. Aber nein! Sie hat ihm nur gedroht. So ist es gut und besser als eine Droge.

    Bi hürmetil habib
    bi hürmetil el-Fatiha

  • Was hast du gemacht, eben mit deinem Kind? Du hast ihm gedroht: »Entweder du gehst nach draußen oder du bist still!«

    Das ist eine Drohung! Und sollte das Kind darauf nicht hören: Dann bringt es nach draußen und tut so, als ob es draußen bleiben muss. So kann das Kind die Situation fühlen, kann spüren, wie es sich anfühlt so allein. Dann wird es nachgeben; denn es hat Angst, draußen bleiben zu müssen. Das Kind wird sich ergeben, möchte es doch wieder hinein, zurück in die Gemeinschaft.

    Der Mensch und sein Herr – der Diener und sein Herr...

    Und der Herr spricht:
    »Esst und trinkt, doch verschwendet nicht. Lebt schön, lebt gut, lebt anständig!«

    Allah gibt uns ein Leben, gibt uns die Freiheit: »Lebt euer Leben!« Der Herr hat uns nicht in einem Gefängnis oder im Feuer erschaffen und spricht:

    »Lebt! All das habe ich hier erschaffen, damit ihr lebt: Die vielfältigsten Früchte, dieses und jenes, sämtliche Genüsse.
    Das ist für euch!
    So nehmt davon, es ist erlaubt - aber in Maßen!
    Seid nicht maßlos! Und lebt miteinander in Anstand!«

    Wofür gibt es den Anstand? Man braucht ihn, weil der andere auch noch da ist. Allein zu Haus glaubt der Mensch nicht anständig sein zu müssen. Und falls doch, wäre das der höchste Anstand.

    Sich darüber bewusst zu sein beobachtet zu werden und in Wirklichkeit niemals allein zu sein. Deshalb darfst du eigentlich auch in deinen eigenen vier Wänden nicht in der Nase bohren oder all das andere tun, was du in Gesellschaft unterlassen würdest. Denn in Wahrheit hast du immer Gesellschaft - doch du kannst sie weder hören noch sehen.

  • Du bist nie allein!
    Da du dich allein und unbeobachtet fühlst tust du, was du willst. Kannst du, es ist nicht unbedingt verboten.

    Allah hat uns erlaubt, das Leben zu genießen und weist an:
    »Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!«
    Also essen, trinken und genießen wir.

    »Ich habe für euch im Paradies Genüsse und Schönheiten jenseits eurer Vorstellung erschaffen«, sagt der Herr.

    Die Vorstellungskraft des Menschen in dieser Welt ist minimal. Der gierige Mensch hat unendlich viele Vorstellungen und Wünsche. Doch im Vergleich zum Paradies beträgt seine Vorstellungskraft im Hier und Jetzt von einhundert Prozent nur 0,00000001.

    Im Paradies wird dir endlose Vorstellungskraft gegeben. So viel, wie du dir im Irdischen nicht im Geringsten vorstellen könntest, weil es ‚Jenseits‘ deiner Vorstellungen liegt.

    Gelangst du im Paradies an die Grenze deiner Vorstellungskraft, wird der Herr sie dir erweitern, wieder und wieder. Endlos wird Er dir geben! Denn das Paradies ist die Erfüllung der endlosen Wünsche und Erschaffung und Erfüllung endloser Vorstellungen.

    Das Paradies!

    Dort kannst du wollen, wollen, wollen,
    wünschen, wünschen, wünschen,
    dir vorstellen, vorstellen, vorstellen.

    Allah dehnt deine Vorstellungskraft mehr und mehr aus - denn Er möchte geben! Der Herr gibt von sich heraus, ohne dass du danach verlangst.

    ER gibt dir die Vorstellungskraft und Wünsche! Was glaubst du denn, woher deine Wünsche kommen?

  • Denkt ihr wirklich, ihr habt eure Wünsche und Vorstellungen selbst erschaffen? Nein! Das kommt von Ihm! Der Herr gibt, sagt aber: »Stop! Ich habe dir für hier nur Kostproben-Wünsche gegeben. Du darfst wünschen, ja; aber nicht für diese Welt!«

    So sprich zu Ihm: »Oh Allah, gib mir, was ich für das Leben hier auf Erden benötige. Doch im Jenseits will ich alles haben - all das, was ich hier nicht bekommen kann, was ich mir nicht vorstellen kann.«

    So wie am Nikolaus-Tag: Schreib deine Wünsche auf und lass sie dir schicken. Das ist erlaubt.

    Wir haben das Recht, das Leben auf Erden zu genießen. Doch gibt es darin Grenzen und Maßstäbe. In dieser Welt herrscht das Chaos, daher ist Ordnung unumgänglich. Der Anstand und das Maß bringen dich dazu, eine Ordnung zu schaffen. Sonst wäre dies ein wildes Leben, in dem alle Menschen wie wilde Tiere miteinander umgehen würden.

    Damit dies nicht geschieht, sagt Allah:
    »Lebt, trinkt, esst, genießt - aber in Maßen und mit Anstand! Fallt nicht aus dem Rahmen und bleibt innerhalb der gesetzten Grenzen. Solltet ihr jedoch mehr wollen, müsst ihr euch an dem Anteil des anderen vergreifen - und das bedeutet Krieg.«

    Deshalb schickt der Herr euch Regeln und Riegel!

    Und dazu die Erziehung! Damit ihr die notwendigen Regeln und Riegel kennenlernt. Denn Drohung gehört zur Erziehung, ein bisschen Angst machen ebenfalls.

    Ohne Angst und Drohung versteht das Kind nicht!
    Genau das wurde uns ja soeben von dem Kind vorgeführt.
    Wo ist es denn jetzt? Abgehauen?

  • Das Kind ohne Unterlass zu vergöttern und nur Liebe schenken zu wollen im Namen dieser ach so humanitären Welt: Das ist Unsinn! Wir wollen unseren Kindern Liebe schenken und sie wiederum geben uns Ärger zurück. Sie stören hier unseren Frieden mit ihrem Geschrei und belästigen uns.

    Das ist Grund genug zu sagen: »Sei still! Mach das nicht!« Sind sie nicht gehorsam, folgt eine entsprechende Drohung. Das ist die Sprache für die, die das Wort nicht verstehen wollen - Taten wiederum schon...

    Drohung! Zu drohen kündigt das letzte Wort an: »Mach das nicht, sonst...!« Die Grenze ist erreicht. Da kann man noch innehalten, die Warnung spüren, weil du an der Schwelle stehst zwischen: Entweder draußen oder drinnen. An diesem Punkt kann man nachgeben.

    Versteht man dann immer noch nicht heißt es: »Raus mit dir!«
    Wir schicken das Kind nach draußen, nur ein paar Minuten, lassen es dort unbeachtet - und dann schauen wir mal... Das ist Erziehung!

    Drohung gehört zur Religion, Drohung gehört zur Erziehung.
    Angst gehört zur Religion, Angst gehört zur Erziehung.
    Das ist die Realität! Alles andere ist Unsinn und Dummheit.

    »Wir wollen unser Kind nur liebevoll erziehen, Sheikh.«

    Das ist Schwachsinn und gehört nicht zu dieser Welt. Denn das findet im Paradies statt!

    Diese Welt ist alles andere als liebevoll. Ist diese Welt liebevoll, der Liebe voll? Nein! Unsere Gemeinschaft ist eine liebevolle Gemeinschaft. Sie sollte ein liebevoller Pfad der Gemeinschaft sein... Doch was passiert, wenn wir nicht aufpassen? Es gibt Krieg - und dann sind wir verbrannt.

    In dieser Welt, in jeder Gesellschaft und Gemeinschaft, musst du achtsam sein. Das ist immer so.

  • Daher musst du die Liebe in dir erreichen!

    Den Pfad der Liebe,
    die Chaussee der Liebe,
    die Straße der Liebe,
    den Weg der Liebe,
    den Platz der Liebe.

    Und dann reflektier! - aber außerhalb von dir. Denn nicht alle Menschen sind wie du.

    Viele haben diesen Platz noch nicht erreicht, den Ort der Liebe. Selbst wenn sie es wollten, tun sie sich noch schwer damit.

    Und nun? Maşallah, jetzt kommt mir das Kind vor, als hätte die Mutter es verhext, Magie angewandt oder in Hypnose versetzt. Aber nein! Sie hat ihm nur gedroht. So ist es gut und besser als eine Droge.

    Bi hürmetil habib
    bi hürmetil el-Fatiha

  • Was hast du gemacht, eben mit deinem Kind? Du hast ihm gedroht: »Entweder du gehst nach draußen oder du bist still!«

    Das ist eine Drohung! Und sollte das Kind darauf nicht hören: Dann bringt es nach draußen und tut so, als ob es draußen bleiben muss. So kann das Kind die Situation fühlen, kann spüren, wie es sich anfühlt so allein. Dann wird es nachgeben; denn es hat Angst, draußen bleiben zu müssen. Das Kind wird sich ergeben, möchte es doch wieder hinein, zurück in die Gemeinschaft.

    Der Mensch und sein Herr – der Diener und sein Herr...

    Und der Herr spricht:
    »Esst und trinkt, doch verschwendet nicht. Lebt schön, lebt gut, lebt anständig!«

    Allah gibt uns ein Leben, gibt uns die Freiheit: »Lebt euer Leben!« Der Herr hat uns nicht in einem Gefängnis oder im Feuer erschaffen und spricht:

    »Lebt! All das habe ich hier erschaffen, damit ihr lebt: Die vielfältigsten Früchte, dieses und jenes, sämtliche Genüsse.
    Das ist für euch!
    So nehmt davon, es ist erlaubt - aber in Maßen!
    Seid nicht maßlos! Und lebt miteinander in Anstand!«

    Wofür gibt es den Anstand? Man braucht ihn, weil der andere auch noch da ist. Allein zu Haus glaubt der Mensch nicht anständig sein zu müssen. Und falls doch, wäre das der höchste Anstand.

    Sich darüber bewusst zu sein beobachtet zu werden und in Wirklichkeit niemals allein zu sein. Deshalb darfst du eigentlich auch in deinen eigenen vier Wänden nicht in der Nase bohren oder all das andere tun, was du in Gesellschaft unterlassen würdest. Denn in Wahrheit hast du immer Gesellschaft - doch du kannst sie weder hören noch sehen.

  • Du bist nie allein!
    Da du dich allein und unbeobachtet fühlst tust du, was du willst. Kannst du, es ist nicht unbedingt verboten.

    Allah hat uns erlaubt, das Leben zu genießen und weist an:
    »Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!«
    Also essen, trinken und genießen wir.

    »Ich habe für euch im Paradies Genüsse und Schönheiten jenseits eurer Vorstellung erschaffen«, sagt der Herr.

    Die Vorstellungskraft des Menschen in dieser Welt ist minimal. Der gierige Mensch hat unendlich viele Vorstellungen und Wünsche. Doch im Vergleich zum Paradies beträgt seine Vorstellungskraft im Hier und Jetzt von einhundert Prozent nur 0,00000001.

    Im Paradies wird dir endlose Vorstellungskraft gegeben. So viel, wie du dir im Irdischen nicht im Geringsten vorstellen könntest, weil es ‚Jenseits‘ deiner Vorstellungen liegt.

    Gelangst du im Paradies an die Grenze deiner Vorstellungskraft, wird der Herr sie dir erweitern, wieder und wieder. Endlos wird Er dir geben! Denn das Paradies ist die Erfüllung der endlosen Wünsche und Erschaffung und Erfüllung endloser Vorstellungen.

    Das Paradies!

    Dort kannst du wollen, wollen, wollen,
    wünschen, wünschen, wünschen,
    dir vorstellen, vorstellen, vorstellen.

    Allah dehnt deine Vorstellungskraft mehr und mehr aus - denn Er möchte geben! Der Herr gibt von sich heraus, ohne dass du danach verlangst.

    ER gibt dir die Vorstellungskraft und Wünsche! Was glaubst du denn, woher deine Wünsche kommen?

  • Denkt ihr wirklich, ihr habt eure Wünsche und Vorstellungen selbst erschaffen? Nein! Das kommt von Ihm! Der Herr gibt, sagt aber: »Stop! Ich habe dir für hier nur Kostproben-Wünsche gegeben. Du darfst wünschen, ja; aber nicht für diese Welt!«

    So sprich zu Ihm: »Oh Allah, gib mir, was ich für das Leben hier auf Erden benötige. Doch im Jenseits will ich alles haben - all das, was ich hier nicht bekommen kann, was ich mir nicht vorstellen kann.«

    So wie am Nikolaus-Tag: Schreib deine Wünsche auf und lass sie dir schicken. Das ist erlaubt.

    Wir haben das Recht, das Leben auf Erden zu genießen. Doch gibt es darin Grenzen und Maßstäbe. In dieser Welt herrscht das Chaos, daher ist Ordnung unumgänglich. Der Anstand und das Maß bringen dich dazu, eine Ordnung zu schaffen. Sonst wäre dies ein wildes Leben, in dem alle Menschen wie wilde Tiere miteinander umgehen würden.

    Damit dies nicht geschieht, sagt Allah:
    »Lebt, trinkt, esst, genießt - aber in Maßen und mit Anstand! Fallt nicht aus dem Rahmen und bleibt innerhalb der gesetzten Grenzen. Solltet ihr jedoch mehr wollen, müsst ihr euch an dem Anteil des anderen vergreifen - und das bedeutet Krieg.«

    Deshalb schickt der Herr euch Regeln und Riegel!

    Und dazu die Erziehung! Damit ihr die notwendigen Regeln und Riegel kennenlernt. Denn Drohung gehört zur Erziehung, ein bisschen Angst machen ebenfalls.

    Ohne Angst und Drohung versteht das Kind nicht!
    Genau das wurde uns ja soeben von dem Kind vorgeführt.
    Wo ist es denn jetzt? Abgehauen?

  • Das Kind ohne Unterlass zu vergöttern und nur Liebe schenken zu wollen im Namen dieser ach so humanitären Welt: Das ist Unsinn! Wir wollen unseren Kindern Liebe schenken und sie wiederum geben uns Ärger zurück. Sie stören hier unseren Frieden mit ihrem Geschrei und belästigen uns.

    Das ist Grund genug zu sagen: »Sei still! Mach das nicht!« Sind sie nicht gehorsam, folgt eine entsprechende Drohung. Das ist die Sprache für die, die das Wort nicht verstehen wollen - Taten wiederum schon...

    Drohung! Zu drohen kündigt das letzte Wort an: »Mach das nicht, sonst...!« Die Grenze ist erreicht. Da kann man noch innehalten, die Warnung spüren, weil du an der Schwelle stehst zwischen: Entweder draußen oder drinnen. An diesem Punkt kann man nachgeben.

    Versteht man dann immer noch nicht heißt es: »Raus mit dir!«
    Wir schicken das Kind nach draußen, nur ein paar Minuten, lassen es dort unbeachtet - und dann schauen wir mal... Das ist Erziehung!

    Drohung gehört zur Religion, Drohung gehört zur Erziehung.
    Angst gehört zur Religion, Angst gehört zur Erziehung.
    Das ist die Realität! Alles andere ist Unsinn und Dummheit.

    »Wir wollen unser Kind nur liebevoll erziehen, Sheikh.«

    Das ist Schwachsinn und gehört nicht zu dieser Welt. Denn das findet im Paradies statt!

    Diese Welt ist alles andere als liebevoll. Ist diese Welt liebevoll, der Liebe voll? Nein! Unsere Gemeinschaft ist eine liebevolle Gemeinschaft. Sie sollte ein liebevoller Pfad der Gemeinschaft sein... Doch was passiert, wenn wir nicht aufpassen? Es gibt Krieg - und dann sind wir verbrannt.

    In dieser Welt, in jeder Gesellschaft und Gemeinschaft, musst du achtsam sein. Das ist immer so.

  • Daher musst du die Liebe in dir erreichen!

    Den Pfad der Liebe,
    die Chaussee der Liebe,
    die Straße der Liebe,
    den Weg der Liebe,
    den Platz der Liebe.

    Und dann reflektier! - aber außerhalb von dir. Denn nicht alle Menschen sind wie du.

    Viele haben diesen Platz noch nicht erreicht, den Ort der Liebe. Selbst wenn sie es wollten, tun sie sich noch schwer damit.

    Und nun? Maşallah, jetzt kommt mir das Kind vor, als hätte die Mutter es verhext, Magie angewandt oder in Hypnose versetzt. Aber nein! Sie hat ihm nur gedroht. So ist es gut und besser als eine Droge.

    Bi hürmetil habib
    bi hürmetil el-Fatiha

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