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Die Sprache der Tiere

Was ist das Ziel auf dieser Welt? Sich nützliches Wissen zu erwerben. Das Leben besteht aus Wissen und es gibt einerseits das Wissen, das dem Menschen nützt, und andererseits jenes, das ihm nicht nützt.

 

Der als eine Barmherzigkeit für alle Welten gesandte Muhammed, auf dem der Friede sei, pflegte folgendes Gebet zu sprechen: „O Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor dem unnutzen Wissen.“

 

Die Menschen von heute haben das für sie Nützliche aufgegeben und rennen nun jedem unnützen Zeug, das ihnen schaden wird, hinterher. Wenn dann jemand ihnen empfiehlt, „psst... nicht dahin, sondern hierhin“, dem stoßen sie ihn sofort vor den Kopf: „willst du dich uns etwa in den Weg stellen?“

 

Was ist das Problem der Menschen? Sie wissen nicht, was für sie gut bzw. schlecht ist – das ist ihr ganzes Problem. Sie wissen nicht Bescheid über das Gute bzw. das Schlechte.

 

Das Leben setzt sich nicht nur entweder aus dem Guten oder ausschließlich aus dem Schlechten zusammen. Weder sollten wir auf das Leben mit einer rosaroten Brille schauen, noch alles pechschwarz sehen.

 

Es gilt das Leben so zu akzeptieren, wie es ist, und entsprechend den Ereignissen, die uns widerfahren, Vorkehrungen zu treffen und den Rest dem Schicksal zu überlassen.

 

„Dem Schicksal überlassen“ bedeutet, dass wir versuchen sollten, aus unseren Möglichkeiten das Beste zu machen, und mit dem Resultat zufrieden zu sein. Wer seine Vorkehrungen getroffen hat und mit dem Ergebnis zufrieden ist, der hat Frieden mit sich selbst und mit seiner Umgebung geschlossen.

 

Wer diesen erhabenen Zustand in dieser Welt erreicht hat, dem ist es gelungen, die Giftzähne der Schlange zu entfernen, sodass ihm die Schlange und der Skorpion zum Freund geworden sind. Denn das Unheil der Schlange kommt von ihren Zähnen.

 

Wer mit der Schlange Freundschaft schließen will, der sollte zunächst wissen, woher das Unheil der Schlange eigentlich entspringt, und sich dann dementsprechend wappnen.

 

Was für einen Schaden könnte die Schlange denn noch demjenigen anrichten, der weiß, wie man ihre Zähne entfernt? Derjenige macht dann sogar aus dem Gift der Zähne eine Medizin, das viele Krankheiten zu heilen vermag.

 

Auf dieser Welt ist daher die erste Aufgabe des Menschen die Wissenschaft über das Gute und Schlechte zu studieren. Der Mensch sollte wissen, was gut bzw. was schlecht für ihn ist. Denn für alles was in der Existenz ist, sei es gut oder schlecht, schön oder hässlich, nützlich oder schädlich, gibt es eine entsprechende Wissenschaft. Ohne ein Wissen kann das Geheimnis nicht gelöst und die Weisheit dahinter nicht erfahren werden.

 

Heute sprechen sie vom Atom, welches das kleinste Element der Materie ist. Und vielleicht hat der Schöpfer das größte Geheimnis darin versteckt. Bravo, wem es gelingt, dieses Geheimnis zu lösen. Die Menschen beschäftigen sich damit unaufhörlich, aber ich weiß nicht, wie viele Zentimeter sie weitergekommen sind. Sogar für die Kräuter gibt es eine spezielle Wissenschaft, die „Naturheilkunde“ oder „Kräuterheilkunde“ genannt wird. Unterschätze diese Wissenschaft nicht. Denn auch das Wissen über die Kräuter bekommt man nicht mit der Geburt. Es bedarf des Studiums und des Talents.

 

Wisse, dass es sowohl schädliches als auch unschädliches Kraut gibt. Aber für diese Unterscheidung, bedarf es eines Wissens. Kannst du etwa jeden Pilz, den du im Wald findest, essen? Iss und sehe! Sehe, ob es nun das Hiernach, das du leugnetest, gibt oder nicht.

 

Alle sind doch gleich, sie ähneln sich doch alle einander. Sie sind sich zwar ähnlich aber keineswegs gleich. Einer ist giftig, das andere ernährt. Wenn du das Wissen für diese Unterscheidung nicht hast, wird es sehr unwahrscheinlich sein, dass du dich jemals wieder zu Tisch setzen wirst. Der Preis für die Unwissenheit wird dir schwer auf dem Magen liegen, sodass du das Gegessene wieder erbrichst und dein Leben wird zu einer Qual.

 

Sei intelligent oder unintelligent, sei etwas Besonderes oder nicht, wir alle bedürfen eines universellen Wissens, welches Göttlichen Ursprungs ist und uns durch die Propheten, die spirituellen Lehrer, überliefert wurde.

 

Wer an dem festhält, was die Propheten gebracht haben, der wird weder im Diesseits noch im Jenseits einen Schaden tragen. Was wichtig ist, ist das empfangene Wissen gut zu verstehen und es dementsprechend zu verwerten. Dies gelingt jedoch nicht, wenn man ausschließlich nach seinem eigenen Erdenken interpretiert, sondern man sollte sich stets mit einem Wissenden beratschlagen. Durch bloße Vermutungen kann man niemals zu einem Wissenden werden und keine Krankheit wird dann richtig diagnostiziert.

 

In diesem Leben wird alles Schritt für Schritt je nach Bedürfnis erlernt. Daher sollte der Mensch zunächst mit dem nützlichen Wissen anfangen zu lernen. Denn in dieser Welt gibt es sowohl das nützliche als auch das unnutze Wissen. Am Anfang gilt es zu lernen, diese beiden Arten des Wissens voneinander zu unterscheiden.

 

Und wir müssen die Wissenden fragen: „Monsieur, mein Herr, my Lord, O Sheikh; Sag mir, was ist zur Zeit für mich das erforderlichste Wissen, damit ich mit diesem anfangen kann und keinen Fehler mache!“

 

Das erforderliche Wissen, nach dem du streben solltest, ist jenes, das dir einen Nutzen bringt und das du tragen kannst. Der Sheikh lehrt dich zunächst das dir am nützlichsten Wissen und gibt dir das, was du im Stande bist, zu tragen.

 

Dies kannst du nicht selbst für dich entscheiden, denn dir sind ja die Wahrheiten noch nicht vollständig zuteil geworden, sodass du noch nicht weißt, was auch wirklich gut für dich ist.

 

Wenn du aber selbst entscheiden willst, was gut bzw. schlecht für dich ist, dann sammle doch jeden Pilz, den du findest, stecke deine Hand in den Mund der Schlange, schließe Freundschaft mit dem Skorpion und stelle dich nackt gegen den Wind. Du musst es ja wissen. Auf dieser Welt ist jeder selbst für sein Leben verantwortlich.

 

Eine Geschichte: Eines Tages kam jemand zu Moses, der Friede sei auf ihm, und bat ihn: „O Moses, ich habe einen Wunsch, den ich lange in mir verborgen habe. Die Verwirklichung dieses Wunsches liegt nur in deinen Händen, hilf mir!“

 

Als Moses, auf dem der Friede sei, ihn daraufhin fragte, „um was geht es?“, erklärte er: „O Moses, ich möchte die Sprache der Tiere lernen.

 

Auf diese Weise, in dem ich die Worte der Wölfe und Vögel verstehe, möchte ich den materiellen und spirituellen Angelegenheiten des Lebens in dieser Welt näher kommen, auf dass ich die Bedürfnisse der Tiere lindern kann.“

 

Moses, der Friede sei auf ihm, war empört über seine Worte und sagte: „O Du! Der sich selbst nicht erkannt hat! Lass sofort ab von diesem Vorhaben, es ist zu gefährlich. Bevor du überhaupt, die Geheimnisse und Ereignisse bezeugen willst, erbitte von deinem Herrn Wissen über dein Ego. Verbessere deinen Zustand und lerne, deine Begierden und Wünsche zu kontrollieren.“

 

Als Moses, auf dem Gottes Frieden ruhe, den Mann so zu verweisen versuchte, beharrte er dennoch mehr und mehr darauf. Denn es liegt in der Natur des Menschen, dass wenn im etwas verwehrt wird, er es dann erst recht will!

 

Der Mann sagte: „O Moses, durch dich erlangte der Berg Sinai Ruhm und das große Rote Meer war damit einverstanden, sich für dich zu teilen. Der Pharao, der sich vergöttern ließ, wurde ein Diener in deiner Hand. Vierzig Jahre ergrünte durch dich die gabenlose Wüste. Vom Boden entsprang Wasser und vom Himmel kam die Wachtel. Kurzum, alles erlangte erst durch dich einen Wert.
Das du mir meinen Wunsch nicht erfüllst, passt nicht zu deiner Großzügigkeit! Du bist der Stellvertreter Gottes der heutigen Zeit. Wenn du mir meinen Wunsch nicht gewährst, machst du mich unglücklich.“

 

Dann erhob Moses, der Friede sei auf ihm, seine Hände zum Gebet: „O Herr, anscheinend macht sich der verfluchte Satan über diesen naiven Dummkopf lustig. Wenn ich ihm jetzt die Sprache der Tiere beibrächte, ginge das nicht, denn er würde Schaden anrichten, brächte es ihm nicht bei, so könnte weder er noch ich mehr ruhig schlafen.“

 

Daraufhin verkündete der Allmächtige: „O Moses, bringe es ihm bei, wenn er es denn schon so sehnsüchtig verlangt. Denn unsere Großzügigkeit und Güte ist grenzenlos, niemals weisen wir ein Gebet zurück.“

 

Jetzt beschwerte sich Moses, auf dem der Friede sei: „O Herr, am Ende wird er es doch bereuen und sich zu Boden werfen, die Kleider von seinem Leib reißend. Er wird alles durcheinander bringen."

 

In Besitz spiritueller Kraft und Macht zu sein, ziemt sich nicht für jeden. Über spirituelle Kraft verfügen nur diejenigen, die Ehrfurcht vor dem Herrn zeigen und sie nutzen sie nur da, wo man sie braucht, und nur in dem Maße, in dem sie benötigt. Alle anderen würden damit nur Unheil anstiften und Kopfweh verursachen.

 

Der Allmächtige antwortete Seinem Propheten: „O Moses, gebe ihm, was er verlangt und lass ihn danach selbst das Resultat verantworten, sodass er selbst erkennt, ob es gut war oder ihm geschadet hat.“

 

Daraufhin wollte Moses mit Barmherzigkeit ein letztes Mal den Mann ermahnen: „Komm, lass ab von diesem Vorhaben, fürchte deinen Herrn. Dein Ego legt dich rein, und gibt dir falsche Ratschläge. Bevor du die Tiere zu verstehen lernen willst, lerne lieber vorher deine Ehefrau und deinen Nachbarn zu verstehen und unterscheide das Richtige vom Falschen!“

 

Als er der Mann darauf bestand, „O Moses, ich habe es mir nun einmal in den Kopf gesetzt. So bringe mir doch wenigstens die Sprache des Hundes, der vor meinem Haus herumliegt und auf das Haus aufpasst, und die des Hahnes im Hühnerstall bei“, erwiderte der Prophet, „Wenn du schon nicht mein gutes Wort akzeptierst, dann soll geschehen, was du verlangst. Gehe jetzt“.

 

Daraufhin wartete der Mann bis morgens voller Aufregung auf der Türschwelle, ob er nun wirklich die Sprache der Tiere verstehen würde.

 

Als der Morgen anbrach, ging die Bedienstete des Hauses nach draußen und als sie die Tischdecke ausschüttelte, fiel ein Stück Brot auf den Boden. Der Hahn, der im Garten herumlief, pickte sofort dieses Stück auf.

 

Der Hund, der dies sah, beschwerte sich bei dem Hahn und warf ihm vor: „Du hast mir Unrecht angetan. Im Gegensatz zu mir kannst du auch Getreidekörner essen. Trotzdem hast mir dieses eine Stück Brot weggeschnappt, schäme dich!“

 

Der Hahn, der diesen Vorwurf hörte, erwiderte: „Mach dir keine Sorgen, o Hund. Im Gegenzug wird der Herr dir andere Sachen geben. Noch vor dem Abend wird das Pferd des Hausbesitzers sich verletzen, sodass es erschossen werden muss.

 

Morgen früh kannst du dich dann so richtig satt fressen, sei nicht betrübt. Denn der Tod des Pferdes wird für die Hunde wie dich ein Freudenfest werden und deine Nahrung wird dir ohne große Mühe vor deine Füße kommen.“

 

Als der gierige Mann dies hörte, nahm er sofort das Pferd und brachte ihn auf den Markt, wo er ihn anschließend versteigerte. Da nun das Pferd verkauft worden war, konnte sich das Versprechen des Hahnes nicht erfüllen, welches ihn gegenüber dem Hund beschämte.

 

Am nächsten Tag schnappte sich der Hahn schon wieder das Stück Brot und der Hund beschimpfte ihn blind drauf los: „O du Gauner, was für eine Lüge? Wo ist das Pferdefleisch, das du mir versprochen hattest? Hast du das Lügen von deinem Vater gelernt? Das Pferd wird sich verletzen, hattest du doch gesagt?“

 

Der Hahn, der die Situation erkannte, versuchte den Hund zu besänftigen: „Das Pferd hat sich auch verletzt, aber es hat sich bloß woanders verletzt. Denn sein Besitzer hat es, bevor es sich verletzt, verkauft. Dieser verräterische Besitzer hat den Schaden, der ihm bestimmt war, jemand anderem aufgebürdet. Aber sei nicht traurig, denn morgen schon wird sein Esel sich verletzen und das Fleisch wird dann dein sein.“

 

Daraufhin verkaufte der Mann, der durch Gottes Erlaubnis die Sprache der Tiere verstand, umgehend seinen Esel und rettete sich seiner Meinung nach erneut vor einem großen Schaden.

 

So blieb der Hund auch am zweiten Tag hungrig und er beschwerte sich bei dem Hahn: „O du Betrüger, wie oft willst du mich noch reinlegen, wo ist mein Esel?“

 

Beschämt antwortete der Hahn: „Woher weiß dieser Mensch, was sich unter uns Tieren abspielen wird. Dies ist unverständlich. Unser Herr hat schleunigst auch den Esel verkauft, damit ein anderer anstatt ihm zu Schaden kommt. Aber mache dir keine Sorgen, morgen wird seine Bedienstete sterben, woraufhin dann ihre Angehörigen unter den Bedürftigen und Tieren Brot verteilen werden.“

 

Als der böswillige Mann dies hörte, verkaufte er seine Bedienstete und bewahrte sich selbst vorm Schaden und belastete jemand anderen damit.

 

Er sagte zu sich selbst: „Gott sei Dank! Zum Glück habe ich die Sprache der Tiere gelernt und mich vor großem Unheil beschützt.“

 

Als die Bedienstete gegangen war, hatte der Hund immer noch nichts zwischen seinen Zähnen gehabt und wendete sich erneut empört an den Hahn: „O du König aller Lügner, du betrügersicher Hahn! Sag, sprichst du auch mal anderes als Lüge?“

 

Der Hahn entgegnete diesem Vorwurf: „Gott bewahre, ich bin ein Hahn. Unter den Tieren spreche ich am wahrsten. Wir Hähne lügen niemals, wir sind rein davon! So wie die Gebetsrufer sprechen wir nur Wahres. Wir beobachten die Morgensonne und wenn die Gebetszeit gekommen ist, beginnen wir sofort, ununterbrochen zu krähen.“

 

„Wie konnte unser Herr dieser schlechte Mann wieder einmal Bescheid wissen und seine Bedienstete verkaufen? Kaum wurde sie verkauft, da starb sie auch schon und richte dem Käufer doppelten Schaden an.“

 

„Vielleicht hat unser Herr sich vorm materiellen Schaden bewahrt, in dem er alles rechtzeitig verkaufte, aber er wusste nicht, dass die widrigen Umstände, die ihn eigentlich hätten befallen sollen, eine Barmherzigkeit des Schöpfers waren, um sein Leben vor einem größeren Unheil zu beschützen. Schade für ihn.“

 

„Er hat sich zwar vor materiellen Verlust beschützt, aber dies wird sein Leben kosten. Einmal Schaden zu tragen, wendet viel Unheil ab. Denn die Krankheiten und der materielle Verlust sind die Lebensversicherung. So wehrt unser Körper und unser Besitz das Unheil von unserem Leben ab.
Aber sei nicht betrübt, o Hund, morgen wird unser Herr sterben. Diejenigen, die sein Erbe antreten werden, werden voll Trauer weinend und jammernd einen Ochsen opfern und dir wird dann eine große Menge an Fleisch zuteil werden.

 

Die Angesehenen des Dorfes werden Opferfleisch, Kebabs und diverses Essen bekommen. An die Bedürftigen und Hunde wird dann das Fleisch des Ochsen und riesige Brotstücke verteilt.

 

Der Tod seines Pferdes, seines Esels und seiner Bediensteten sollten eigentlich den Unfall unseres gierigen Herrn vorbeugen.

 

Aber entzog sich dem Schaden seines Besitzes und vergrößerte somit seinen Besitz. Er hat es zwar vergrößert, aber es hat ihn sein Leben gekostet.“

 

Als der gierige Mann vom Hahn über seine Ende erfuhr, rannte und rannte er entflammt und holte erst wieder an der Tür des Moses, Friede sei auf ihm, Luft. Aus Angst legte er seinen Kopf auf den Boden seiner Tür und bettelte: „O Moses, komm zu Hilfe.“

 

Erzürnt erwiderte daraufhin Moses, der Friede sei auf ihm: „O du gieriger Mann. Schäme dich und schmettere dein Gesicht auf den Boden. Nur um deinen Geldbeutel doppelt so dick zu machen, hast du deinen Mitmenschen geschadet.

 

Habe ich dir denn nicht empfohlen, vom Herrn nützliches Wissen für dich zu erbitten. Ich hatte gewusst, dass diese Ereignisse geschehen würden, und daher habe ich dich gewarnt, aber du wolltest ja nicht verstehen.

 

Wisse, dass der Verständige den Ausgang einer Sache durch Inspiration in seinem Herzen schon am Anfang erkennt, wohingegen der Unwissende erst am Ende!“

 

Erneut fing der Mann an zu jammern: „O du tugendhafter Moses, sei gnädig mit mir. Stoß mir meine Schandtat nicht vor meinen Kopf. Zweifellos gebührt mir keine Güte, aber meine Veranlagung verführte mich zu jener Tat. Erwidere meine Undankbarkeit und meinen Geiz mit deiner Barmherzigkeit. Vergib mir.“

 

Moses, auf dem der Friede sei, antwortete betrübt: „Kind, wenn der Pfeil einmal abgeschossen wurde, kommt er normalerweise nicht mehr zurück. Aber etwas Gutes möchte ich doch für dich tun. Ich will Fürsprache für dich einlegen, sodass du angesichts des Todes deinen Glauben nicht verlierst und mit Glauben dahinscheidest.“

 

Genau in diesem Moment ändert sich der Zustand des Mannes schlagartig und er brach auf den Boden zusammen. Sofort nahmen sie ihn und brachten ihn nach Hause.

 

Moses, der Friede sei auf ihm, erhob seine Hände: „O Herr, nimm seinen Glauben nicht weg. Zeige Deinen Großmut und vergib ihm. Er nahm eine Kraft, die er nicht tragen konnte, auf sich und überschritt seine Grenzen.

 

Ich ermahnte ihn, dass jenes Wissen nichts für ihn sei, aber er hörte nicht auf mich und nahm an, ich würde nur versuchen ihm loszuwerden. O Du Barmherziger, strecke Deine Hand aus!“

 

O Ihr Leute! Jeder Mensch will übernatürliche Kraft besitzen. Denn die Macht, seine Wünsche zu verwirklichen, ist der Geschmack und Genuss des Lebens. Dieser riesige Himmel dreht sich ununterbrochen. Da er sich jedoch nicht aus seinem freien Willen heraus dreht, sondern weil es seine Bestimmung ist, wird ihm weder etwas gut gerechnet noch etwas schlecht geheißen.

 

Folglich existiert der Tag der Abrechnung nur für diejenigen, die aufgrund ihres freien Willens für ihre Taten eine Verantwortung tragen. Nur dem Menschen wohnt der freie Wille inne und er ist der Sklave seiner Entscheidungen. Der freie Wille verleiht dir eine überwältigende Kraft und Macht. Den einen macht der freie Wille zum Helden, der den Drachen tötet, für andere wird er zu einer erbarmungslosen Waffe, die alles ermordert, das ihm in die Quere kommt.

 

Wer diesen freien Willen in seinem Leben für das Gute und mit dem richtigen Wissen gebraucht, der wird wie die Honigbiene zu einem Quell der Heilung und des Genusses. Wer dahingegen seinen freien Willen ohne das nötige Wissen achtlos für das Schlechte benutzt, der wird wie die Schlange zu einer giftigen Grube.

 

Warum? Der kluge Mensch handelt nicht nach seiner Laune. Er ißt nur Ausgewähltes und Reines, sodass sein Speichel wie der der Biene Leben und Heilung spendet!

 

Sei achtsam, o Mensch! Begib dich weder unter eine Last, die du nicht tragen kannst, noch schade dir selbst, in dem du unnutzes Wissen missbrauchst. Höre auf den guten Ratschlag!

 

Wisse, dass dir der Sheikh ein universelles Wissen beibringt, das dir überall, wo du hingehst, den Weg weist. Es ist der Proviant auf deinem Lebensweg und bewahrt dich vor jeglichem Unheil und Schaden.

 

Der Sheikh bringt dir eine Sprache bei, die sowohl dir, als auch der ganzen Welt nützt.

 

Diese Sprache ist sowohl die Sprache des Diesseits als auch des Jenseits. Die heutige Weltsprache Englisch ist nichts im Vergleich zu ihr.

 

So wie du dich wohlfühlst, egal wo du hingehst, wenn du Englisch kannst, so findest du auch durch das Wissen und die Sprache, die dir der Sheikh beibringt, überall in jeder Umgebung deinen Weg und bewahrst Ruhe.

 

Wer jene Sprache kennt, der spricht sogar mit Pflanzen und dem Tieren. Warum aber verstehst du dich nicht mit dem Menschen?

 

Es reicht, wenn du mit dem Wissen über dich selbst anfängst. Versuche dich selbst zu erkennen. Verlange nicht nach dem, was du nicht tragen kannst. Siehst du denn nicht, dass selbst Früchte nicht gepflückt werden bis sie reif geworden sind. Alles wird mit seiner Zeit schön.

 

Daher fang nicht an zu krähen bevor deine Zeit gekommen ist. Dem Hahn, der zu früh kräht, schneidet man den Kopf ab und macht aus ihm ein Festmahl für die Katzen und Hunde. Sei achtsam!