Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Die Wächter des Göttlichen Geheimnisses: Die 12 Erzengel

Dies hier ist eine Konversation. Göttliche Konversationen sind Lichtströme, die von Herz zu Herz fließen. Sie verbinden machtvoll und mittels Göttlicher Signale die Herzen, die nach Wahrheit und Wirklichkeit dürsten und sich nach Unsterblichkeit und Ewigkeit sehnen.

 

Wem es gelingt diese Verbindung herzustellen, dem werden viele im Himmel verborgene Geheimnisse zuteil werden und er wird sie bezeugen können. So wird er noch nie Gehörtes hören und Unbekanntes erfahren können. Einerseits wird er zum Wissenden (el-Alim) und andererseits zum Bezeugenden (esh-Schahid) werden.

 

Vergisst der Mensch das Gehörte oder das Gelesene schneller?

 

Der Mensch vermag durch hören zum Wissenden werden, nicht aber durch lesen. Denn der Mensch vergisst das Gehörte nicht so leicht, wohingegen er das Gelesene sehr schnell vergisst. Im Grunde erfüllt ein Buch lediglich den Zweck, etwas mit zuteilen. Beim Lesen sieht der Mensch nichts exemplarisch vor sich, er „hört“ nur etwas über seine Augen. Wer aber mit den Augen hört, vergisst schnell. Die Augen sind eben nicht zum hören erschaffen. Sie sind zum sehen da.

 

Der Grund unseres ausdrücklichen Beharrens hinsichtlich des Hörens ist den deutlichen Unterschied zu betonen zwischen demjenigen, der sich zurückzieht und durch das bloße Studium von Büchern etwas zu lernen wünscht, und demjenigen, der dem Kreis der Konversation beiwohnt um live, also indem er nicht nur hört, sondern vielleicht auch spürt, Wissen zu erlangen. Diesen Unterschied können alle bestätigen, die solche Konversationen erlebt und bezeugt haben. Denn die Live- bzw. lebenspendende Konversation wird vom Ohr ins Herz übertragen.

 

Wohingegen das leblose Wort der Bücher vom Auge ins Gehirn übergeht. Und letztlich kommt dann der Tag, an dem sowohl das Auge als auch das Gehirn müde werden. Bei der Konversation jedoch, die vom Ohr ins Herz fließt, langweilt sich der Mensch niemals, denn sie sind ein lebenspendender Hauch. Und jedes Mal wenn du einer Konversation lauschst, erfüllt dich ein Lebenshauch des barmherzigen Herrn und durch jedes vom Himmel kommende Wort erfüllt dich ein weiterer Hauch und lässt dich aufleben. Daher ist eine himmlische Konversation niemals langweilig.

 

Welches Wort spricht das Herz an?

 

Jenes Wort, das Göttlichen Ursprungs ist. Dieses Wort verleiht Leben. Ein Wort das dagegen tierischen Ursprungs ist, also vom Ego stammt, ist wertlos und leer. Das Wort steigt stets vom Himmel auf die Erde herab. Was von der Erde in den Himmel steigt, ist ein Geräusch, aber kein Wort.

 

Manche sagen sich jetzt wohl innerlich: „Woher will der Sheikh das denn schon wieder wissen?“ Und ich antworte euch: „Die ganze Welt bezeugt meine Worte, wie soll ich denn nicht wissen.“

 

Wenn du mir nicht glaubst, dann frage eben einen Stein. Der Stein sagt sofort : „Ya Sheikh, frage diese Menschen, ob sie jemals einen Stein ein Wort sagen hörten?“ Die Pflanzen kommen zu Wort und sagen: „Ya Sheikh, hat man jemals das Gras oder die Bäume reden gehört?“ Die Tiere werden ihrerseits sagen: „Grüße die Menschen von uns und richte ihnen aus, dass sie uns bitte Bescheid geben mögen, wenn sie jemals ein Tier sprechen hören sollten. Denn dann werden wir nämlich dieses Tier zu unserem König küren."

 

Und was den Papagei betrifft, er spricht nicht, sondern macht Geräusche. Denn „Sprechen“ bedeutet, sich unterhalten können.

 

O Mensch, wisse, dass kein Lebewesen außer Dir die Gabe der Sprache besitzt. Steine sprechen nicht, Gräser sprechen nicht, Tiere sprechen nicht ... Der einzige in dieser Welt der sprechen kann, ist der Mensch allein.

 

Warum aber kann der Mensch sprechen?

 

Da die Wirklichkeit des Menschen nicht der Erde sondern dem Himmel entspringt, wohnt ihm ein Göttliches Geheimnis inne, das ihm die Fähigkeit zum Reden ermöglicht.

 

Man kann jedoch zwei Arten von Menschen unterscheiden: Zum einen gibt es jene wenigen, die wahrhaft sprechen, und zum anderen jene große Mehrheit, die wie die Tiere Geräusche von sich geben, aber nicht sprechen. Auch wenn das, was aus ihrem Mund kommt Worten ähnelt, so ist es wohl eher ein wirkungsloses und leeres Geräusch. Der Himmel hört ihre Geräusche als Geräusche und betrachtet sie gar nicht erst als Worte.

 

Wenn du es nicht glaubst, frage die Schallwellen im Himmel. Ein wahres Wort verleiht Leben, lässt dich aufleben und tötet nicht. Es gewährt dir Zeit und nimmt sie die nicht weg. Ein wahres Wort gibt dir Hoffnung und macht dich nicht mutlos. Es eröffnet dir neue Türen und Horizonte. Wer aber aus seinem Ego heraus spricht, spricht durch das Tier in ihm, denn das Ego gleicht einem zügellosen Tier. Und ein Tier spricht keine Worte, sondern gibt Geräusche von sich.
Dies ist eine unleugbare Wahrheit.

 

O Mensch, wisse, dass das Leben stets vom Himmel auf die Erde herabsteigt. So wie auch das wahre Wort vom Himmel herab kommt. Und in der Existenz hängt alles vom Himmel ab. Der Himmel ist der einzige Schutz über die Erde.

 

Die Weisen sagten: „Wer das Meer weder findet noch sieht, der soll zum Himmel hinauf schauen.“ Warum? Die Meere sind die Widerspiegelung des Himmels auf die Erde, darum. Manche mögen jetzt kommen und sagen: „Sheikh, du hast wirklich Recht.“
„Wie habt ihr das endlich verstanden,“ frage ich sie daraufhin.
„Schau doch,“ sagen sie dann, „das Meer und der Himmel sind beide blau.“

 

O Mensch, denke nicht die Farben allein wären die Wahrheit. Die Wahrheit ist farblos. Hat Wasser etwa eine Farbe?

 

Die ganze Existenz entstand aus einem Tropfen Wasser. Wenn doch etwas, das vorher nicht da war und erst erschaffen werden musste, farblos ist, wie kannst du dann der einzigen Wahrheit in der Existenz, dem Schöpfer, eine Farbe anmaßen. Unmöglich! Das Leben auf der Erde hängt stets vom Himmel ab und gäbe es den Himmel nicht, gäbe es kein Leben.
„Gäbe es den Himmel nicht, was geschieht dann mit der Erde?“
Kennt jemand die Antwort? Keiner! Stellt jemand diese Frage? Das macht auch keiner!

 

Lass dich nicht davon täuschen, dass die Astronauten, Astrologen, Astrophilosophen, Hubble-Teleskope und Meteorologen behaupten Wissen zu haben. Wären sie in Kenntnis über die Wahrheit des Himmel und darüber hinaus, würden sie dann noch ständig herumforschen?

 

Wer braucht nicht mehr nachzuforschen?

 

Derjenige, der das Haus, in dem er lebt, kennt und über die Wahrheit und die Existenz der Möbel, die gemäß einer bestimmten Ordnung gestaltet wurden, Bescheid weiß. Nur derjenige braucht nicht mehr weiter nachzuforschen und dabei alles auf den Kopf zu stellen.

 

Gehört einem das Haus, in dem man lebt, nicht selbst, so muss man die erforderlichen Informationen darüber vom Ingenieur und vom Architekten anfordern. Sie haben das Haus auf beste Art und Weise gebaut.

 

O Mensch, wisse, dass es über die sieben Himmelsphären hinaus eine weitere Himmelsphäre gibt, die man mit den Augen sehen kann – den Sternenhimmel. Dort befinden sich 12 Erzengel.

 

Auf Befehl des Allmächtigen umhüllen diese 12 Erzengel die ganze Welt, die sie untereinander in 12 Teile aufgeteilt haben. In dieser Welt geschieht nichts ohne ihr Wissen. Die Welt unterliegt ihrer Führerschaft und ihrem Willen.

 

Weiterhin haben diese Erzengel die in 12 Gebiete eingeteilte Welt vertikal und horizontal untereinander für vier Gruppen mit je drei Engeln in vier Teile aufgeteilt, wodurch die vier Himmelsrichtungen entstanden.

 

Diese 12 Erzengel befehligen vom Sternenhimmel aus diese Welt ganz und gar. Dieser Sternenhimmel ist die Kraftstation, die die Zeit in Bewegung versetzte und Monate und Tage in Erscheinung brachte.

 

Die Sternbilder dieses Sternenhimmels bestehen aus folgenden Elementen: Wasser, Erde, Luft und Feuer. Jeder auf dieser Welt hat seine Eigenschaften von diesen Sternbildern geerbt. Die 12 Erzengel sind fix auf ihrer Stelle und sie übertragen die vom Herrn kommenden Bestimmungen hinsichtlich Eigenheiten, Lebenswege, Maß, Aussehen und Gestalt, Veranlagung, Leben, Schicksal, Heil oder Unheil auf das jeweilige Geschöpf.

 

Alles was in den sieben Himmelsphären und sieben Erdschichten existiert, empfängt ihr Schicksal und ihre Existenz von jenem Sternenhimmel.

 

Diese vier Gruppen mit je drei Engeln unterscheiden sich jeweils voneinander hinsichtlich ihrer Beeinflussung des Geschöpfes auf seine Eigenheiten, seine Veranlagungen, seinen Charakter, seine Empfindung, sein Schicksal, seine Wollust und seinen Zorn. Bestimmungen über Leben, Tod und Veränderungen all das wird vom Herrn hierher an den Sternenhimmel weitergegeben.

 

Daher lässt sich bei unterschiedlichen Menschen, die dem gleichen Sternbild angehören, eine gleiche Beschaffenheit des Wesens erkennen. Auch wenn ihr Schicksal unterschiedlich erscheint, so liegt das jedoch an ihren unterschiedlichen Lebensweisen.

 

Folglich unterscheiden sich die Menschen gemäß dem, wie sie ihr Maß von Gut und Schlecht ansetzen und danach leben, auch wenn sie physische und charakteristische Ähnlichkeiten aufweisen.

 

Jene, die ihren ähnlichen Charakter auf unterschiedliche Art und Weise ausleben, werden sich schließlich voneinander unterscheiden.

 

Und ihr Schicksal im Diesseits und im Hiernach und ihre Spiritualität und seelische Kraft wird sich entsprechend ihrer Nähe zur Göttlichen Gegenwart, also zur Wahrheit, verändern.

 

Diese 12 Sternbilder befinden sich im Sternenhimmel, von wo aus die Seelen ihr Aussehen und ihre Gestalt, ihren Charakter und ihre Veranlagungen, ihre Tugenden und Laster, kurzum ihre ganze Lebensbestimmungen empfangen. Dem Menschen wurden zwei Schicksale mitgegeben, deren eines er verändern kann.

 

Der Prophet – Friede sei über ihm – sagte: „Bereits im Mutterleib entscheidet sich was für ein Mensch man sein wird.“

 

Dennoch verlieh der barmherzige Herr dem Menschen einen freien Willen, mit dem er sein Schicksal zum Guten oder zum Schlechten wenden vermag. Ist er ein rechtschaffener Mensch, so soll er darin beständig sein, ist er es nicht, so soll er sich auf Gottes Weg begeben und vom Sünder zum Heiligen werden.

 

In der Göttlichen Schöpfung, wird alles mit seinem ihm vorher bestimmten Schicksal auf die Welt entsandt. Je nachdem wie die Ausrichtung und die Konstellation der Sternbilder ist, wenn der Mutterleib den Samen empfängt, dem entsprechend wird der Charakter des Kindes geprägt.

 

Diesbezüglich haben Mutter und Vater eine große Verantwortung, aber nicht das Kind. Daher dient der freie Wille noch einmal als Möglichkeit das Schicksal doch zum Guten zu wenden.

 

Selbstverständlich ist das Geheimnis des Schicksals verborgen und insbesondere nicht denjenigen offen, denen es bestimmt wurde. Die Weisheit darin ist, dass der Mensch sich nicht bei seinem Herrn beschwert und resigniert, dass er so erschaffen wurde.

 

Du kannst dich nicht bei deinem Schöpfer beschweren. Vielleicht wurde dir ja ein glückliches Leben vorherbestimmt, aber aufgrund deiner schlechten Lebensweise lässt dich das Unheil nicht los. Da man also nicht weiß, was einem vorherbestimmt wurde, muss man ständig versuchen, sich zu verbessern. Denn dank der Göttlichen Barmherzigkeit ist uns die Möglichkeit, unser Schicksal stets zum Guten zu wenden, gegeben.

 

Unter dem Sternenhimmel, in dem sich die 12 Sternbilder befinden, beginnt die siebente Himmelsphäre und der Wächter dieser Sphäre ist Saturn, eines der sieben Himmelskörper. Der Saturn repräsentiert den Engel dieser Sphäre. Es folgen weiterhin der Jupiter, der Mars, die Sonne, die Venus, der Merkur und der Mond, welche alle einen Engel in der jeweiligen Himmelssphäre repräsentieren. Und bei ihrem Weg von dem Sternenhimmel auf die Erde besucht die Seele nacheinander diese Planeten und wird von ihnen beeinflusst. Auf dieser Reise von einer Sphäre zur anderen verliert die reine Seele an Reinheit und vergisst nach und nach ihren Ursprung. Und wenn sie dann letztlich in dieser Welt die Augen öffnet, so erinnert sie sich an nichts mehr. Sie heißt zwar nun Mensch, aber Mensch sein bedeutet, alles vergessen zu haben.

 

Der Samen des Menschen wird im Mutterlieb von den Engeln, die von diesen Planeten repräsentiert werden, geformt, so dass er als Mensch nach und nach volle Gestalt annimmt.

 

Die Rolle der sieben Himmelsphären ist sehr wichtig für die Entstehung des Menschen:

 

  • Nach seiner Empfängnis im Mutterleib gelangt der Samen zum Saturn Engel, der ihn für einen Monat umhüllt.
  • Im zweiten Monat zieht ihn der Jupiter Engel groß und verdichtet ihn.
  • Im dritten Monat formt ihn der Mars Engel und aus Blut bilden sich die Nerven, Adern und Knochen.
  • Im vierten Monat bearbeitet ihn der Sonnen Engel. Und die Seele tritt in den Körper ein. So lebt dann auf Befehl Gottes hin der leblose Körper auf.
  • Im fünften Monat beim Venus Engel vollendet sich dann das Geschlecht. Die Knochen und die Hände reifen und der menschliche Körper kommt zum Vorschein.
  • Im sechsten Monat beim Merkur Engel bilden sich dann die Hände, Augenbrauen, Augen und Zähne.
  • Im siebenten Monat in der Obhut des Mond Engels vollendet sich Gottes Schöpfung
  • Im achten Monat kommt dann wieder der Saturn Engel ins Spiel und steckt ihm seine Eigenheiten und seinen Charakter in den Körper, dabei kommt es zu Turbulenzen, weil sich der Körper vergebens dagegen zu widersetzen versucht.
  • Im neunten Monat erscheint erneut der Jupiter Engel und beruhigt den Körper und verleiht den Gliedern Gesundheit, die den Menschen zu seinem vorherbestimmten Leben befähigt.

 

 

Der Mensch durchgeht als Seele und Leib diese Stationen, bis er schließlich auf die Welt kommt. Daher ist es die Aufgabe des Menschen, seinen Glauben und seine Willenskraft zu benutzen und noch in diesem Leben den Weg, den er gekommen ist zurück zu gehen und nach und nach seinen Leib auszuziehen, um seine Seligkeit wieder zu erlangen und zu seiner Göttlichen Wahrheit zurückzukehren.

 

Dies vor dem Tode mittels der Kraft der Seele zu erreichen ist jedes Menschen Pflicht. Denn wahrer Mensch zu sein bedeutet, vollkommener Mensch zu sein. Und wer kein vollkommener Mensch geworden ist, der gleicht noch immer einem sprechenden Tier.

 

Der wahre Mensch ist jener vollkommene und kein anderer. Der Mensch, den Gott als seinen „Stellvertreter auf Erden“ rühmt, ist eben jener vollkommene Mensch.