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Stelle deinen Antrag!

In dieser Welt gibt es niemanden, der nicht auf einer Suche ist. Jeder verfolgt unermüdlich eine Fährte und sucht. Egal ob Materialist, Buddhist, Jude, Muslim oder Christ – jeder sucht.

 

Die Jungen suchen, die Alten suchen, die Kranken und die Gesunden suchen. Der Mann sucht und die Frau ebenfalls. Selbst die Schönen und Hässlichen suchen. Auch Dick und Doof sind mit von der Partie, zusammen mit den Verrückten und den Klugen. Kurzum, jeder, ob er es nun weiß oder nicht, ist fleißig auf einer Suche. Es existiert niemand, der nicht sucht. Jeder hat irgendetwas im Sinn und sucht unaufhörlich danach.

 

Dabei gibt es weder jemanden, dessen Ohr hört, noch jemanden, dessen Auge sieht. Menschen, die noch nicht einmal erkennen können, was vor ihrer Nasen liegt, sind auf der Fährte von Illusionen, die sie niemals werden finden können.

 

Eine rosarote Brille aufgesetzt, nehmen solche Leute ihre Mitmenschen und die Ereignisse, die sie betreffen, nicht mehr wahr.

 

Komisch daran ist, dass ich diese Menschen auch noch liebe, so wie sie sind.

 

Natürlich unterscheide ich sie voneinander: dieser hier, zum Beispiel, ist lediglich verrückt, jener da ist eine völlige Knalltüte, dieser hier ist klug und jener da ist “Herr Schlaumeier”. Dieser hier ist ein “Fall für sich”, jener ist ohnegleichen ... und so kann ich nicht anders, als sie alle mit ihren Eigenarten zu lieben. Das bezeichnet man dann als wahre Menschenliebe.

 

Wen ich auch sehe, jeder sucht. Zum Beispiel beobachte ich die Senioren und frage sie: “Was suchen Sie denn noch in ihrem Greisenalter?” Er glotzt mich an und sagt voller Empörung: “Was soll ich schon suchen? Ich suche meine vergangene Jugend, was ist das denn für eine Frage?”

 

Ich sehe ein Kind und frage es: “O Kind, was ist es, wonach du suchst?” “Onkel,” sagt es, “ich suche die Tage, an denen ich endlich groß und stark sein werde und mich alle als einen Mann ehren werden. Sag mir, sind diese Tage nahe oder noch weit entfernt?”

 

“Sehr nahe, mein Kind, sehr nahe. So nahe, wie du es dir nicht wünschst. Schon bald wirst du fündig werden, suche weiter,” antworte ich daraufhin.

 

Kindheit und Jugend gleichen einem Atemzug. Wie ein Augenblick kommen und gehen sie und schon bald wirst du dich wie ein alter Mann nach deiner Jugend und dem loderndem Feuer vergangener Liebe sehnen. Aber wie will ein Kind das schon erahnen können? Es ist ja noch nicht alt geworden.

 

Wie dem auch sei, ich mache weiter mit meiner Umfrage “was suchen wohl diese Menschen?”.

 

Ich frage einen Mann, der in der Kälte des Winters kurz vorm Einfrieren ist: “Was suchst du?” “Ich suche den Sommer,” sagt er. Jemanden, der wegen der Sommerhitze gerade eingeht, frage ich: “Was suchst du?” “Den Frühling suche ich, wird er wohl wieder kommen?” fragt er zurück.

 

Ich finde eines der schönsten Models ihrer Zeit und frage sie: “Sehr geehrte Madame Ex-Superstar, Ex-junge Frau, Ex-Weltschönste, Ex-volle Brüste, Ex-schöne Beine, Ex-Kosmetik Fee. Und was suchen Sie?”

 

“Was soll ich suchen, Sheikh?” fängt sie an zu jammern, “selbstverständlich suche ich meine verschwundene Schönheit, meine jungen Jahre, meine Fans, meinen Applaus, meine makellosen Beine und meine verstorbenen Ehemänner.”

 

“Ach je! Suchen Sie all dies nicht vergebens? Sie werden es hier nicht mehr wieder finden,” gestehe ich ihr und entferne mich schnell von der Ex-Weltschönsten.

 

Jemanden, der darunter leidet als Mann geboren zu sein, frage ich: “Was suchst du?” “Ich suche die Methode zur Frau zu werden,” antwortet er.

 

Ich treffe jemand, die nicht zufrieden ist, eine Frau zu sein und frage sie. “Sheikh, ich aber, suche die Methode mit der ich nicht nur scheinbar, sondern vollkommen, mit meiner ganzen Natur, zum Mann werde,” sagt sie, “wenn du weißt, wie das gehen könnte, so sage es mir bitte, damit mein Leiden endlich ein Ende findet!”

 

“Natürlich weiß ich wie, aber es ist unmöglich, es in dieser Welt tatsächlich umzusetzen, daher mühe dich nicht unnötigerweise noch weiter mit deiner Suche ab,” versuche ich ihr zu raten.

 

“Sag es mir doch bitte trotzdem, Sheikh. Es heißt ja, man soll die Hoffnung auf den Herrn niemals aufgeben,” besteht sie. Und dies ist der entscheidende Zauberspruch: “Gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf.”

 

Na gut, wenn du den Zauberspruch schon kennst, dann erklären wir, wie es geht: ihr müsst euch so klein und winzig machen das ihr zum Samen im Mutterleib werdet. Dann müsst ihr in diesem Zustand, in dem euer Geschlecht noch nicht bestimmt wurde, folgendes bei eurem Herrn beantragen: O Herr, sende mich als einen Jungen oder als ein Mädchen – je nachdem wie ihr es wollt – auf diese Welt. Das ist alles, was ihr machen müsst.

 

Die Menschen öffnen in dieser Welt ihre Augen und bilden sich dann ein, dass sie hier nie wieder heraus kommen. Dabei beweist uns jeder Friedhof das Gegenteil und die in den Gräbern ermahnen uns: „wir alle haben uns getäuscht, jetzt täuscht ihr euch bloß nicht auch noch!“

 

O ihr Menschen! Wer meint, dass sich in dieser Welt alle Wünsche erfüllen, der irrt sich. Diese Welt hier ist kein ewiger Urlaubsort, in dem sich dein Wunsch augenblicklich erfüllt, sondern dies hier ist ein Göttlicher Arbeitsplatz, in dem für die Wünsche zunächst gearbeitet werden muss.

 

Für unsere Wünsche und Träume müssen wir in dieser Weltfabrik arbeiten, so dass sie sich im Hiernach, im ewigen Leben, verwirklichen.

 

In dieser Welt werden deine Wünsche niemals vollkommen befriedigt werden, denn deine Entlohnung findet nicht hier, sondern im Jenseits statt. Wer dies nicht einsieht, der stürzt in abgrundtiefe Verzweiflung und verirrt sich auf ungangbaren Wegen. Und als der Herr uns zur Arbeit auf den Acker dieser Welt sandte, hat Er uns als Trost, Motivation und als ein wegweisendes Licht folgenden Zauberspruch mitgegeben: “Gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf!”

 

Diese Worte sind der Schlüssel für all deine unmöglichen Wünsche, Hoffnungen und Suchen: “Gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf!"

 

O ihr Alten, o ihr Jungen, o ihr Rechten, o ihr Linken, o ihr Klugen, o ihr Verrückten, o ihr Homosexuellen, o Du und o Ich! Lasst uns bewusst werden, dass diese Welt ein Arbeitsplatz zur Verwirklichung unserer Wünsche ist.

 

Diese Welt ist die Antragsstelle für die Verwirklichung deiner Wünsche. Diese Welt ist ein Hoffnungstor zur Stätte des ewigen Lebens. Sie ist die Pforte zum Serail, aber sie ist nicht die Gegenwart des Sultans selbst, in der deine Wünsche verwirklicht werden. Nein! Hier befindet sich lediglich die Antrags-, aber nicht die Vergabestelle. Verstehe dies gut!

 

„Aber wir können unsere Triebe und Gefühle nicht kontrollieren, Sheikh!“

 

Nein, das ist eine Lüge. Unser niederes Ego täuscht uns. Derjenige, der uns mit unseren Trieben und Gefühlen ausgestattet hat, Der hat uns auch die Kraft verliehen, sie zu bändigen. Du brauchst nur denjenigen zu finden, der diese Kraft in dir aktiviert.

 

O ihr Homosexuellen! Weder kannst in dieser Welt als Mann zu einer Frau werden noch als Frau zu einem Mann. Du kannst es zwar scheinbar werden, aber nicht vollkommen mit deiner ganzen Natur. Lass dich nicht von den Scheinfreuden täuschen. Kontrolliere dich und deine Gefühle. Sei geduldig!

 

Außerdem bedeutet ja jedes Gefühl nicht gleichzeitig, dass es für den Menschen das Richtige ist. Es gibt viele Gefühle, die den Menschen verleiten und letztlich zerstören.

 

Sei vorsichtig! Gedulde dich! Sei geduldig und hoffnungsvoll. Suche das Original.

 

Du hast es ja selbst so schön formuliert: gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf! Gib niemals die Hoffnung auf deinen Herrn als auch auf das Leben hiernach auf. Den Antrag, den du nicht für dieses Leben stellen konntest, stelle ihn schon jetzt für das kommende, ewige Leben.

 

Sag: “O Herr, ich wollte in dieser Welt eine Frau werden, aber bin es nicht geworden, oder ich wollte ein Mann werden, aber bin es nicht geworden. Gewähre mir meinen Wunsch mittels Deiner endlosen Barmherzigkeit zumindest für das Leben hiernach. Dies hier ist sowieso nur die Welt der vergänglichen Wonnen, daher gedulde ich mich in der Hoffnung, dass Du mir meinen Wunsch fürs ewige Leben erfüllst.” Sag dies.

 

Hab keine Angst! Gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf!

 

Denn Derjenige, Der dich ohne dass du es wolltest als Frau oder als Mann in diese Welt steckte, gibt dir nach dem Verlassen dieser Welt, die Gelegenheit deinen Wunsch zu erfüllen.

 

Er verspricht dir: “O Mensch, wünsche dir für das Jenseits, das ewige Leben, was immer du willst, Ich werde es dir gewähren. Ich habe dich vielleicht in dieser Welt traurig gemacht, im Jenseits jedoch werde Ich dich bis in alle Ewigkeit glücklich machen. Hab keine Angst, verlange! Was auch immer dein Wunsch sein mag, stelle deinen Antrag. Stelle deinen Antrag schon jetzt, damit Ich im Jenseits alles vorbereiten lassen kann. Du brauchst nur deine Wünsche in dieser Welt zu zügeln und dich ein wenig zu gedulden, bis sie sich im Jenseits in alle Ewigkeit erfüllen.”

 

O ihr Ex-Schönheiten, o ihr Ex-Jungen! O ihr Suchenden! O ihr, die ihr sucht, aber nicht findet, o ihr, die ihr sucht und niemals finden werdet! Seid frohen Mutes!

 

Alles, was ihr hier nicht findet und was euch hier fehlt, das befindet sich sicherlich im Jenseits. Dort werdet ihr es finden.

 

Denn in dieser Welt gibt es vielleicht nicht alles, aber im Jenseits, in der Ewigkeit, gibt es nichts, das es nicht gibt. Verstehe! Verstehe und zerbreche dir nicht deinen Kopf. Du brauchst dich nur zu gedulden und mit dem, das dir gegeben wurde, auszukommen.

 

Für all das, was ihr nicht gefunden habt, oder nicht erlangt habt, das ihr verpasst habt oder dem ihr hinterher rennt, benutzt diesen Zauberspruch, der uns von der Göttlichen Gegenwart für unsere Reise als Proviant mitgegeben wurde und sagt: “Gib die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf.”

 

Was es hier nicht gibt, gibt es dort. Was sich hier nicht erfüllt, erfüllt sich dort. Gib bloß deine Hoffnung niemals auf und stelle deinen Antrag bevor du stirbst: “O Herr, beschere mir in meiner ewigen Stätte Gutes, Schönes, Glück und Freude, Frieden und gewähre mir die Erfüllung meiner Wünsche, so sie mir Heil bringen.” Dies genügt!

 

Es ist dein gutes Recht in diesem Leben, für dein nächstes zu verlangen. Du bist als Arbeiter in diese Welt gekommen und niemand hat dich nach deinen Wünschen gefragt.

 

Jetzt jedoch, wo du aus dieser Welt gehst, fragen sie dich: “Was willst du, was können wir dir geben?”

 

Denn nun bist du der Chef. Der Chef über das, was du in dieser Welt erworben hast.

 

Wird etwa ein einfacher Arbeiter aus der Fabrik danach gefragt, was er haben will? Nein, schon gar nicht in der heutigen Zeit! Der Arbeiter muss zufrieden mit dem sein, das er bekommt, denn widersetzt er sich, wird er vielleicht gefeuert und verhungert womöglich noch.

 

Ein Arbeiter ist auf seinen Arbeitsplatz und seinen Chef angewiesen, damit er sein Leben finanzieren kann. Wer aber mit dem zufrieden ist, was er bekommt, und immer fleißig weiterarbeitet und immer mehr und mehr verdient, der wird bald selbst zum König über seinen eigenen Reichtum. Und so gönnt er sich dann einen Urlaub, den er wie ein König genießt.

 

Und nur einen König fragt man: “Mein Herr, was wünschen Sie?”

 

Daher muss derjenige, der all seine Wünsche erfüllen will, zunächst einmal arbeiten und verdienen.

 

Denn nur durch seinen Erwerb vermag er seine Wünsche auszusprechen und sie auch zu erhalten. Hauptsache du gibst die Hoffnung auf deinen Herrn niemals auf!

 

Dies genügt!