Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Suche zuerst nach dir selbst

Bismillahirrahmanirrahim


Suche zuerst nach dir selbst

 

Sheikh Eşref Efendi, Sufiland, 05.02.2015

 

Wonach wir in dieser Welt suchen, ist nach uns selbst. Auch wenn wir noch so sehr behaupten, dass wir nach Allah - nach Gott - suchen würden...

 

Denn jemand, der noch nicht zu sich selbst gefunden hat - wie will er zu Allah finden?

Jeder Mensch hat die Aufgabe, zuerst nach sich selbst, nach seiner wahren Identität zu suchen.

 

»Wer bin ich?« Das ist die erste und wichtigste Frage!

»Wer bist du?« Das kommt später. Denn immer verhält es sich beim Menschen so, dass zuerst er selbst kommt: Ihr redet von euch und beginnt mit »Ich...«

 

Da dem so ist, solltet ihr gleich richtig mit dem ‹Ich› anfangen und euch fragen:
»Wer bin ich?«
»Wie bin ich?«
»Was bin ich?«
»Wo bin ich?«
»Wohin gehe ich?«

 

Fragen über Fragen, die einer Antwort bedürfen.


Weil die Menschen auf diese Fragen, die sie nicht gestellt haben, keine Antwort fanden, werden sie verrückt. Sie werden verrückt, da sie nicht zu sich gefunden haben.

 

Wer nicht zu sich gefunden hat, findet keinen Frieden! Er wird nie in seinem Leben zufrieden sein.

Es geht um Selbstfindung, um Selbsterkenntnis! Die Aufforderung hierzu findet man in allen heiligen Schriften und himmlischen Religionen – sogar in den heidnischen, erfundenen und terrorisierenden Religionen.

 

Seyyidina Muhammed (Friede und Segen auf ihn) sagte: »Wer sich selbst erkennt, erkennt seinen Herrn.«

Und genau das haben die meisten Menschen falsch verstanden. Sie denken bei sich: »Der Herr ist also in mir. Ich bin sowohl der Herr als auch der Diener.«

 

Nein! Du bist der Diener, Er ist der Herr! Dies gilt es deutlich zu trennen!

Dich zu erkennen bedeutet, dass du deine Winzigkeit erkennst. Darum geht es!

 

Die Hindus kommen zu mir und sagen:
»Sieh mal, Sheikh, das, was Mevlana Rumi und Ibn Arabi gesagt haben, ist genau das, was auch wir sagen: Wer ist Herr, wer ist Diener? Du bist der Herr, du bist der Diener. Sheikh, und wir glauben sogar, dass sie diese Philosophie von uns aufgegriffen haben.«

Der Verstand hat eine Grenze - Dummheit nicht!

 

Man muss das richtig verstehen: Wer sich selbst erkennt, hat seinen Herrn erkannt! wird übersetzt mit der Bedeutung: Erkennt man seine Winzigkeit, hat man die Größe seines Herrn erkannt!

 

»Oh Herr, Du bist so groß - ich bin so klein.«

»Oh Herr, Du bist endlos groß - ich bin nicht einmal da.«

 

Wie viel Wahrheit verkörpert unser Planet Erde im Kosmos, im ‹Big Kosmos›? In unserem Universum, sogar in unserer Milchstraße: Wie viel Existenz hat die Erde?

 

Vom Mond kann man unseren kleinen Planeten sehen. Doch auch noch vom Mars? Der Marsmensch schaut und fragt: »Wo ist die Erde? Gibt es sie überhaupt?«

 

Von Jupiter oder Saturn aus gesehen ist unser Planet gar nicht in der Existenz!

Es gibt nicht nur unser Universum, es gibt zahllose mehr: In der Größe, Weite und Endlosigkeit der Schöpfung sind wir nicht einmal da.

Und wir rühmen uns, dass wir etwas wären! Niemand kennt uns, weder dich noch deinen Planeten - wenn nicht jemand über uns berichten würde.

 

Und der Marsmensch sagt: »Was für ein Märchen – der Planet Erde! Es war einmal und es war keinmal...«

Suche nach dir selbst, so dass du zu dir selbst findest!

 

So dass man von dir sagen kann: »Er ist da. Sie ist da.« Sonst ist alles, was du über dich sagst - mit deinem ständigen Ich, Ich, Ich - nur eine Behauptung und wird auch eine bleiben.

 

Der Marsmensch wird über dich lachen, sich über dich lustig machen und sagen:

Es war einmal – und es war keinmal!

So viel reicht!

 

Bi hürmetil habib bi hürmetil el-Fatiha